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Whatever Works - Liebe sich wer kann| Kritik 8/10

Kinostart
03.12.2009



Handlung

Das von chronischem Pessimismus geprägte Weltbild des gescheiterten Physik-Professors Boris Yellnikoff (Larry David) wird noch schwerer erschüttert, als ihm vor seiner New Yorker Wohnung die junge Ausreißerin Melody (Evan Rachel Wood) in die Arme fällt. Mit naiver Selbstverständlichkeit quartiert sich die Schönheit aus Mississippi bei dem paranoiden Besserwisser ein und verliebt sich in ihn, was in eine ungleiche, aber erstaunlich erfüllte Ehe mündet. Doch die Ankunft von Melodys sittenstrengen Eltern (Patricia Clarkson und Ed Begley Jr.) stört die vermeintliche Idylle und führt zu einer chaotischen Kette von romantischen Verwicklungen, an deren Ende die Erkenntnis steht: Keine Konstellation ist zu absurd, wenn sie nur glücklich macht.


Filmkritik | Whatever Works - Liebe sich wer kann

In "Whatever Works" haben die Neurotiker ihre Couch-Lektion gelernt.

Der US-Filmemacher Woody Allen hält New York laut eigenem Bekunden für den einzig lebenswerten Ort der Welt, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis er von den in jüngster Zeit von ihm bevorzugten Drehorten London und Barcelona genug hatte. Mit der Komödie „Whatever Works“ ist er filmisch nun in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Auch thematisch wendet er sich wieder dem zu, was er wahrscheinlich immer schon für das einzig darstellungswürdige Genre des Kinos gehalten hat: die Beziehungskomödie. Als Alterswerk des im Jahr 1935 geborenen Regisseurs schließt „Whatever Works“ daher nahtlos an seine frühen Filme an. Was allerdings weniger einem altersweisen Rückblick auf das eigene Werk als vielmehr der Tatsache zu verdanken ist, dass Allen ein bislang unverfilmtes Skript aus den 1970er Jahren neu bearbeitet in Szene gesetzt hat. Selbst der Stadtneurotiker von einst wird in der Hauptfigur Boris (Larry David) wiederbelebt. Das wird alle Fans des historischen Woody freuen. Allerdings: Die neuen Neurotiker dürfen in „Whatever Works“ zeigen, dass sie alle ihre Couch-Lektionen gelernt haben.

Intellekt und Sinnlichkeit finden wie im richtigen Leben zueinander.

Aufgefrischtes Drehbuch aus der Schublade, alter Handlungsort aus frühen Erfolgsfilmen - bekannter Plot aus Ideenmangel? Letzteres wäre nach fast fünf Dutzend Filmen bei einem Autorenfilmer Mitte 70 sicherlich nicht verwunderlich. Doch Woody Allen wäre nicht die Ausnahmeerscheinung im US-Filmbusiness, die er nun seit fast einem halben Jahrhundert ist, wenn er sich als Autor und Regisseur nicht öfter mal neu erfinden würde. In welche neue Richtung er das alte Komödienthema Frau-Mann entwickelt hat, dokumentiert bereits der Titel „Whatever Works“. Bei Shakespeare hieß das „Wie es euch gefällt“ und meinte dasselbe. Probleme haben Woody Allens Filmpersonen vom leicht lebensmüden Alt-Gelehrten Boris bis zur schwer leichtfertigen Jung-Melodie (Evan Rachel Wood) nach wie vor genug miteinander. Aber Allen lässt seine Figuren nicht nur wie gewohnt viel und ermüdungsfrei reden. Sie dürfen handeln. Sie dürfen die Welt zu einem Ort machen, an dem sie sich wohlfühlen können, weil sie ihren Gefühlen folgen. Oder, wie Boris als Stimme aus dem Off die Zuschauer am Ende beschwingt beschwört: Findet heraus, was euch Spaß macht und tut es, was immer es ist. Weg frei also für ein süßes Happyend und eine Komödie, in der Intellekt und Sinnlichkeit zueinander finden dürfen. Übrigens eine durchaus autobiografische Komponente in diesem Film. Denn im richtigen Leben hat Woody Allen mit seiner 35 Jahre jüngeren Ex-Stieftochter sein Glück gefunden. Ganz getreu dem Filmmotto "Whatever Works".


Filmkritik von Gastautor

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Whatever Works - Liebe sich wer kann

© Central Film Verleih

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Steckbrief
Regie
Woody Allen

Darsteller
Conleth Hill, Ed Begley Jr., Evan Rachel Wood, Henry Cavill, Jessica Hecht, John Gallagher, Larry David, Michael Mckean, Patricia Clarkson

Genre
Komödie, Romantik

Tags
Liebe, New York
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Herstellungsland
USA




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