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Verblendung (US)| Kritik 8/10

Kinostart
12.01.2012



Das US-ameerikanische Remake der Verfilmung von Stieg Larssons Buch "Verblendung" aus seiner Millennium-Trilogie. 2009 ist bereits eine schwedisch-deutsche Verfilmung des Stoffs erschienen.


Handlung

Mikael Blomkvist (Daniel Craig) ist ein investigativer Wirtschaftsjournalist, der fest entschlossen ist, seine Ehre wieder herzustellen, nachdem er wegen übler Nachrede verurteilt wurde. Er wird von einem der reichsten Industriellen Schwedens angeheuert, Henrik Vanger (Christopher Plummer): Blomkvist soll herausfinden, was hinter dem Verschwinden von Vangers geliebter Nichte Harriet steckt – Vanger vermutet, dass sie von einem anderen Familienmitglied ermordet wurde. Der Journalist reist zum Familiensitz auf einer unwegsamen Insel an der in Eis getauchten schwedischen Küste, unsicher, was ihn dort erwarten wird. Gleichzeitig wird Lisbeth Salander (Rooney Mara), eine ungewöhnliche aber geniale Detektivin der Sicherheitsfirma Milton Security, angeheuert, in Blomkvists Leben herumzuschnüffeln, was letztlich dazu führt, dass sie Blomkvist dabei hilft herauszufinden, wer verantwortlich für den Mord an Harriet Vanger ist...


Filmkritik | Verblendung (US)

Männer, die Frauen hassen“, so lautet die wörtliche Übersetzung des Originaltitels und des Titels der Romanvorlage von Stieg Larsson, und das feministisch geprägte und gleichzeitig düstere Weltbild des Autors, der 2004 noch vor der Veröffentlichung des Romans (und zweier Fortsetzungen) verstarb, wird dem Zuschauer hier geradezu ins Gesicht gerieben: Männer als Täter, Frauen als Opfer, zwei sehr ambivalente Hauptfiguren, und das alles in grauen, verregneten Landschaften. Es erscheint recht passend, dass David Fincher, dessen Thriller „Sieben“ aus dem Jahr 1995 diesen Film ein ganzes Stück weit beeinflusst haben dürfte, nun die Neuverfilmung von Larssons Roman inszenierte.

Die schwedische Verfilmung aus dem Jahr 2009, bei der Niels Arden Oplev Regie führte, existiert in zwei verschiedenen Fassungen: der zweieinhalbstündigen Kinoversion und einer dreistündigen Fassung, die im Fernsehen lief und auf DVD erschienen ist. Trotz der Länge bleibt „Verblendung“ bis zum Ende ein spannender Film, was — neben der dichten Atmosphäre — einer verschlungenen Handlung, in der es um sexuelle und rechtsradikale Gewalt geht, und komplexen Charakteren zu verdanken ist — vor allem der weiblichen Hauptfigur, der Hackerin Lisbeth Salander, die von Noomi Rapace sehr überzeugend dargestellt wird.

Darin, dass Handlung und Charaktere nicht durchgehend so vielschichtig sind, liegen dann leider die Schwachpunkte des Films: Nachdem man der Geschichte um einen mehrere Jahrzehnte zurückliegenden Mordfall über zwei Stunden lang gefolgt ist, wirkt die Auflösung — die hier natürlich nicht verraten werden soll — doch etwas enttäuschend, zumal im Finale ein ärgerliches Thriller-Klischee aufgefahren wird. Und die Szenen, in denen Lisbeth Salander als Opfer von Machtmissbrauch gezeigt wird, wirken zwar verstörend, doch verfällt der Film ausgerechnet hier in ein solch plakatives Gut-Böse-Schema, dass er es dem Zuschauer zu einfach macht, sich vom Geschehen zu distanzieren und zu sagen: „Das ist alles viel zu dick aufgetragen. Sicherlich passieren solche Sachen auch in der Realität, aber nicht so, wie es hier dargestellt wird.

Doch trotz der gelegentlichen Schwarzweißmalerei und des etwas schwachen Finales ist „Verblendung“ ein gut gespielter und mitreißender Film, der neugierig auf die Fortsetzungen macht — oder, falls man sie noch nicht kennt, darauf, die Romane zu lesen.


Filmkritik von Gastautor

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Deutschland, Großbritannien, Schweden, USA

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