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Widows - Erst die Ehe, dann das Vergnügen| Kritik

Kinostart
1998



Drei verheiratete Frauen überlegen, wie schön das Leben doch wäre, wenn man die lästigen Ehemänner los wäre. Wer denkt dabei nicht an den "Club der Teufelinnen", der im letzten Jahr eine große Anzahl (vor allem weiblicher) Kinobesucher so amüsiert hat? Leider hat Sherry Hormanns neuer Film "Widows" mit dieser Hollywood-Komödie nur die Grundidee gemeinsam, man kann ihm noch nicht einmal vorwerfen, ein schlechter Abklatsch zu sein.

Während die drei Gründerinnen des Clubs der Teufelinnen sich noch ziemlich originelle und unterhaltsame Methoden einfallen ließen, um sich ihrer besseren Hälften zu entledigen, wartet "Widows" hier mit eher geschmacklosen Ideen auf. Verheiratet sind die drei Grazien mit den Prototypen der fiesen bzw. langweiligen Ehemänner, nämlich einem Trinker, der Frau und Kinder schlägt und nebenbei eine Geliebte hat, einem eitlen Gockel, der nur sich selbst liebt und in seiner Frau lediglich ein hübsches Anhängsel sieht, um seine Erfindung, einen computergesteuerten Heimtrainer, zu verkaufen und dem liebenden Gatten, der aber leider 25 älter ist als seine Frau. Man kann die Damen verstehen, wenn sie sich vorstellen, wie schön es wäre, frei und unabhängig zu sein. Natürlich nur dann, wenn man auch das Vermögen des Gatten erbt und sich nicht selbst die Hände mit Arbeit - welch grauenhafte Vorstellung! - schmutzig machen muß. Einfach umbringen scheidet also aus, da muß subtiler vorgegangen werden.

Die eine versucht, den Herzallerliebsten fertigzumachen, indem sie eine fingierte Todesanzeige aufgibt, die alle Welt von seinem Ableben unterrichtet. Nicht besonders originell, hat auch nicht den gewünschten Erfolg. Die zweite stellt einen Fehler im Programm des Heimtrainers fest, der dazu führen kann, daß der Benutzer von den Gewichten erschlagen wird, bekommt im letzten Moment aber Gewissensbisse und versucht, dies dem Gatten noch mitzuteilen. Im Endeffekt kann sie doch nicht ohne Mann auskommen, auch wenn dieser sich wie ein Zuhälter verhält?! Die dritte erfährt, daß ihr Gatte (vermeintlich) bei einem Flugzeugunglück gestorben ist. Hier ist Platz für große Gefühle, denn schließlich ist er ein lieber Mensch, und das hat sie ihm nicht gewünscht. Diese Situation gipfelt in der wohl übelsten Szene des ganzen Films: Man kann noch verstehen, daß die drei versuchen, sich mit einem Drink zu beruhigen, daß sie sich alle drei betrinken und anfangen, hysterisch zu lachen, ist evtl. nach einer solchen Nachricht auch noch nachvollziehbar. Die Sequenz dehnt sich jedoch endlos, und nach spätestens einer Minute ist es nur noch peinlich, drei grölende, betrunkene Frauen auf der Leinwand zu beobachten. Die Gefühle bleiben außen vor, man ist nur noch peinlich berührt. Gefühle vermag "Widows" auch sonst kaum zu wecken, die Handlung dümpelt 90 Minuten lang vor sich hin, man wartet ständig, daß irgendeine überraschende Wendung im Geschehen eintritt, die aber nie erfolgt. Der abrupte Schluß soll wahrscheinlich ein künstlerischer Kniff sein, kam aber bei mir absolut nicht an.

Eine kurze Bemerkung zum Titel: Er ist absolut irreführend. Wir bekommen allenfalls die Ehe gezeigt, vom Vergnügen, das danach kommen soll, ist keine Spur auf der Leinwand zu sehen, denn just dort endet der Film. Etwas über die schauspielerischen Leistungen im einzelnen zu sagen, erübrigt sich. Sie waren durchweg schlecht, man hatte den Eindruck, ein drittklassiges Fernsehspiel auf der Leinwand zu sehen. Wo Sherry Hormanns letzter Film "Irren ist männlich" noch durch ein paar originelle Einfälle zu unterhalten vermochte, versagt "Widows" kläglich.

Fazit: platte, witzlose Komödie, die man sich tunlichst ersparen sollte. Schade um’s Eintrittsgeld und um die Produktionskosten.


Filmkritik von Monika Hübner

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