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Wickie auf großer Fahrt| Kritik 6/10

Kinostart
29.09.2011



Nach dem großen Erfolg von Wickie und die starken Männer (2009) folgt eine Fortsetzung, welche als 3D-Film konzipiert und produziert wird. Regie führt diesmal Christian Ditter, bekannt durch Vorstadtkrokodile und Vorstadtkrokodile 2.


Handlung

Vater Halvar (Waldemar Kobus) ist in Sorge. Er weiß, sein cleverer Sohn Wickie (Jonas Hämmerle) hat das Zeug zum echten Wikinger. Aber wann ist es so weit? Als Halvar jedoch eines Tages von dem schrecklichen Sven (Günther Kaufmann) entführt wird, ist Wickie gezwungen sich zu beweisen und seinen Vater zu retten.
In Vertretung des Häuptlings führt der junge Wickie die Dorfbewohner in Richtung Svens Burg. Moralische und tatkräftige Unterstützung erhält der Wikinger von Svenja (Valeria Eisenbart). Doch der Weg ist lang und beschwerlich und eigentlich hat es der schreckliche Sven auf einen geheimnisvollen Schatz abgesehen...


Filmkritik | Wickie auf großer Fahrt

Erinnern wir uns kurz zurück. Die Ankündigung, dass niemand geringeres als Michael „Bully“ Herbig die in Deutschland als Kult verehrte Zeichentrickserie „Wickie und die starken Männer“ verfilmen sollte, schlug hohe Wellen. Noch größer war das Interesse, als Herbig das Casting der Wikingersippe als öffentliches Castingevent zelebrierte. Das Ergebnis: Ein kindlicher Spaß, der es schaffte, den Geist der Vorlage einzufangen und gleichzeitig wie ein moderner Abenteuerfilm zu wirken. Ein Vergnügen irgendwo zwischen „Erik der Wikinger“ und „Die Goonies“. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich waren und somit war der Stapellauf des zweiten Teils „Wickie auf großer Fahrt“ beschlossene Sache.

Michael Herbig wollte sich neuen Herausforderungen stellen, weshalb Regisseur Christian Ditter („Vorstadtkrokodile“, „Vorstadtkrokodile 2“) das Steuer übernahm und sich auch gleich als Autor verantwortlich zeichnete. Aber der Wechsel hinterließ tiefe Spuren. Christian Ditter ist kein Michael Herbig, weder als Regisseur noch als Autor. Der Charme der Schauspieler und die kleinen Reminiszenzen an die beliebte Zeichentrickserie sind geblieben, aber der Funke, der auch Erwachsene in seinen Bann zog, lässt bis zuletzt auf sich warten. Zum einen liegt es an den biederen Dialogen, die den sympathischen Charakteren fast mit Gewalt in den Mund gelegt wurden. Zum anderen an dem fehlenden Feingefühl der Inszenierung. Zudem krankt  „Wickie auf großer Fahrt“ an den selben Symptomen, die auch vielen Animationsfilme abseits von Pixar zu schaffen machen. Dem unbedarften, filmisch ungeschulten Kinderauge mag mit oberflächlichem Witz und Tempo bezirzt werden können, aber um auch die Konzentration Erwachsener zu fesseln, sollte ein Film sich seiner selbst und seines Genres bewusst sein. Ein versierter Filmkenner erkennt aus dem Stand heraus, welche Stereotypen und Klischees vertretbar sind und welche tunlichst vermieden werden sollten. Eine Fähigkeit, die Ditter leider vermissen lässt.

Eine weitere Unfähigkeit des Regisseurs sollte der strukturelle Aufbau des Films offenbaren. Ditter verwendete für sein Wikingerabenteuer eine solch offensichtliche Steilvorlage, dass es gegen Ende hin schmerzt. Stünde der schreckliche Sven unter dem Banner eines Hakenkreuzes, trüge Halvar einen weißen, kurzgeschorenen Bart und Wickie eine Peitsche samt Schlapphut, man würde sich plötzlich in einer dreist zusammengestückelten Raubkopie von „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ wiederfinden. Es sind keine zufälligen Gemeinsamkeiten und auch lassen sich die Parallelen nicht bloß auf die weit verbreitete Hollywoodformel zurückführen, sondern hier wurde gezielt kopiert. Die Kinder wird es kaum stören, aber eine solche Einfallslosigkeit fordert spätestens beim erwachsenen Publikum seinen Tribut. Man muss nicht wissen woher man die Geschichte kennt. Es reicht das ernüchternde Gefühl des „Kennens“ - das nicht selten mit Langeweile einhergeht - um einen bitteren Beigeschmack zu entwickeln. Selbst Ralf Wengenmayrs Filmmusik, die im ersten Teil noch einen verspielten und abenteuerlustigen Ton traf, fehlt es nun an Glanz und Ausdruck.

Doch die zufriedenen Kinderaugen sprachen für sich. „Wickie auf großer Fahrt“ scheint den Geschmack der angestrebten Zielgruppe zu treffen. Dass dabei die elterliche Begleitung eher in die beplankte Röhre guckt - besonders im direkten Vergleich mit dem ersten Teil - muss wohl hingenommen werden. Aber wie schön wäre es gewesen, nicht erst auf den nächsten Pixarfilm warten zu müssen, um wieder mit den Kindern im Kanon lachen zu dürfen.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Wickie auf großer Fahrt

© Constantin Film

Kommentare


Nici7
26.12.2011, 20:58:26
Ich finde der zweite Teil ist sogar besser geworden als der erste. Christian at den Schauspielern mehr Freiraum zum Spielen gegeben.
Der zweite Film ist einfach lockerer und lustiger als der erste!
Ich fide die Wickie Filme sind die besten Filme, die ich je gesehen habe...
Freu mich schon auf den dreitten Teil!!!!!!
Siggi
13.10.2011, 15:17:12
Dieses Mal hatte Bully keine Zeit für die Regie. Diese übernham Christian Ditter. Ich hörte immer wieder, dass sich viele beschwert haben, das Michael "Bully" Herbig nicht mit macht und der Film deswegen nicht "gut" ist. Das ist Unsinn. Der Film besaß zwar den typischen Bully Charme und doch war er perfekt und amüsant, wie der esrte Teil. Ditter hat sich sehr viel Mühe gegeben und hat auch viel Komik reingebracht. Ein fantasisches Werk. Und mal ganz erlich, war früher nicht jeder vom Zeichentrickwickie begeistert, weil er eben spannend und abenteuerlich war. Er gefiel mir sogar besser als der erste Teil von Herbig. Christian Ditter, weiter so.....einfach perfekt und aufwendig hingekriegt!!!!! Einfach ein tolles Erlebniss für Jung und Alt !!!!
Prinzessin1311
13.07.2011, 23:24:34
Wieso hat Bulli bei dem Nachfolger Film nicht wieder Regie geführt?

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