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Wag the Dog| Kritik

Kinostart
1997



Handlung

Was tun, wenn die Wahlen vor der Tür stehen und der Präsident der Unzucht mit einer Minderjährigen beschuldigt wird? Findige Berater (Anne Heche und Robert De Niro) haben die Lösung gefunden: Nichts lenkt die Öffentlichkeit mehr von einem solchen Geschehen ab als ein plötzlich ausbrechender Krieg. Schwierig wird es, wenn gerade kein Krisenherd vorhanden ist und alle Welt friedlich zu sein scheint. Aber auch hier kann Abhilfe geschaffen werden: Man engagiert einen Produzenten aus Hollywood (Dustin Hoffman) und "inszeniert" eben selbst einen Krieg, in diesem Fall mit Albanien. Warum ausgerechnet Albanien, fragt man sich wahrscheinlich zu Recht. Nun, bei einem nicht wirklich existierenden Krieg ist es natürlich wichtig, eine Nation als potentiellen Gegner zu wählen, über die so gut wie niemand wirklich etwas weiß. Albanien ist für die meisten Amerikaner ein obskures Land in Europa, das sich gegen den Rest der Welt abkapselt und somit der ideale Kandidat für einen Krieg, denn solche Leute können doch nur finstere Gedanken hegen - oder etwa doch nicht?!


Filmkritik | Wag the Dog

Es ist schon eine Ironie des Schicksals, daß der Film ausgerechnet in etwa zur Zeit der Clinton-Affäre in die Kinos kam. WAG THE DOG entstand nach dem 1993 erschienenen Roman "American Hero" von Larry Beinhart, von der Buchvorlage ist jedoch nur die Grundidee erhalten geblieben, nämlich einen Krieg von Hollywood inszenieren zu lassen, um die Wiederwahl des Präsidenten zu sichern. Während Beinhart in seinem Roman den Golfkrieg als von den Medien inszeniertes Spektakel präsentiert, bekommt der Zuschauer hier einen neuen Krisenherd serviert, der mit allen Mitteln der (Film)Kunst aufbereitet wird. Der bissig satirische Ton des Buches spiegelt sich auch im Film wider, und die Verwicklungen, die die vermeintliche kriegerische Auseinandersetzung zwischen den USA und Albanien nach sich zieht, sind immer wieder für vergnügliche Situationen und Verwicklungen gut. Ernst nehmen sollte man in diesem Film so gut wie nichts - oder im Gegenteil etwa doch?!

Die Macht, die die Medien über die Öffentlichkeit ausüben, wurde jüngst schon einmal demonstriert, nämlich in Costa-Gavras'  "MAD CITY", der vor einigen Wochen in den deutschen Kinos zu sehen war. Auch in WAG THE DOG wird deutlich, welche Zerrbilder eine falsche Berichterstattung schaffen kann. Ein besonders groteskes Beispiel ist die "Schaffung" eines vermeintlichen Kriegshelden, der mit allen Ehrungen ausgestattet werden soll, die die Regierung zu bieten hat. Dummerweise entscheidet man sich dafür, keinen Schauspieler zu engagieren, der vielleicht später einmal ausplaudern könnte, welche Rolle er gespielt hat, sondern für einen Sträfling. Noch dazu einen Geisteskranken, der keine Ahnung davon hat, welch ehrenvolle Funktion ihm zukommt. Die Vermutung, daß das nicht gutgehen kann, liegt nahe, und so kommt es wie es kommen muß. Der Held kommt durch eine Verwicklung unglücklicher Umstände zu Tode, aber selbst davon profitiert man letztlich, nämlich indem man ihn mit allen Ehren bei einem Staatsbegräbnis beisetzt. Voilà, man hat letztendlich durch den nicht geplanten Zwischenfall ein Problem weniger... Bleibt noch der Produzent als unbequemer Mitwisser, aber auch für ihn findet man schließlich eine befriedigende Lösung. Und was wird aus den Albanern? Wer sehen will, wie Ereignisse sich (unbeabsichtigt) verselbständigen können, sollte sich WAG THE DOG im Kino ansehen, es lohnt sich nicht nur wegen der brillianten Darsteller.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Barry Levinson

Darsteller
Andrea Martin, Anne Heche, Denis Leary, Dustin Hoffman, Kirsten Dunst, Robert De Niro, Willie Nelson

Genre
Drama, Komödie
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Einspielergebnis
64 Mio. US-Dollar (weltweit)



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