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Ziemlich beste Freunde| Kritik 8/10

Kinostart
05.01.2012



Handlung

Philippe (François Cluzet) führt das perfekte Leben. Er ist reich, adlig, gebildet und hat eine Heerschar von Hausangestellten – aber ohne Hilfe geht nichts! Philippe ist vom Hals an abwärts gelähmt. Eines Tages taucht Driss (Omar Sy), ein junger Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, in Philippes geordnetem Leben auf. Driss will eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Und warum benutzt Philippe eigentlich nie den großartigen Maserati, der abgedeckt auf dem Innenhof steht?


Filmkritik | Ziemlich beste Freunde

Der französische Film hat seinen Überraschungshit der letzten Jahre gefunden. War bereits Ende 2010 der Streifen "Kleine wahre Lügen" von Guillaume Canet ein großer Erfolg an den Kinokassen, konnte "Ziemlich beste Freunde" ein Jahr später dreimal so viele Besucher in die Kinos locken. Mit diesem sensationellen Erfolg hätten wohl selbst die beiden Regisseure Eric Toledano und Olivier Nakache nicht gerechnet. Bereits mehrfach haben die beiden als Duo zusammen Regie geführt. Sympathisch wirkt dabei alleine schon die Tatsache, dass es sich bei "Ziemlich beste Freunde" nicht um den geplanten Blockbuster mit großem Budget handelt, sondern dass man hier eine Geschichte erzählt, die auf wahren Tatsachen beruht.

Faszinierend ist dabei der Kontrast zwischen den beiden Protagonisten. Dies wird wunderbar von den Hauptdarstellern umgesetzt. Omar Sy in der Rolle des Schwarzen Driss spielt glaubwürdig den Verlierer, der in seinem Leben bisher kein Glück hatte und weder Liebe noch Geborgenheit kennengelernt hat. Dies versteckt er hinter einer vermeintlich coolen Fassade, die mit der Zeit aber immer weiter bröckelt, je besser er seinen neuen Chef kennenlernt. Dieser wird von François Cluzet gespielt, der bereits in "Kleine wahre Lügen" oder "So ist Paris" zu gefallen wusste. Gerade sein Spiel ist faszinierend, da er es glaubhaft vermittelt den Gelähmten Philippe zu spielen, ohne seine Rolle dabei zu übertreiben. Man denkt im Laufe des Films nicht einmal darüber nach, dass Cluzet eigentlich seine Arme und Beine bewegen kann. Seine umwerfende Natürlichkeit ist dabei verblüffend.

Gefühlvoll und mit viel Respekt vor der Situation haben dabei die beiden Regisseure den Streifen inszeniert. Der aus "Micmacs - Uns gehört Paris!" bekannte Sy trat zuvor als Sprecher in Animationsfilmen wie "Bärenbrüder" oder "Bolt - Ein Hund für alle Fälle" in Erscheinung, bevor ihm auch vor der Kamera der große Durchbruch gelang. Die Dynamik zwischen dem jungen Schwarzen und dem alten Weißen, die beide unterschiedlicher nicht sein können, macht dabei den besonderen Reiz von "Ziemlich beste Freunde" aus. Die teils herrlich komischen Situationen bringen den Zuschauer immer wieder zum Lachen. Dennoch finden auch sehr nachdenkliche und kritische Szenen ihren Platz im Film. Selbst die Tatsache, dass der behinderte Philippe bei alltäglichen Dingen wie dem Toilettengang auf die Hilfe von Driss angewiesen ist, wurde von Toledano und Nakache nicht ausgeklammert. Mit viel Respekt und Einfühlsamkeit werden solche Momente auf die Leinwand gebracht. Trotz der überragenden Leistungen der beiden Hautpdarsteller dürfen aber auch Audrey Fleurot sowie Anne Ly nicht unerwähnt bleiben, die in der Rolle von Philippes Hausangestellten ebenfalls eine gute Figur machen. All dies lässt "Ziemlich beste Freunde" zu einem überraschend kurzweiligen Streifen mit viel Tiefgang werden, der einfach gefällt.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Ziemlich beste Freunde

© Senator Film Verleih

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Steckbrief
Regie
Olivier Nakache, Eric Toledano

Darsteller
Alba Gaïa Bellugi, Anne Le Ny, Audrey Fleurot, Christian Ameri, Clotilde Mollet, Cyril Mendy, François Cluzet, Marie-Laure Descoureaux, Omar Sy

Genre
Drama, Komödie
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Frankreich

Alternativ- bzw. Originaltitel
Intouchables




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