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Young Victoria| Kritik 6/10

Kinostart
22.04.2010



Handlung

Als Victoria (Emily Blunt) im zarten Alter von 18 Jahren Königin von England wird, übernimmt sie die Regierungsverantwortung inmitten großer politischer Konflikte und umgeben von Machtkämpfen. Die lebensfrohe junge Frau muss schnell lernen, sich in ihrer neuen Rolle zu behaupten und zu entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenken will. Auf Einladung ihrer Mutter, der Herzogin von Kent (Miranda Richardson), kommt ihr Cousin, der deutsche Prinz Albert (Rupert Friend), nach London. Um den Einfluss seiner Familie auf das englische Königshaus zu stärken, soll er Victorias Herz erobern. Der Plan geht auf. Und noch mehr: Es wird tatsächlich Liebe auf den ersten Blick.


Filmkritik | Young Victoria

Alle Jahre wieder schneien uns die Verfilmungen historischer königlicher Lebensläufe ins Haus. Königinnen und Kaiserinnen sind dabei weitaus beliebter als ihre männlichen Kollegen. Die Palette reicht von den kitschigen "Sissi-Filmen" mit Romy Schneider über Mantel-und-Degenfilme aus Hollywood um die toughe Elizabeth I. bis zu jüngeren britischen Varianten mit Helen Mirren als Elizabeth II. ("Die Queen"), Cate Blanchett in einer exzentrischen Variante als Elizabeth I. ("Elizabeth - Das goldene Königreich")  und Judi Dench als alternde Witwe Victoria ("Ihre Majestät Mrs. Brown"). Nun also die schöne Emily Blunt als "Young Victoria". Braucht es diesen Film? Braucht es natürlich nicht, aber schön ist es doch...

Die Rezension dieses Films stellt den Kritiker vor ein Problem: Er bietet bei allem Vorbehalt gegenüber derlei Königinnen-Lobhudelei auf schwankendem historischem Boden kaum Angriffsflächen für Kritik: Die Schauspieler agieren nahezu alle sehr gut bis exzellent, das Auge schwelgt in originalgetreuer üppiger Ausstattung, für die es zu Recht den Oscar gab, die Musik plätschert nicht zu aufdringlich dahin und Politik, Intrigen und Diplomatie, die zu Beginn des Films noch für ein wenig Sturm im Wasserglas sorgen, versanden irgendwann im Ehebett der liebenden Royals. Man richtet sich wohlig ein in diesem plüschigen Film und wünscht sich, man wäre dabei gewesen. Dass Kitsch-Stimmung nicht aufkommt und das Drehbuch zumindest nicht allzu sehr  an der Geschichte klittert, tut dem Film insgesamt gut. Das größte Problem: Jugend, Werbung und junge Ehe von Queen Victoria geben eigentlich überhaupt nichts her für die Dauer eines langen Kinoabends. Es passierte nicht viel in diesem Abschnitt ihres Lebens, außer dass sie mit Gottes und eines Onkels (leicht überfordert: Thomas Kretschmann, "Zweiohrküken",  als Leopold I. von Belgien) Hilfe den Mann fürs Leben fand und den Fängen ihrer intriganten Mutter, der Herzogin von Kent (Miranda Richardson, "Southland Tales"), und deren Einflüsterer  Sir John Conroy (Mark Strong, "Sherlock Holmes") entkam. Irgendwann ist man das Liebesgesäusel trotz der tollen Kulissen und Kostüme allerdings dann doch leid.

Das große Plus des Films sind die beiden Hauptdarsteller. Dass man sich für zwei relativ unverbrauchte Gesichter entschied, war richtig. So schiebt sich nie, wie zum Beispiel bei "Die Queen" mit Helen Mirren, ein Star-Gesicht zwischen das der Rolle und der historischen Figur, irgendwann ist Emily Blunt ("Der Teufel trägt Prada", "Wolfman") für den Zuschauer Queen Victoria. Nach diesem Film wird sie allerdings ein Star sein, so hingebungsvoll und ohne Allüren spielt sie diese  bei aller historischen Bedeutung der späteren Victoria recht belanglose und daher schwierige Rolle der "Young Victoria", dass der Zuschauer dahin schmilzt. Blunt muss nur aufpassen, dass sie nicht im Kostümfilm stecken bleibt, schon bei "Wolfman" zeigte sie, dass ihr derlei Rollen liegen und sie mit ihren ebenmäßig-edlen Zügen das richtige "Kostüm-Gesicht" hat. In nichts nach an Charisma auf der Leinwand steht ihr der hierzulande wenig bekannte Rupert Friend ("Stolz und Vorurteil", "Die Letzte Legion", "Chéri"), der den  schönen Liebsten ihrer Majestät als sanften und attraktiven Verführer und blaublütigen Frauenversteher gibt. Was, nach allem was man weiß, historisch der Wahrheit nahe zu kommen scheint. Gattin Victoria allerdings war im Leben bei weitem nicht so schön wie Miss Blunt: Porträts zeigen ein schon in jungen Jahren übergewichtiges, kleingewachsenes Pummelchen mit leicht vorstehenden Augen. Aber wer das wissen will, kann sich ein Geschichtsbuch kaufen...

Produziert wurde die amerikanisch-britische Co-Produktion übrigens u.a. von Martin Scorsese und Sarah Ferguson, der ehemaligen Herzogin von York und Ex-Schwiegertochter der Queen. Zehn Jahre habe die bürgerliche Ex-Gattin von Prinz Andrew für das Projekt gekämpft, heißt es. Warum Scorsese den Film unterstützte, ist unbekannt. Die Regie - sie fällt nicht weiter auf - lag in den Händen des Franko-Kanadiers Jean-Marc Vallée ("C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben").


Filmkritik von mkrispien

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Young Victoria

© Capelight Pictures

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