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Westworld| Kritik

Kinostart
1973



Handlung

Findige Marketing-Strategen haben ein ganz besonderes Urlaubsparadies geschaffen: In Westworld kann der gestreßte Urlauber sich auf ungewöhnliche Art erholen und Dinge erleben, die er sein Leben lang nicht vergessen wird. Wer wollte nicht schon einmal Sheriff im Wilden Westen sein, die Freuden des antiken Rom erleben oder im Mittelalter einen schwarzen Ritter besiegen und dafür die Gunst der Königin erringen? Westworld macht möglich, was bisher Wunschtraum bleiben musste, da Zeitreisen in die Welt der Science Fiction gehören. Bei den Figuren, die den Touristen das Leben angenehm gestalten sollen, handelt es sich um extrem menschenähnliche, hochtechnisierte Roboter, aber die beste Technik ist bekanntlich nur so lange gut, wie sie auch funktioniert. Wenn durch einen technischen Defekt die Schaltkreise versagen, ist auch der menschlichste Roboter plötzlich nur noch eine Maschine...


Filmkritik | Westworld

Wer mit den Werken von Michael Crichton einigermaßen vertraut ist, kann sich wahrscheinlich schon denken, worum es in diesem Film geht. Der erste Gedanke, der mir dazu kam war: Dieser Mann hat eindeutig ein gestörtes Verhältnis zu Vergnügungsparks. Auch wenn in Westworld keine Dinosaurier Amok laufen wie 20 Jahre später in Jurassic Park, ist diese frühe Variante einer Geschichte, die vor den Folgen allzu großer Technisierung warnt, keineswegs blass und farblos. Im Gegenteil: Die Tatsache, dass es sich hier um menschliche Roboter handelt, die äußerlich nicht von wirklichen Menschen zu unterscheiden sind, macht die Vorstellung noch grauslicher. Stellen Sie sich vor, Sie werden von einem Revolverhelden - meisterhaft gespielt von Yul Brynner - verfolgt, der nur einen "Gedanken" hat, nämlich sie abzuknallen, und das allein deshalb, weil seine Schaltkreise durch einen totalen Stromausfall in der Kommandozentrale außer Kontrolle geraten sind. Man kann ihn nicht einfach töten wie einen Menschen, und er handelt mit der Präzision einer Maschine, kalt und motivlos. Den Vergnügungssüchtigen im alten Rom und in der mittelalterlichen Burg geht es derweil nicht besser, auch sie sind vom Stromausfall betroffen und der Schwarze Ritter denkt nicht dran, den Sieg seinem Kontrahenten zu überlassen. Aus dem Erholungsurlaub wird plötzlich ein Alptraum, brilliant inszeniert und beklemmend für den Zuschauer.

Viele Leute werfen Crichton vor, er sei technikfeindlich, was ich nie ganz nachvollziehen konnte. Seine Bücher und Filme geben vielmehr den Anstoß dazu, über die Gefahren nachzudenken, die der allzu naive Glaube an die Unfehlbarkeit der Technik mit sich bringt, ein Denkanstoß, der in der heutigen Zeit zumindest niemandem schaden kann. Dass er dabei eine teilweise blühende Phantasie entwickelt und auch nicht unbedingt zimperlich im Umgang mit Gewalt ist, dient nun einmal der Unterhaltung des Zuschauers oder Lesers, denn genau diesen Zweck soll ein spannender Film oder Roman letztendlich erfüllen.

Fazit: düstere Vision einer künstlichen Welt, wie sie hoffentlich niemals Wirklichkeit werden wird. Sehenswert.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Michael Crichton

Darsteller
Alan Oppenheimer, Dick Van Patten, James Brolin, Norman Bartold, Richard Benjamin, Victoria Shaw, Yul Brynner

Genre
Sci-Fi, Thriller, Western
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Herstellungsland
USA




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