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X-Men: Erste Entscheidung| Kritik 9/10

Kinostart
09.06.2011



Handlung

Charles Xavier (James McAvoy) und Erik Lehnsherr (Michael Fassbender) kannten sich schon in ihrer Jugend, lange bevor sie ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten entdeckten und als  Professor X und Magneto berühmt wurden. Damals als junge Männer waren sie keine Erzfeinde, sondern im Gegenteil engste Freunde, die zusammen mit anderen Mutanten versuchten, die Welt vor dem Untergang zu retten. Doch in der Wahl ihrer Mittel und der Einschätzung des Verhältnisses zwischen Mutanten und Menschen driften sie immer weiter auseinander -  bis es zum endgültigen Bruch kommt und der Kampf zwischen den beiden und ihren jeweiligen Anhängern beginnt. Als Anführer der X-Men und der Bruderschaft der Mutanten schreiben sie Geschichte: Charles Xavier als weiser und weitsichtiger Professor X - Erik Lehnsherr als impulsiv-gefährlicher und mächtiger Magneto.


Filmkritik | X-Men: Erste Entscheidung

Matthew Vaughn, seines Zeichens zufriedener Underdog-Regisseur von Filmen wie „Layer Cake“, „Der Sternwanderer“ und „Kick-Ass“ - Filme, die das Prädikat „Geheimtipp“ in alle Genreecken trugen - hat es endlich getan: Er hat mit „X-Men: Erste Entscheidung“ seinen ersten, wahrhaftigen Blockbuster produziert. Eigentlich sollte er bereits „X-Men III - Der letzte Widerstand“ umsetzen, aber massive Differenzen mit 20th Century Fox ließen ihn die Notbremse ziehen, was uns Filmfans stattdessen „Der Sternwanderer“ und „Kick-Ass“ bescherte. Glücklicherweise!

Es war ein schweres Erbe, das Matthew Vaughn zusammen mit seiner Stammautorin Jane Goldman antreten musste. Bryan Singer, der die ersten beiden X-Men Filme inszenierte, legte hohe Maßstäbe, die selbst vom durchwachsenen dritten Teil nur dezent runtergesetzt wurden - gewisse katastrophale Spinoffs bleiben aus Liebe zum Franchise und des eigenen Blutdrucks bewusst unberücksichtigt. Der „Kick-Ass“-Regisseur gab früh zu Protokoll, dass er beabsichtige, mit größtmöglicher Sorgfalt eine Vorgeschichte zu schaffen, die sich nahtlos in die restliche Trilogie einfügt. Später ruderte er und Autorin Goldman etwas zurück, in dem sie bekannt gaben, dass sie sich einige Freiheiten herausnahmen, um dramaturgisch mehr aus dem Film herausholen zu können. Und tatsächlich, „X-Men: Erste Entscheidung“ geht einen riskanten Weg zwischen Prequel und Neuverfilmung, ähnlich dem eines „Star Trek“. Die Charaktere, die Umwelt -  vieles fühl sich vertraut an - gleichzeitig trifft der Film jedoch einen härteren, ernsteren Grundton, nicht nur mit seiner Akustik, die einige Assoziationen mit „The Dark Knight“ weckt. Einige nicht unwesentliche Details der Charaktere wurden verändert. Stark genug, um Comicfans auf die Barrikaden steigen zu lassen. Doch Vaughn und sein Team schaffen es im selben Augenblick auch den kritischsten Zuschauer wieder für sich zu gewinnen. Dies liegt einerseits an der Sorgfalt, mit der der Film mit seinen Figuren umgeht, aber auch an den Schauspielern, die diese mit Leben erfüllen. Michael Fassbender dominiert mit seiner physischen Präsenz den gesamten Film und fügt Ian McKellens intellektuellen Ruhelosigkeit einen fast noch bedrohlichere Unberechenbarkeit hinzu. Die hochgradige Besetzung erstreckt sich bis in die hinterste Nebenrolle. Jennifer Lawrence, Rose Byrne, Oliver Platt, Nicholas Hoult, Kevin Bacon und natürlich James McAvoy, alle zusammen treten in große Fußstapfen und meistern ihre Aufgabe mit Bravur. Das altbekannte Prequelproblem - die Vorkenntnisse des Zuschauers, die einen Spannungsverlust bewirken können - umging der Regisseur mit den Nebenrollen, die mit ihren hohen Sterblichkeitsraten für dramaturgische Spitzen sorgen. Als Geniestreich darf die Entscheidung gewertet werden, den Film in bester James Bond-Manier mit der Thematik des Kalten Krieges spielen zu lassen und historische Eckdaten für sich zweckzuentfremden, ähnlich wie auch mit einigen Comicfakten frei umgegangen wurde. Zudem bediente sich der Regisseur eines Bösewicht-Stereotyps, das direkt aus der Connery-Bondära stammen könnte - inklusive der wunderbaren 60er-Jahre Ausstattung und Frisuren.

X-Men: Erste Entscheidung“ verbindet Bryan Singers dramaturgisches Feingefühl und Verständnis mit einer herrlichen Bond-Romantik und einem Actiongrad, der es in sich hat. Zugegeben, an manchen Stellen wirkt das Prequel wie die jugendfreie Version von „Team America: World Police“, doch wie heißt es so schön: „X-Men, Fuck Yeah!“ Und einen erfreulichen Nebeneffekt bietet „X-Men: Erste Entscheidung“ außerdem: Die Frage nach dem Regisseur für den übernächsten Bondfilm sollte nun geklärt sein.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

X-Men: Erste Entscheidung

© 20th Century Fox

Kommentare


ccjb25
20.01.2012, 14:03:23
Da sich offenbar noch niemand zu dem Film geäußert habe, werde ich hier mal meinen Frust abladen und schauen was die Filmgemeinde dazu sagt...

Ich fand den Film grauenhaft langweilig, inkonsistent und unwürdig. Die einzig gute Szene in dem Film ist die, in der Wolverine mir meine Worte aus dem Munbd nimmt.... (Fuck off)

Wie in 3 Teufels Namen kann man so viel Geld in die Hand nehmen und dann so doofe Fehler machen? Bekannte fehler sind z.B. Hank Mccoy verwandelt sich: Bullshit! N´Hank McCoy ist in den späteren Filmen in einem Fernsehinterview absolut unblau zu sehen.

Er hat auch nicht cerebro gebaut, vollkommener Unsinn, Xavier und Eric haben das Gerät gebaut, vielleicht mit ihm zusammen aber er niemals alleine.

Professor X kann schon in den zarten Jahren nicht mehr laufen (letzte Szenen)? Wie kommt es dann, das er in 2 späteren Filmen (Besuch bei Jean Grey, Abholung der Mutanten von der Insel (x-men origins)) noch laufen kann?

Bei Mystik nun einzuführen, sie würde langsamer altern ist lächerlich, nur um sie in dem Film nutzen zu können... Altert sie nur halb so langsam wie Charles wäre sie trotzdem ca. in der Pubertät wenn der Film spielt! (Anfangszene => später)

Schöne Idee die Charaktere aus den ursprünglichen Comics mit reinzunehmen (Havok, Angel, Banshee), aber die Umsetzung war leider grottenschlecht.

Achja, und die Supermutantin, Machtgeil, Telepathin und auch noch Diamanthaut... Wer soll das sein? Wieso taucht so ein sagen wir mal min. Klasse 4 Mutant nie wieder auf, nicht mal in der Geschichte der großen Bösewichter?? Selbstverständlich hat sie Ihre Kräfte schon voll entwickelt während selbst Xavier noch in den Kinderschuhen steckt.

Nein: Es lag nicht an den Synchronstimmen, ich habe den Film in Englisch gesehen, so wie alle X-men.

Das war der erste x-men Film bei dem mir langweilig war und ich kein interesse hatte weiter zu sehen, das hat bisher nur Happy Feet 2 bei mir ausgelöst.

Und die Filmkritiken?

Mein Fazit: gewollt und nicht gekonnt!

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USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
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