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Verlockende Falle| Kritik

Kinostart
1999



Deutsche Übersetzungen von englischen Filmtiteln haben oft den Ehrgeiz, mehr Informationen über den Film liefern zu wollen als der Originaltitel. So wurde hier aus der lapidaren "Falle" eine "verlockende Falle". Verlockend für wen? Für den Zuschauer? Wohl eher für den männlichen Hauptdarsteller, der sich von seiner blutjungen Partnerin anscheinend nur allzu gern um den Finger wickeln lässt. Letztere leidet ganz offensichtlich nicht unter einem Vaterkomplex, sondern unter der Steigerungsform, die man nur noch als "Großvaterkomplex" bezeichnen kann. Aber schließlich beträgt der Altersunterschied zwischen den Darstellern nur rund 40 Jahre, da knistert die Erotik, und den männlichen Kinobesuchern wird diese äußerst realistische Kombination sowieso nicht auffallen, da sie zwei Stunden lang damit beschäftigt sein werden, Catherine Zeta-Jones auf den knackigen Hintern und die langen Beine zu starren.

Erstaunlich, dass unter diesen Voraussetzungen trotzdem noch ein leidlich spannender Film zustande gekommen ist. Die korrekte Versicherungsangestellte Gin Baker (Catherine Zeta-Jones) soll dem Juwelendieb Robert MacDougal (Sean Connery) das Handwerk legen, entpuppt sich innerhalb kürzester Zeit jedoch selbst als Meisterdiebin. Statt Mac ans Messer zu liefern, heuert sie ihn für ihren nächsten großen Coup an. Und weil es so schön geklappt hat, soll er ihr bei ihrem nächsten Vorhaben, mit Hilfe des Millennium-Bugs an Silvester 1999 eine Bank um mehrere Milliarden Dollar zu erleichtern, ebenfalls behilflich sein. Hier gerät das Duo jedoch in Teufels Küche, und der Zuschauer bekommt eine Verfolgungsjagd in bester James-Bond-Manier geliefert.

Allzu genau sollte man nicht hinsehen, sonst fallen einem schon während des Films (und nicht erst bei späterem längerem Nachdenken) Handlungslöcher auf, die so groß sind, dass man bequem mit einem Lastwagen hindurchfahren könnte. Aber wer gibt bei einem solchen Film schon viel auf Logik, unterhalten soll er und die Zuschauer für zwei Stunden in eine andere, wenn auch recht irreale Welt entführen. Seit seinen Zeiten als James Bond scheint Sean Connery jedoch eher auf dem absteigenden Ast zu sein, denn wie sollte man es sonst erklären, dass seine Partnerinnen von Film zu Film jünger zu werden scheinen? Eigentlich schade, dass ein so guter Schauspieler offensichtlich nur noch mittelmäßige Rollen angeboten bekommt; die Zeiten, in denen er zeigen konnte, was er kann, sind scheinbar vorbei. Da die Rolle nur mäßig ist, passt er sein Spiel an diese Gegebenheit an und liefert nur eine mäßige Vorstellung ab. Aber vielleicht reicht es noch nicht ganz für die Rente, bleibt nur zu hoffen, dass uns nicht noch mehr dieser Großvater/Enkelin-Idyllen ins Haus stehen, es wäre wirklich schade.

Fazit: Ein Film, der hauptsächlich männliche Kinobesucher ansprechen dürfte - als Ersatz für teure Special Effects dürfen sie Catherine Zeta-Jones bei ihren akrobatischen Kunststückchen zusehen und ihre Kurven bewundern. Für die Frauen bleibt nur die Erinnerung an einen ehemals großartigen Sean Connery übrig.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Jon Amiel

Darsteller
Catherine Zeta-Jones, Eric Meyers, Kevin McNally, Madhav Sharma, Maury Chaykin, Rolf Saxon, Sean Connery, Tim Potter, Ving Rhames, Will Patton

Genre
Romantik, Thriller
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA, Großbritannien, Deutschland

Alternativ- bzw. Originaltitel
Entrapment

Budget
66 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
212 Mio. US-Dollar (weltweit)



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