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13 Semester| Kritik 8/10

Kinostart
07.01.2010



Handlung

Von der Provinz in die Freiheit: der Studienplatz für Wirtschaftsmathematik führt die beiden Freunde Momo (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek) vom elterlichen Ausflugslokal in Brandenburg an die TU in Darmstadt und damit mitten hinein ins Studentenleben. Dazu gehören für Momo allerdings auch viel zu schwierige Vorlesungen, sein nerviger Mitbewohner Bernd (Alexander Fehling), seine Traumfrau Kerstin (Claudia Eisinger), Geldmangel und eine hieraus resultierende vermeintlich geniale Geschäftsidee. Der ersten Orientierungsphase folgt schnell komplette Orientierungslosigkeit und während Dirk in Vorlesungen, Hausarbeiten und Tutorien aufgeht, beginnt für Momo die semesterübergreifende Suche nach dem Platz im Leben und anderen Kleinigkeiten.


Filmkritik | 13 Semester

Filme, deren Handlung an Unis angesiedelt ist, haben im deutschen Kino einen schweren Stand. Während die amerikanischen College-Movies Legion sind und ein festes Stammpublikum mit postpubertären Sexspielchen und grob geschnitztem Humor erfreuen, schenken deutsche Regisseure dem Genre nur wenig Beachtung. Einzig Sönke Wortmann bewies mit "Kleine Haie" und "Der Campus" ein gewisses Faible für Filme im Hochschulmilieu. Der deutsche Nachwuchsregisseur Frieder Wittich widmet seinen Debutfilm "13 Semester - Der frühe Vogel kann mich mal" dem deutschen Studentenleben an der TH Darmstadt, begleitet von Frauengeschichten, Sinnkrisen, Studienfrust und Alkohol.

Ausgerechnet Darmstadt und seine eher dröge Technische Universität als Ort einer turbulenten Studenten-Komödie zu wählen, ist ein Wagnis und wirkt auf den ersten Blick wenig attraktiv. Wittich weiß das auch und gibt in Interviews erfrischend ehrlich zu, dass vor allem finanzielle Gründe den Auschlag für die hessische Provinz als Drehort gaben: Der Hessische Rundfunk ist Co-Produzent, zwei hessische Filmförderungen gaben Geld, und die Verleihfirma 20th Century Fox of Germany hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Und so wirkt der streckenenweise allzu hektisch und videoclip-artig abgedrehte und geschnittene Streifen auch wie ein Werbefilm für Darmstadt als Universitätsstandort, was ein wenig nervt, aber auch Anlass zum Schmunzeln gibt.

Dass der Regisseur vom Fernsehen und vom Werbefilm herkommt, merkt man dem Film ein bisschen an, insgesamt wirkt seine Bildästhetik eher wie eine Mischung aus Pantoffelkino, Werbeclip und Youtube als als ganz große Leinwand. Das ist nicht unbedingt schlecht, schafft eine sehr eigenwillige Bildästhetik und wirkt stellenweise erfrischend schräg. Ganz ohne Anal- und Busenerotik sowie Klowitze kommt auch dieser Film nicht aus, Klischees über Studenten, Professoren (arg überziehend: Dieter Mann) und das WG-Leben an sich werden von den Drehbuchautoren (neben Oliver Ziegenbalg der Regisseur selber) bisweilen an die Grenze des Erträglichen getrieben, kriegen aber im entscheidenden Moment charmant die Kurve.

Bitte, nicht Alles zu ernst nehmen, das Studium ist hart genug, lautet die Parole. Warum nun Studenten aus Brandenburg nahe der Metropole Berlin ausgerechnet das verschnarchte Darmstadt im fernen Hessen als abenteuerliche Großstadt empfinden, ist ebenso grotesk wie das Studienfach des Träumers Momo (Max Riemelt): Wirtschaftsmathematik. Co-Autor Ziegenbalg hat dieses Fach selber bis zum Diplom studiert.

Großen Anteil an der unverkrampften Lockerheit des Films haben die durchweg gut gelaunt und hoch motiviert spielenden Darsteller um Hauptdarsteller Max Riemelt ("Die Welle", "Napola"), allen voran Robert Gwisdek als strebsam-verklemmter Dirk und Alexander Fehling als dauerstudierender Frauenheld und Partygeher Bernd. Nervig, überhektisch und berufsmunter: Claudia Eisinger als Kerstin. Ein kleines mimisches Glanzlicht setzt der britische Theaterschauspieler Amit Shah als Kommilitone und unkonventioneller Seelentröster Aswin.


Filmkritik von mkrispien

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13 Semester

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Frieder Wittich

Darsteller
Alexander Fehling, Amit Shah, Claudia Eisinger, Dieter Mann, Max Riemelt, Robert Gwisdek

Genre
Deutscher Film, Komödie

Tags
Darmstadt, Student, Studium
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Herstellungsland
Deutschland




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