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Zack and Miri make a Porno| Kritik 6/10

Kinostart
13.08.2009



Handlung

Zack (Seth Rogen) und Miri (Elizabeth Banks) kennen sich seit Ewigkeiten und wohnen auch beinahe genauso lange als WG zusammen. Beide sind chronisch pleite und haben nicht nur deswegen schon eine Menge gemeinsam durchgemacht, aber so schlimm wie im Moment war es noch nie. Als man ihnen auch noch Strom und Wasser abstellt, ist das Maß voll. Geld muss her, und zwar schnell und am besten auch noch viel. Eine Idee zur Beschaffung desselben ist rasch gefunden: Die zwei beschließen, einen Pornofilm zu drehen. Nach Ladenschluss des Coffeeshops, in dem Zack jobbt, beginnen dort nun allabendlich die Dreharbeiten. Einige Freunde und ein paar eigens angeheuerte Profis machen sich mit Feuereifer an die Produktion. Auch Zack und Miri sollen vor der Kamera eine Liebesszene zum Besten geben. Das ist alles nur Sex, schwören sie sich vor Beginn der Dreharbeiten. Die Filmaufnahmen werden keinen Einfluss auf ihre Freundschaft haben. Doch was als kühl kalkulierte Geschäftsverbindung guter Kumpels beginnt, verändert sich im Lauf des Filmprojekts ziemlich heftig.


Filmkritik | Zack and Miri make a Porno

Wer sich von der nicht zu 100% nachvollziehbaren Altersfreigabe der deutschen Filmzensoren nicht blenden lassen mag, sei gleich zu Beginn gewarnt: Freunde tiefer und unverhüllter Einblicke werden Zack and Miri make a Porno tief enttäuscht verlassen. Das, was notwendigerweise erforderlich ist, um dem eigentlichen Thema gerecht zu werden, spielt sich ausschließlich auf sprachlicher Ebene ab und hier auch eher zotig und jugendlich albern, so dass die Zielgruppe prinzipiell bei in einer Altersschicht unterhalb der 16er Grenze zu suchen gewesen wäre.

Der beruhigende Aspekt an Zack and Miri make a Porno ist wohl, dass Kevin Smith immer noch echte Kevin-Smith-Filme macht. Er hat es auch in seiner jüngsten Produktion souverän geschafft, seinen Beinahe-Status als hoffnungsvoller Independent-Regisseur keinesfalls zu untermauern, den er sich mit Filmen wie "Chasing Amy und Dogma" einst ungewollt erworben hat. Der Beliebtheit, der er sich bei einer breiten Schicht von Fans erfreut, hat dieser Umstand jedoch niemals ernsthaft schaden können und eben diese treuen Anhänger können sich auf eine erneute Slacker-Attacke freuen, bei der alle Register des Genres gezogen werden. Abgeschmackte Kalauer reihen sich inflationär an reichlich Durchgeknalltes und oft genug schlichtweg Peinliches. Dabei entwickelt der Streifen ein geradezu halsbrecherisches Erzähltempo, das – und hier muss man Smith durchaus loben – durch perfektes Timing nie für Hektik, sondern immer für Dynamik sorgt.

Sozialkritische Untertöne und nachdenkliche Augenblicke, die ja im Umgang mit dem hier angeschnittenen Sujet durchaus im Bereich des Denkbaren gelegen hätten, besitzt Smiths Film nicht – auch nicht in Ansätzen. Selbst mit der sprichwörtlichen Lupe wird hier niemand auch nur den Ansatz von Ernsthaftigkeit entdecken. Alles schnoddert, blödelt und kalauert in feinster Slacker-Homogenität und auch wenn sich das Happy End schon sehr früh andeutet, wird Zack and Miri make a Porno kaum langweilig. Das liegt unter anderem daran, dass Smiths extremer Hang zu Peinlichkeit und Zote durchaus mit frischen Ideen und einiger Detailverliebtheit verbunden ist, so dass viele der gefühlten 10.000 Witzchen eben tatsächlich zünden und man sich eines Grinsens oft nur schwer enthalten kann. Gepaart mit Smiths zweifelsfrei vorhandenem Talent, einen Film regelrecht zu zelebrieren, funktioniert auch sein neues Werk durchaus. Dass sich die Charaktere des Films zu keiner Zeit richtig entfalten können und reine Schemen bleiben, mag dabei bedauerlich sein, letztlich sind sie aber nur – eben auch typisch Kevin Smith – Instrumente zur optimalen Lacher-Erzeugung. Dieses Unterfangen gelingt zweifelsfrei, so dass die Fans befriedigt feststellen dürfen, dass ein demnächst 40-jähriger das pubertäre Slacker-Genre besser im Griff hat, als eine Heerschar von ähnlich veranlagten Jungfilmern, die von den wahren Bedürfnissen ihrer Zielgruppe offensichtlich deutlich weniger verstehen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Zack and Miri make a Porno

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Steckbrief
Regie
Kevin Smith

Darsteller
Brandon Routh, Craig Robinson, Elizabeth Banks, Gerry Bednob, Jason Mewes, Jeff Anderson, Justin Long, Katie Morgan, Ricky Mabe, Seth Rogen, Tisha Campbell-Martin, Traci Lords

Genre
Drama, Komödie, Romantik

Tags
Porno, Sex
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Herstellungsland
USA

Budget
24 Mio. US-Dollar




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