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What a Man| Kritik 5/10

Kinostart
25.08.2011



Handlung

Alex (Matthias Schweighöfer) ist 30 Jahre jung und ein durch und durch liebenswürdiger und domestizierter Mann. Als seine Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) jedoch eines Tages mit Jens (Thomas Kretschmann), dem harten Kerl aus dem zweiten Stock, durchbrennt und Alex auch noch aus ihrer gemeinsamen Wohnung wirft, bricht für ihn eine Welt zusammen. Erschöpft sucht er Trost und Unterschlupf bei seiner wunderbar chaotischen Freundin Nele (Sibel Kekilli), die zwar weiß, wie man Pandas rettet, aber in Sachen Beziehungen selbst noch nicht wirklich sortiert ist. Während Alex in Neles unordentlicher Wohnung über seine alte Beziehung sinniert, kommt er immer mehr ins Grübeln: Vielleicht müssen Männer doch harte Machos sein, im Stehen pinkeln und nur noch Moschus-Deo benutzen? Alex’ bester Freund „Okke“ (Elyas M'Barek), ein liebenswerter Möchtegern-Macho, würde diese Frage mit „Ja!“ beantworten. Er nimmt Alex an die Hand, um aus ihm einen „richtigen Mann“ zu machen. Leider misslingen seine Versuche und Exkursionen ins Reich des Testosterons kläglich, und auch ein mysteriöser, auf Selbstfindung im Wald spezialisierter Männer-Coach namens Volker (Milan Peschel) bringt keine Erlösung. Dennoch verändert sich Alex’ Blick auf die Dinge immer mehr: Vielleicht geht es für ihn gar nicht darum, ein anderer Mann zu werden, sondern die eine Frau zu finden, die ihn so liebt wie er ist?


Filmkritik | What a Man

Matthias Schweighöfer spielt also einen jungen Lehrer, der von seiner Freundin verlassen wird und sich nun mit seiner neuen Situation arrangieren muss. Die Story ist leider wenig innotiv und wirkt ziemlich abgegriffen. Schweighöfer selbst macht als Schauspieler seine Sache gut. Von seiner Figur lebt der gesamte Film. Aber ständig hat man als Zuschauer das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Vorstellbar ist, dass Schweighöfer ein wenig mit der Aufgabe überfordert war. Denn zum ersten Mal war er nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera verantwortlich.

Da sind zum Beispiel die Witze, die einfach nicht zünden wollen. Positiv anrechnen muss man dem Film, dass das Niveau nicht künstlich flachgehalten wird. Niveaulos ist lediglich der Grund für die Trennung des Paares. Wenn man sich schon beim Analsex mehrere Rippen bricht, sollten das nicht unbedingt die Krankenschwestern erfahren. Fäkalhumor bleibt ansonsten aber aus, der Film wirkt relativ einfühlsam, möchte sich dem Thema des Verlassenwerdens mitunter behutsam nähern. Doch da es sich hier immer noch um eine Komödie handelt, ist „What a Man“ nichts Halbes und nichts Ganzes. Frauen werden den Film aufgrund der dennoch zahlreich vorhandenen flachen Witze nicht ernst nehmen, Männer hingegen waren noch nie die Zielgruppe von Liebeskomödien. So wird sich der eine oder andere Mann zwar in Alex wieder finden und sich mit ihm identifizieren können, doch wahre Sinnsuche sieht anders aus.

Denn Alex versucht verschiedene Dinge, um mit seinem Schmerz umzugehen. Zum Beispiel tut er so, als wäre er ein arroganter Rapper, der keine Manieren hat. Das spielt er - wohl absichtlich - ziemlich schlecht. In solchen Albernheiten verliert sich der Film leider.

Für den Soundtrack zeichnet sich Matthias Schweighöfer ebenfalls verantwortlich, doch zu 100% zu überzeugen weiß dieser leider auch nicht. Ein paar tolle Nummern sind durchaus vertreten. Doch dann ertönt sie, immer wieder sie. Die Rede ist von Lena Meyer-Landrut. Wiederkehrendes Motiv in „What a Man“ ist eine verschlimmbesserte Version von Salt ´n´ Pepas 90er Jahre Hit „Whatta Man“. Damit hat sich Schweighöfer keinen Gefallen getan, denn nach 90 Minuten Film beschleicht den Kinogänger das Gefühl, man hätte einen überlangen Werbespot für Lenas neues Album gesehen.

Festzuhalten bleibt, dass der Film zwar einige gute Ansätze bietet, aber leichter auch viel Schlechtes. Letzteres überwiegt leider. Doch vergessen darf man nicht, dass es sich bei „What a Man“ um Matthias Schweighöfers Debüt handelt. Ein Meister ist schließlich noch nie vom Himmel gefallen. Sollte es mit der Karriere als Regisseur oder Produzent letztendlich nicht klappen, bleibt uns immer noch ein ausgezeichneter Schauspieler - das ist doch immerhin auch etwas.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

What a Man

© 20th Century Fox

Kommentare


Peter
12.12.2012, 18:34:29
Bleibt übrigens zur Fachkundigkeit des Autors noch anzumerken dass Lena mitnichten "eine verschlimmbesserte Version von Salt ´n´ Pepas 90er Jahre Hit „Whatta Man“" zum besten gibt.
Richtig ist vielmehr das Lena das Orginal von Linda Lyndell von 1968 covert. Das Salt'n Pepas dies 1994 in Form vom gesampelten Refrain für ein eigenes Rap-Stück 'verwurstet' haben hat mit der Version von Lena, die sich nahe am wirklichen Original orientiert, nicht viel gemein.
M. Häring
08.10.2011, 17:02:10
Ich finde die Kritik ziemlich negativ. Der Film ist klasse, man lacht viel, aber an einigen Stellen hat man doch Tränen in den Augen - die Musik ist nicht (wie hier beschrieben) auf Lenas Song reduziert, auch Marlon Roudette und Philipp Poisel mischen mit ihren wunderschönen Titeln mit und verleihen dem Film ein einzigartiges Gewand. Ich schaue mir 'What A Man' heute zum zweiten Mal an und allein schon die Zuschauerzahlen und die vielen begeisterten Fans sollten zeigen, dass Matthias Schweighöfer weder überfordert war noch einen 'überlangen Werbespot' für das Lena-Album gedreht hat.
Die Schauspieler sind großartig und der Film absolut empfehlenswert, wie ich finde, bringt er frischen Wind in die deutschen Kinos - denn in diesem Film ist keine einzige Stelle mit Til Schweiger enthalten, und ich finde das auch gut so.

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