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Volcano| Kritik

Kinostart
1997



Handlung

"The Coast is Toast" und "Heißer als die Hölle" versprechen die Werbeslogans. Nun, getoastet wird allenfalls Los Angeles, und das noch nicht einmal zu 100 Prozent. Tommy Lee Jones, der im Saal nebenan noch dabei ist, als MAN IN BLACK die Welt vor dem Abschaum des Universums zu retten, hat es in VOLCANO lediglich mit der Rettung einer einzigen Stadt bzw. seiner halbwüchsigen Tochter zu tun. Womit auch schon gesagt ist, worum es in diesem Film geht: Mitten In L.A. bricht ein bisher unbekannter Vulkan aus und legt die Stadt (teilweise) in Schutt und Asche. 90 Minuten lang wird dem Zuschauer gezeigt, was Lavaströme in einer Großstadt anrichten können, bis Mike Roark (Tommy Lee Jones) die rettende Idee hat, die Lava in den Pazifik umzuleiten, wonach der Film ein hollywoodgerechtes Happy End findet.


Filmkritik | Volcano

VOLCANO ist nach DANTES'S PEAK der zweite Vulkanfilm in diesem Jahr. Die Kulisse ist um einiges spektakulärer, zumindest mag es so mancher als prickelnder finden, dabei zuzusehen, wie L.A. zerbröselt wird, anstatt eine nichtssagende Kleinstadt irgendwo in den Cascades. Eine spektakulärere Kulisse ist jedoch noch kein Garant für einen besseren Film. Haben die Macher von DANTES'S PEAK noch versucht, ihren Vulkanausbruch so realistisch wie möglich zu gestalten, so wurde bei VOLCANO noch nicht einmal der kleinste Versuch in dieser Richtung unternommen. Alles ist auf Show und Special Effects ausgelegt, wozu zu sagen ist, dass die SF/X in DANTE'S PEAK (z.B. der pyroklastische Strom) aufgrund ihres Realismus weitaus beeindruckender sind als die riesigen Lavaströme in VOLCANO. Auch der ständig niedergehende Ascheregen wirkt ausgesprochen unrealistisch; es sieht in etwa so aus, als hätte man Tausende dieser neuen, recyclingfähigen, mit Altpapierschnitzeln gefüllten Luftpolsterversandtaschen entleert und ihren Inhalt über L.A. ausgeschüttet. Auch die Lava wirkt nicht immer überzeugend, egal, wie viel Mühe sich die für die Computereffekte verantwortlichen Programmierer auch gegeben haben mögen. Außerdem fließt sie stellenweise viel zu schnell, um realistisch zu sein.

Originell in VOLCANO ist lediglich die Idee, den Vulkan in den Teergruben von La Brea ausbrechen zu lassen, was zwar vom geologischen Standpunkt aus gesehen völlig absurd ist, aber Hollywoods Trend für die Zerstörung touristischer (und anderer) Sehenswürdigkeiten folgt. Die Tar Pits sind bekanntlich eine weltberühmte, pleistozäne Fossilienlagerstätte. Schade um die vielen Knochen, die dort wahrscheinlich noch zu holen sind.

Etwas lächerlich wirkt die Szene, in der in einer Tierklinik diverse (Haus)tiere verarztet werden, u.a. auch eine Schlange. Wahrscheinlich hätten die Filmemacher Ärger mit dem Tierschutzverein bekommen, hätten sie nicht gezeigt, dass man trotz Katastrophe und vielen Toten auch ein Herz für die vierbeinigen Lieblinge hat. Wer also gehofft hat, VOLCANO würde in diesem Punkt vom allgemeinen Schema abweichen, der wird enttäuscht: Gegrillter Hund wird auch diesmal nicht serviert.

VOLCANO ist also eigentlich nur eingefleischten Fans des Genres Katastrophenfilm zu empfehlen. Wer einen realistischen Vulkanausbruch in einem Hollywoodfilm sehen will, der sollte sich lieber DANTE'S PEAK ansehen; wer Lava sehen will, der sollte zu einem NATIONAL GEOGRAPHIC-Video greifen, oder noch besser gleich zu einem Film von Katia und Maurice Krafft.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Mick Jackson

Darsteller
Anne Heche, Don Cheadle, Gaby Hoffmann, Jacqueline Kim, John Carroll Lynch, Keith David, Michael Rispoli, Tommy Lee Jones

Genre
Action, Drama

Tags
Los Angeles
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Budget
90 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
122 Mio. US-Dollar (weltweit)



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