Handlung
Jahrelang hat Frank Falenczyk (Ben Kingsley) als Killer die Dreckarbeit für die "Polnische Familie" erledigt. Menschen zu töten bereitete ihm keine Gewissensbisse, doch mit der Zeit verfällt er immer häufiger dem Alkohol und so verpatzt Frank einen Auftrag nach dem anderen. Und so entschließt das Oberhaupt (Philip Baker Hall) der "Familie" den alkoholkranken Frank in eine Entziehungskur nach San Francisco zu schicken. Widerwillig beugt sich Frank der Aufforderung und besucht die Treffen der Anonymen Alkoholiker. Um den Rest des Tages nicht auf dumme Gedanken zukommen, arbeitet er nebenbei in einem Leichenschauhaus. Unerwartet lernt Frank während dieser Arbeit Laurel Pearson (Téa Leoni) kennen, die Stieftochter eines Verstorbenen. Nachdem der Kontakt mit der neuen Bekannten enger wird, macht er sich über seiner bisherigen Lebensweise und seiner Karriere als Auftragskiller so eine Gedanken.
Filmkritik | You Kill Me

In "Sexy Beast" aus dem Jahre 2000 hat Ben Kingsley alias Frank Falenczykallen bewiesen, dass er ein komischer, gewissenloser und auch charismatischer Gangster sein kann. Doch ist er in diesem Werk weder unberechenbar noch witzig. Es liegt jedoch weniger an Kingsleys Schauspieltalent als viel mehr an die Macher des Filmes. Denn die dahinlebende Figur Frank wirkt unscheinbar und kaum spektakulär handelnd, dass heißt, der zu erwartende kriminelle Sturm wirkt wie ein laues, überzogenes Lüftchen. Schwarze Kleidung, schwarze Mützen, grimmiger Gesichtsausdruck und polnischer Akzent reichen also nicht aus um ein überzeugendes Mitglied der Mafia darzustellen.
Seine Filmpartnerin Téa Leoni schafft in ihren Auftritten als Laurel, die Verwandte des einstigen Opfers, dem langsamen müden Geschehen einige Energiesprünge rein, was es einiges erträglicher macht sich den Film bis zum Ende anzusehen. Und obwohl es ungewöhnlich erscheint die beiden unterschiedlichen Charakteren als Partner in einer gemeinsamen Beziehungen zu sehen, ist gerade dieses rollenvertauschtes Liebesgeplänkel das, was neben Laurel selber dem Ganzen das Gewisse Etwas gibt. Neben Kingsley und Leonis sind gute Schauspieler wie Bill Pullman, Luke Wilson, Philip Baker Hall und Dennis Farina zu sehen, was dennoch leider ziemlich untergeht.
Die Grundidee einen Killer in den Alltag zu schicken um, zum Beispiel zu lernen die richtige Summe Trinkgeld zu geben oder alltägliche Entscheidungen zu treffen und Einkäufe zu erledigen, stammt schon von Quentin Tarantino in seinen Werken "Reservoir Dogs" und "Pulp Fiction", was humorvoll und spannend für die Zuschauer war. Ähnlich wie John Armitage, der versuchte solche Handlungen in seiner Komödie "Große Pointe Blank" darzustellen und es auch einigermaßen gelang. Deshalb ist es schade mit anzusehen wie John Dahl hierbei versagt. Jeder Bürger wartet doch nur auf eine gelungene Komödie, die er sich ganz hingeben und aus herzenslust lachen kann.
Filmkritik von Gastautor