Handlung

Erfolgsautor Michael Taylor (Ryan Reynolds) kehrt nach vielen Jahren aus New York zurück in seine ländlich geprägte Heimatstadt. Anlass ist eine Familienfeier, seine Tante heiratet. Als Michaels Mutter Lisa (Julia Roberts) bei einem Unfall stirbt, brechen sich die alten, nur mühsam zurückgehaltenen Familienkonflikte neue Bahn. Michael Taylor erinnert sich mehr und mehr an die Vergangenheit, an jene Tage im Sommer, als sich der sensible Junge (Cayden Boyd) erstmals dem herrschsüchtigen Vater Charles (Willem Dafoe) widersetzte. Die junge Tante Jane (Hayden Panetterie / Emily Watson) spendete dem einsamen Jungen Trost und Wärme. Die damals geschlagenen Wunden heilen nicht mehr und so zeigt sich Michael pessimistisch. Sein noch unveröffentlichtes neues Manuskript heißt „Fireflies In The Garden“ (das ist auch der Originalfilmtitel) und ist ein schonungsloser Blick zurück. Bei einer Veröffentlichung würden sich viele Menschen verletzt und brüskiert fühlen. Michael Taylor fällt es schwer, sich zwischen Rache und Versöhnung zu entscheiden.
Filmkritik | Zurück im Sommer
Studenten-Oscarpreisträger Dennis Lee ("Jesus Henry Christ") hat für seinen ersten abendfüllenden Spielfilm "Zurück im Sommer" eine brillante Schauspielercrew gewinnen können. Doch nur der chamäleonhaft agierende Willem Dafoe ("Platoon", "Antichrist") bleibt als verunsicherter Vater und gescheiterter Schriftsteller in Erinnerung. Die Rolle von Julia Roberts ist viel zu klein und begrenzt, um auch nur entfernt ein ähnliches Feuer entfachen zu können wie in in dem Film "Erin Brockovich" von Steven Soderbergh.
"Zurück im Sommer" ist wie eine Zeitreise in unterschiedliche Welten. Permanente Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind für diesen Film charakteristisch. Weite Landschaften mit endlos wogenden Weizenfeldern kontrastieren mit der häuslichen Enge. Dabei ist "Zurück im Sommer" ein leiser, vielleicht zu leiser Film. Dieses Familiendrama um einen Vater-Sohn-Konflikt erzählt keine neue Geschichte. "Garden State" (2004) von Zach Braff oder "Elisabethtown" (2005) von Cameron Crowe haben sich des Themas bereits angenommen. "Zurück im Sommer" gewinnt dem Stoff keine neuen, originellen oder zwingenden Seiten ab. Vieles bleibt hier an der Oberfläche der Gefühlswelt. Diesem Film mangelt es sichtbar an Substanz und Tiefe. Konflikte werde in dem Film nur angerissen, zu viele Nebenkriegsschauplätze, etwas das schwierige Verhältnis zwischen Michael und seiner geschiedenen Frau, eine trockene Alkoholikerin, stören den stetigen Fluss des Erzählens. Am Ende hat auch Dennis Lee die große Harmoniesucht gepackt. "Zurück im Sommer" hätte etwas anderes verdient gehabt.
Filmkritik von Gastautor