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Wir sind die Nacht| Kritik 8/10

Kinostart
28.10.2010



Handlung

Die 20-jährige Berlinerin Lena (Karoline Herfurth) hält sich durch kleinere Diebstähle über Wasser. Beim nächtlichen Beutezug durch einen illegalen Club trifft sie auf die jahrhundertealte Louise (Nina Hoss). Die mondäne Erscheinung ist die Besitzerin des Clubs und zugleich die Anführerin eines weiblichen Vampir-Trios, dem auch die elegante Charlotte (Jennifer Ulrich) und die abgedrehte Nora (Anna Fischer) angehören. Louise verliebt sich in die verwahrloste Lena und beißt sie in der ersten gemeinsamen Nacht. Fortan erfährt Lena den Fluch und Segen ihres neuen, ewigen Lebens. Sie genießt den Luxus, die Partys, die grenzenlose Freiheit, doch schon bald machen ihr der Blutdurst und die Mordlust ihrer neuen Freundinnen zu schaffen. Als sich auch noch die Berliner Polizei an die Fersen der Frauen heftet und Lena ihre Gefühle für den ermittelnden Kommissar Tom Serner (Max Riemelt) entdeckt, geraten die Ereignisse völlig außer Kontrolle.


Filmkritik | Wir sind die Nacht

Mit "Wir sind die Nacht" erleben wir das, was es schon seit Jahren nicht mehr gab. Der deutsche Film widmet sich der Nische der Horrorstreifen. Hinzu kommt, dass Constantin Film "Wir sind die Nacht" als richtig große Produktion angelegt hat, die offenbar auf einen Erfolg an den Kinokassen abzielt. Um dies sicherzustellen, hat man mit Dennis Gansel einen Regisseur mit ins Boot geholt, der mit "Napola" sowie zuletzt "Die Welle" bereits Erfahrung in kommerziell erfolgreichen Projekten gesammelt hat. Seinen eigenen Aussagen nach hatte er die erste Idee zu dem Horrorfilm bereits seit vielen Jahren. Doch erst der Vampir-Hype um "Twilight" ermöglichte es ihm zusammen mit Jan Berger eine leicht geänderte und überarbeitete Fassung des ursprünglichen Drehbuchs zu schreiben. Diese bekam grünes Licht, denn Vampire und alles was damit zusammen hängt, kommt momentan beim Publikum einfach gut an.

"Wir sind die Nacht" soll ebenfalls davon profitieren. Allerdings hat man es nicht mit einer düster-romantischen Vampirgeschichte zu tun. Stattdessen setzt Dennis Gansel ganz andere Schwerpunkte. Seine Protagonistinnen sind emanzipiert, leben nach ihren eigenen Regeln und verkörpern somit das Idealbild, in dem sich die moderne, junge Frau und heute gerne sieht. "Sex & the City" hat es vorgemacht, umgeschwenkt in eine Vampirgeschichte macht es Gansel in gewisser Weise nach. Das Vampir-Trio führt einen exzessiven Lebensstil und auch die neu gebissene Lena kommt schnell auf diesen Geschmack. Vorbei sind ihre Zeiten als Punk auf der Straße, während der sie um ihr Überleben täglich kämpfen musste. Dass ihr Überlebenskampf sich nach der Verwandlung zum Vampir nur anders bemerkbar macht, wird ihr dabei erst nach und nach klar. Die Darstellung der Neu-Vampirin Lena ist Karoline Herfurth ( "Vincent will Meer", "Der Vorleser", "Das Wunder von Bern") dabei in jedem Fall gelungen und man nimmt ihr ihre Rolle zu jeder Zeit ab. Auch der Rest der Schauspieler legt eine ordentliche, wenn teils auch durch das Drehbuch bedingt, überdrehte Leistung ab.

Stilistisch wagt Gansel dabei einige Experimente. Er setzt verstärkt auf Action und schnelle Schnitte, die den Streifen treibend und impulsiv wirken lassen. Das geht einher mit dem Soundtrack, wo bis auf eine sehr stilsichere Ausnahme auf technoide Beats gesetzt wird. Dazu passt die Wahl der Lokalitäten in Berlin als Drehort perfekt. Das Flair der Großstadt wird mit dem kühlen Ambiente der grauen Bauten gepaart. Markente Gebäude spielen immer wieder eine Rolle. "Wir sind die Nacht" erfindet dabei das Rad nicht neu, überzeugt allerdings als mutiger Genrefilm.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Wir sind die Nacht

© Constantin Film Verleih GmbH

Kommentare


schwarzelolle
04.11.2010, 23:08:37
WOW...Action und Mystik. Eine geniale Mischung aus faszinierenden Bildern. In keiner Weise für Twilight Mädchen geeignet. Brutal, aber nicht platt, erotisch, aber nicht billig. Tolle Schauspielerinnen und wuuuuuunderschöne Szenen in toller Kulisse. Fragt sich, wieso der Film nicht beworben wurde und warum die Kinosäle nur minimal gefüllt sind? Ein toller Film für diejenigen, die das Schwarze lieben und Vampire schon mochten, bevor es Edward Kullen gab;-)
Sabrina Black
02.11.2010, 16:53:55
Hallo,

ich habe das Buch von Hohlbein, gelesen und mir am Wochenende den Film von Dennis Gansel angesehen. Die Geschichte der vier Vampirschwestern ist im Buch eindeutig besser, da die Charaktere besser und realistischer sind.
Am schluss des Buches verwandelt Lena ihren Tom, und kommt zu dem Fazit das sie früher oder später genauso wird wie die anderen Drei. Und Luise wird auch nicht von ihr getötet wie im Film. Im Film kommt am Ende die moralische Keule, drei der taffen lesbischen Mädels müssen sterben und die Pfadfinder der Polizei stehen als Sieger da. Was aus Lena und Tom wird zeigt der Film nicht. Sie wollte ihn beissen, zieht aber zurück. Und als die Polizei auftaucht sind beide Verschwunden.
Dennoch ist der Film gut gemacht Die Bilder die Musik und die Spezialeffekte sind wirklich gut.
Aber am besten finde ich die Leistung der vier Hauptdarstellerinnen. besonders Nina Hoss und Jennifer Ulrich. Karoline Herfurt's Rolle nervt in der zweiten Hälfte des Films ein wenig, doch auch sie ist Klasse. Eine Fortsetzung der Geschichte wäre wirklich nicht schlecht. Es ist eine gute Alternative zur blutleeren Twilightsaga. Es gibt viele Hollywoodvampirfilme die "Wir sind die Nacht nicht das Wasser reichen können. Ich grüße die Schwester der Dunkelheit

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