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Wenn Liebe so einfach wäre| Kritik 7/10

Kinostart
21.01.2010



Handlung

Nach über einem Jahrzehnt der Trennung pflegt die erfolgreiche Bäckereibesitzerin und Mutter drei erwachsener Kinder Jane (Meryl Streep) eine mittlerweile freundschaftliche Beziehung zu ihrem Ex-mann Jake (Alec Baldwin). Doch nach der College-Abschlussfeier ihres gemeinsamen Sohnes flammen alte Gefühle wieder auf. Erst eine heiße Nacht und dann eine leidenschaftliche Affäre der Ex-Ehepartner nimmt wirbelnd ihren Lauf. Da Jake inzwischen mit der deutlich jüngeren Agness (Lake Bell) verheiratet ist, nimmt jetzt ausgerechnet Jane die Rolle der "anderen Frau" ein. Als wäre das noch nicht kompliziert genug, begibt sich dazu auch noch der geschiedene, überaus solide und liebenswerte Innenarchitekt Adam (Steve Martin) mitten ins Kreuzfeuer dieser neu entfachten Romanze.


Filmkritik | Wenn Liebe so einfach wäre

Nein, auch mit ihrem jüngsten Film „Wenn Liebe so einfach wäre“ macht sie es einem nicht leicht, die US-amerikanische Regisseurin und Drehbuchautorin Nancy Meyers! Einerseits erzählt sie wunderbare Geschichten ("Was das Herz begehrt" zum Beispiel lebt von der Wandlung eines alternden Womanizers in einen gereiften Familienmenschen, wunderbar gespielt von Jack Nicholson) – doch die Verpackung der Geschichten, ihre Inszenierung, lässt die Meyers‘schen Ideen abdriften in Beliebigkeit: Habt ihr, möchte man ein übers andere Mal die Akteure fragen, wirklich keine anderen Probleme, als miteinander ins Bett zu kommen? Haben sie nicht - obwohl die Plots genügend Material bieten würden.

Verpasste Chancen
Jane und Jake, beide im zeitlosen Alter von Ü50, lassen sich auf eine Affäre ein – zehn Jahre nachdem ihre gemeinsame Ehe geschieden worden ist. Es gibt drei halbwegs erwachsene Kinder, Jake hat mit Agness eine deutlich jüngere Frau geheiratet, die Pedro mitgebracht hat, ihr tyrannisches Kleinkind. An Jake also nagt die Gegenwart – an Jane die Vergangenheit, denn noch hat sie Ehe und Scheidung nicht wirklich hinter sich gelassen.

Das riecht nach Drama, aber Meyers hat, was sie besonders gut kann, eine Komödie geschrieben – wenn auch mit Schwächen: Sie verpasst Gelegenheiten, ihrer Geschichte um Jane und Jake Unsterblichkeit zu verleihen.

Agness (gespielt von Lake Bell, u. a. "Das Gesetz der Ehre") zum Beispiel findet über die neurotische Rolle hinaus keinen Ansatzpunkt. Sie darf gegen Jane sticheln, eine große Schultertätowierung zeigen und Jake ins Bett zwingen, weil sie unbedingt ein Kind mit ihm will und just in diesem Moment das Ei springt. Was hätte das für ein Film werden können, wenn Meyers die Rolle der Agness mit Profil ausgestattet hätte! Ihr Leben eingehaucht hätte statt Stereotypie! Wenn Agness hätte wüten dürfen, nicht weil sie zickig ist, sondern weil sie verletzt wurde. Verletzt durch Jake. Und durch Jane, die sich jetzt in Agness‘ Ehe schleicht, wie Agness vor zehn Jahren in Janes Ehe eingebrochen ist. Chance vertan, an der Oberfläche geblieben.

Was übrig bleibt
Die Schwächen des Drehbuchs werden gemildert durch erstklassige Schauspieler, allen voran Meryl Streep als Mutter, Ex-Frau und Bäckereibesitzerin Jane! Selbst wenn die Kamera nur ihr Gesicht zeigt, erzählt das mehr, als anderen an Schauspielerei im Laufe eines ganzen Films möglich ist. Streep ist Dreh- und Angelpunkt, neben ihr pendelt Alec Baldwin als Jake zwischen Lust und Reife, und der im Kampf um Janes Gunst auftauchende Architekt Adam (Steve Martin) darf dann den soften Männertyp mimen. Nicht wirklich schlecht, aber leider Klischee. Insgesamt also zwei unbeschwerte Stunden mit einer herausragenden Streep, doch wegen der dramaturgischen Schwächen erhält „Wenn Liebe so einfach wäre“ nur 7 von 10 Punkten.


Filmkritik von Gastautor

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Wenn Liebe so einfach wäre

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