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Wer ist Hanna?| Kritik 7/10

Kinostart
26.05.2011



Handlung

Hanna (Saoirse Ronan) ist zwar noch ein Teenager, aber unterscheidet sich stark von anderen jungen Mädchen ihres Alters: Sie verfügt bereits über die Stärke, Ausdauer und Fähigkeiten eines Soldaten. Ihr Vater (Eric Bana), ein ehemaliger CIA-Agent, hat sie in der Wildnis von Finnland großgezogen und alles daran gesetzt, sie durch jahrelanges Training zu einer perfekten Killerin zu machen. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden erfährt Hannas Leben einen dramatischen Wendepunkt, als ihr Vater sie auf eine Mission hinaus in die Welt schickt. Heimlich reist sie quer durch Europa. Dabei muss sie Agenten entwischen, die eine skrupellose Geheimdienstleiterin (Cate Blanchett), die selbst einige Geheimnisse zu verbergen hat, auf Hanna angesetzt hat. Als sie sich ihrer ultimativen Zielperson nähert, wird Hanna plötzlich mit verblüffenden Enthüllungen über ihre eigene Existenz und unerwarteten Fragen über ihre Menschlichkeit konfrontiert.


Filmkritik | Wer ist Hanna?

Regisseur Joe Wright liebt die Abwechslung. Er begann einst mit einer souveränen aber verhältnismäßig konventionellen Buchverfilmung des Jane Austen Klassikers „Stolz & Vorurteil“, die mit ihrer Besetzung glänzte, das Können des Regisseurs aber nur sehr subtil repräsentierte. Anschließend folgte „Abbitte“, ein Film der dagegen wie ein Lauffeuer den Namen Joe Wright in alle Himmelsrichtungen schrie. Hier bewies der Filmemacher, dass er nicht bloß Schauspieler führen konnte, sondern es auch verstand, komplexe Handlungsstrukturen in eine verständliche und poetische Bildsprache umzuwandeln. Mit „Der Solist“ verließ er dann endgültig die konventionellen Genrepfade und lieferte ein schwer erfassbares Künstler/Außenseiter/Autistendrama ab und zeigte endgültig, dass er zwar die klassische Hollywoodschule genoss, aber insgeheim sich abseits der Wege wesentlich wohler fühlt.

Diesen Eindruck vermittelt Joe Wright auch mit seinem jüngsten Filmkind, der nach außen hin zarten und unschuldigen Hanna - einer etwas unbeholfenen Mischung aus einem rüden Agentenfilm nach alter Schule mit starken Bourne-Anleihen und einer einfühlsamen Coming-of-Age-Geschichte. Und so, wie in Hanna zwei gegensätzliche Seiten ihrer selbst toben - ihre konditionierte Killer- und ihre heranwachsende Mädchenseite - entwickelt sich auch eine vergleichbare Hin- und Her-Dynamik zwischen den Agentenelementen und dem emotionalen Selbstfindungs- und Reifungsprozess. Joe Wrights poetische und intime Handschrift ist dabei in beiden Elementen allgegenwärtig, was jedoch die Härte aus dem Film nimmt und sich besonders mit den klassischen, fast altmodischen Actionszenen beißt. Generell gibt es weit weniger Actionszenen, als es der Trailer suggeriert, was aber mehr Raum für die Schauspieler lässt, insbesondere zu Gunsten von Saoirse Ronan und Jessica Barden - die genauso wunderbar wie verzogen in „Immer Drama um Tamara“ zu sehen war - ausfiel. Die beiden Mädchen schufen dadurch abseits der eigentlichen Agentenhandlung einige der schönsten Szenen des Films.

Ein immenser Kontrast dazu bildet das akustische Experiment der Chemical Brothers. Der Score der beiden Electrokünstler gibt sich weder altmodisch noch subtil noch einfühlsam, sondern schmettert die bewährten Beats aus den Lautsprechern. Es scheint wie eine Hassliebe zwischen Soundtrack und Film zu entstehen: An manchen stellen knechtet der Score die Bilder praktisch nieder, nur um einen Augenblick später wieder in völliger Harmonie mit den Charakteren zu agieren. Die Chemical Brothers dachten sich zweifelsfrei, was Daft Punk („Tron - Legacy“), Massive Attack („Unleashed - Entfesselt“) oder Sigur Rós („Ondine“) können, würden sie erst recht beherrschen. In dieser Hinsicht passt die Handschrift der beiden Musiker wie die Faust auf Hannas zarte Augen.

Wer ist Hanna?“ ist ein Film, den man erst etwas setzen lassen sollte, trotz oder wegen seines ungeschliffenen und unausgewogenen Zustandes. Joe Wright ist kein runder, noch sehr harmonischer Film gelungen, sondern ein Versatzstück aus altmodischem Actionfilm, modernem Märchen und einem Mädchen, das dem bösen Wolf die Oma mit einem Messerstich aus dem Bauch reißt. Dass der Film nicht vollends zündet, liegt vielleicht auch am Fehlen einer finalen Erfüllung. Der Drang, alles zum Guten wenden zu wollen, ist ein trauriges Hollywoodklischee und gerade Wright hat mit „Abbitte“ gezeigt, dass herausragende Werke von pessimistischer Ironie aufgewertet werden können. Doch manchmal sind Klischees nötig, um besonders in Märchen die Heldin und ihr Gefolge nicht gebrochen zurück zu lassen - und damit den Zuschauer selbst.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Wer ist Hanna?

© Sony Pictures Releasing

Kommentare


Manuel
21.12.2011, 23:20:56
@ Bella:
- weniger Wahnsinn
- mehr Rechtschreibung
hanna
09.12.2011, 11:09:18
Es wird einmal ein Wunder geschehen,
dann werden Sörscha uns Sarah sich wiedersehen!

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Ich bin eine Stimme, die leise erklingt,
und Glück in das Herz eines Einsamen bringt ...

***

Durch den Äther, durch die Welt,
die von Sonnenglanz erhellt,
klingt meine Stimme --
durch der Städte bunter Pracht,
durch die sternenklare Nacht,
klingt meine Stimme --
Und kommt sie in ein stilles Haus,
dann ruht sie gern ein Wenig aus.

Ich bin eine Stimme, die leise erklingt,
und Glück in das Herz eines Einsamen bringt ...

***
Ich bin eine Stimme, so tief und so rein,
ich singe von Liebe, von Sehnsucht und Pein,

Hm ...

Man sehnt sich so oft, das ein Wunder geschieht,
doch die Sehnsucht wird müd', so müd' wie mein Lied.

Ich bin eine Stimme, so Stimme die singt,
die Liebe verkündet und leise verklingt ...
Bella
05.10.2011, 22:08:40
Was ich mich fragte war wieso diese doofe CIA agentin eine Mutter erschisste und dann hinter der Tochter her ist. Werden in Zukunft solche wenn es die wirklich gib, solche mutierten Menschen gejagt und getoet? Und das im geheimen von diesen Geheimagenten Idioten? Und wieso sollte das eine Deutsche sein, was dachte sich dieser Schreiberling Seth im alter von 20 Jahren waehrend der Film Uni? Was fuer dunkle Fantasie hatte er und ich dachte ich hab verrueckte Fantasien, jedoch scheint es immer noch bescheuerte zu geben. Ein Anti-german Propaganda Film, Idee. frage mich was andere dann ueber kleine deutsche Maedchen denken wenn die sich als Deutsche zu Erkenntnis geben? schonmal so was mit bekommen im Ausland? Ich habs, die Menschen moegen es schoene deutsche Maedchen runter zu ziehen und deutsche allgemein. So was kann ganz schoen gefaehrlich werden. Aber Deutsche Filmindustrie macht ja mit und vermeitet seine Ateliere und erlaubt die schlimmsten Teile Berlins zeigen zu lassen. Schoene Ortschaften oder Teile grosser Staedte werden kaum gezeigt. Und wieso sollen Nazi Typen hinter einem Maedchen hersein das speziell ausgebildet ist, das passt doch nicht?
Wieso und nochmals, wieso kann man eine geschichte so einfach hindrehen in dem man einfach mit Kanonen schnell eine Schluss Strich dreht und sonst nichts auf zu weisen hat. Wieso wollte ein Deutscher den perfeckten Soldaten? In den Achtzigern und wieso soll er gegen Amerika sein wurde auch nicht erklaert. Ich finde eher das dieser Film einen anstachelt sich schwerstens Gedanken zu machen gegen diese Laender wie Amerika, UK und Canada die ja den Krieg gewonnen hatten und meinen das Recht sich nehmen zu koennen Propaganda an die Massen los zu lassen.

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Steckbrief
Regie
Joe Wright

Darsteller
Álvaro Cervantes, Cate Blanchett, Eric Bana, Jason Flemyng, Michelle Dockery, Olivia Williams, Paris Arrowsmith, Saoirse Ronan, Tom Hollander, Vicky Krieps

Genre
Abenteuer, Action, Drama
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Herstellungsland
USA, Großbritannien, Deutschland




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