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Werner - Eiskalt!| Kritik 3/10

Kinostart
23.06.2011

Die Comicfigur "Werner" aus der Feder des Zeichners Rötger Feldmann kommt zum fünften Mal auf die Leinwand. Der Comicband aus dem Jahr 1985 mit dem Titel "Werner - Eiskalt!" wird verfilmt und soll 2011 von Constantin Film vertrieben werden. Die Fans wird es freuen.

Handlung

Die Geschichte der lebenslangen Rivalität zweier Freunde. Schon im Kinderwagen liefern sich Werner und Holgi heftige Rennduelle. Und schon damals triumphiert Holgi, der betuchte Lümmel, ausgestattet mit bestem Material, über unseren Werner aus dem ärmeren Viertel. Jetzt will Werner, der ewige Zweite, endlich Revanche...


Filmkritik | Werner - Eiskalt!

Erst war er beinhart, dann wurde gekesselt, dann gab er volles Rooää, später überkam ihn schließlich das Kotzen - und mit ihm den Zuschauer. Das ist die Odyssee des Werners, wie wir ihn aus seinen Filmen kennen. Und wenn man von Werner spricht, so ist gleichzeitig natürlich auch von seinem Schöpfer und Alter Ego in Fleisch und Blut Rötger Feldmann alias “Brösel“ die Rede. Er ließ es sich nicht nehmen, bei der ersten Verfilmung des Kultcomics aus den 80er Jahren, eine tragende Rolle - nämlich sich selbst - zu spielen. Trotz oder gerade wegen den unfreiwilligen Trashqualitäten von Brösels „Schauspiel“ wurde „Werner Beinhart“ zum Publikumsrenner schlechthin. Die nachfolgenden Filme dagegen verkamen zusehends zu anachronistischen Blödel-Relikten einer längst zum Aussterben freigegebenen Art. Doch nun möchte Brösel mit „Werner Eiskalt“ den Beweis antreten, dass Werner den Sprung ins 21. Jahrhundert schaffen kann. Mangas mögen hipp sein, Superhelden cool, doch nur Werner ist... ja, was denn eigentlich?

Eines muss man vorweg „Werner Eiskalt“ lassen, den unfreiwillige Charme der Liveactionszenen, die nun wieder ihren Weg zurück in die Filmreihe fanden, wurden bis ins Letzte ausgereizt. Die Botschaft des Films ist unmissverständlich: Mit „Werner Beinhart“ hatten sie über 5 Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt, mit derselben Mixtur aus trotteligen Realszenen und zusammenhangslosen Blödelsketchen liegen weitere Millionen drin. Also tut Brösel wieder das, was er am besten kann: Brösel sein. Der Film besteht aus einer autobiografischen Rahmenhandlung, die Brösels tatsächliche Existenz widerspiegelt und zeigt, wie er von der Realität eingeholt wird. Werner als ein Comic-Dinosaurier, den niemand mehr lesen will. Erst als der große Meister stirbt, entdeckt die Welt wieder ihre Lust an den norddeutschen Großnasen, was eine erschütternde „Immer Ärger mit Harry“-Parodie in Gang setzt. Doch wo der erste Film noch echte zeichnerische Handarbeit bot, wird einem nun das Fürchten gelehrt. Die Animationen und der Look wirken wie keimfreie Flashanimationen mit aufgedrückten 3D-Elementen. Zugegeben, „Werner Beinhart“ glänzte anno dazumal auch nicht mit Technik und schauspielerischem Talent. Aber wie die Macher es schafften, diesen Film so unglaublich unlustig - man möchte fast sagen „Eiskalt“ - zu gestalten, bleibt wohl ein ewiges Rätsel des plattdeutschen Humors. Es beschleicht einem eine Ahnung, warum der Film vom Sommer 2010 auf 2011 verschoben wurde...

Werner Eiskalt“ ermöglicht einen traurigen Einblick in die deutsche Animationsbranche. Die deutsche Trickompany Filmproduktion, die alle vorherigen Werner-Filme produzierte und sich auch für „Das kleine Arschloch“ verantwortlich zeichnete, ging während der Produktion des Films insolvent. Die Realität gönnte den Verantwortlichen kein glorreiches Comeback, wie es Brösel in seinem filmgewordenen Wunschtraum widerfährt. Warum sollte sie, anstatt mit deutscher Handarbeit, besticht „Werner Eiskalt“ durch budgetbedingte Stillosigkeit, das halbe Dutzend chinesischer Animationsfirmen, das am Film beteiligt war, unterstreicht den Eindruck und sorgt für die letzten Nägel im Sarg der deutschen Animationsbranche. Ironie der Geschichte, Werner erlebt im Film einen feuchten Albtraum aus Angst, von modernen Mangas verdrängt zu werden und wird von der Prämisse gerettet, solange Produzenten Geld wittern, ist selbst ein Werner nicht Tod zu kriegen. Scheinbar haben Film und Realität doch was gemeinsam...


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Werner - Eiskalt!

© Constantin Film Verleih GmbH

Kommentare


marvin lang
05.02.2014, 14:31:24
er ist geil aber ich freu mich schon auf Werner eiskalt 3
Mario
17.12.2011, 23:26:03
Voller Erwartung habe ich diesen Film gesehen und war relativ zufrieden.

Nach "Beinhart" waren die Fortsetzungen meiner Meinung nach furchtbar und langweilig. Mit den Erinnerungen an den ersten Streifen und die zahlreichen Comics kam nach den ersten Brösel-Live-Szenen sofort wieder ein heimeliges vertrautes Gefühl auf und ich fühlte mich in vergangene Tage zurück gesetzt.

Wenn man den Film, ohne große kognitive Wallungen, einfach nur konsumiert und Etappen der eigenen History vom Wernersen-Mythos überschattet waren, hat man einen unterhaltsamen Kinoabend.

Nicht mehr aber auch nicht weniger!
Enttäuschung
28.07.2011, 02:07:31
Dieser Film ist die pure Enttäuschung! Das ist eine absolute Beleidigung. Hier wurde versucht einfach noch mal Kohle zu machen ohne Idee.
Sebastian
01.07.2011, 16:05:10
Hallo,

habe mir den Film bereits angesehen und muss jedoch sagen, dass er nicht gut ist. An die Wernerfilme vorher kommt er bei Weitem nicht ran, aber selbst meine minimalen Anforderungen hat er nicht einmal ansatzweise getroffen. Gerade die Kultfigur Walter Röhrich kam viel zu selten. Denn gerade bei ihm, muss man immer lachen. Jedoch auch die Realisierung zwischen Zeichtrick- und Realfilmfrequenz war nicht gelungen. Viel zu selten kam der Zeichentrick zum Vorschein. Sodass der echte Wernerkult nicht zum Vorschein kam. Meiner Meinung nach, lohnt es nicht diesen Film zu sehen, denn er enttäuschte in allen Belangen.
Thomas
24.06.2011, 17:37:12
Hi ihr Rocker ich hoffe ihr macht noch weiter mit Werner filmen. Das war voll der kracher. Also Prosst.

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