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Vater Morgana| Kritik 7/10

Kinostart
16.12.2010



Handlung

Lutz (Christian Ulmen) hat den Heiratsantrag bis ins Detail geplant: Auf der Firmenfeier will er Annette (Felicitas Woll) die Frage aller Fragen stellen. Doch just in dem Augenblick steht urplötzlich sein Vater Walther (Michael Gwisdek) neben ihm – wie eine Fata Morgana. Als Lutz ein Kind war, verschwand der Vater immer dann, wenn er ihn brauchte – und in den letzten Jahren hat Walther sich gar nicht mehr blicken lassen. Darüber war Lutz durchaus nicht unglücklich, denn wo immer sein Vater auftauchte, sorgte er für Chaos. Auch diesmal dauert es nur Sekunden, bis Lutz’ Leben total auf dem Kopf steht.
Doch Walther scheint das nicht zu stören – offenbar kann er sich nicht einmal mehr erinnern, was er am Tag zuvor angestellt hat. Oder tut er nur so? Als Lutz merkt, was mit seinem Vater los ist, wird es höchste Zeit, ein paar gemeinsame Erinnerungen zu schaffen.


Filmkritik | Vater Morgana

Kann man das Thema Alzheimer tatsächlich komödiantisch betrachten? Ja, dachte sich wohl Till Endemann (Regie, bekannt durch „Mondlandung“ und „Das Lächeln der Tiefseefische“) und ging sein neuestes Werk „Vater Morgana“ trotz ernsthaftem Hintergrund eher amüsant und leichtfüßig an.

Eines sollte jedoch gesagt sein: Trotz allem Amüsement und aller Leichtigkeit, verliert Endemann die Tragik und auch Tragweite der schwerwiegenden Krankheit ebensowenig aus den Augen, wie die Auswirkungen, die diese auf das Leben der Betroffenen hat. Doch trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, hilft er dem Publikum dabei diese aus verschiedenen und auch anderen Perspektiven und Blickwinkeln zu betrachten. Endemann greift nicht auf flapsige Witze zurück, indem er die Krankheit allzu lächerlich ins Bild rückt. Er versucht die Tragik eher etwas durch dezent-komische Alltagssituationen zu entschärfen. Und das ist ihm wirklich gelungen.

Allerdings nimmt sich „Vater Morgana“ nicht nur der Problematiken der Krankheit an. Auch die gestörte und verkommene Beziehung zwischen Vater und Sohn, die sehr gelungen von Christian Ulmen (bekannt durch „Maria, ihm schmeckt's nicht!“ und „Hochzeitspolka“) und Michael Gwisdek (bekannt durch „Kleinruppin Forever“ und „Boxhagener Platz“) gespielt werden, steht im Vordergrund. Gwisdek weiß dabei wie eh und je auf ganzer Linie zu begeistern und zu überzeugen. Teilweise positiv überraschend kommt eher die Leistung von Ulknudel Ulmen daher. Dieser schafft es tatsächlich immer wieder den sekundenschnellen Wandel von schrägem Vogel und gebeuteltem Sohn glaubhaft umzusetzen. Allerdings kommt der typische Ulmen „Charme“ auch hier immer wieder durch und es beschleicht einen ab und an der Verdacht, dass Ulmen manchmal weniger spielt, sondern einfach in eine Rolle schlüpft, die ihm wie so oft auf den Leib geschrieben wurde. Somit ist seine Leistung definitiv noch ausbaufähig, aber es sind bereits steigende Tendenzen zur tatsächlichen Schauspielerei zu erkennen.

Durchaus immer sehen lassen können sich hingegen die Kameraführung und die bildliche Umsetzung des Films. Hier wird eher auf sanfte Untermalung, als auf knallharte Effekte gesetzt. Weitere Highlights stellen eindeutig Felicitas Woll („Das Leben und Ich“ und „Kein Sex ist auch keine Lösung“) als Ulmens Verlobte, sowie durchaus gelungene Gastauftritte von Schauspielgrößen wie Heinz Hoenig („7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“) und Marc Hosemann („Zweiohrküken“) dar.

Vater Morgana“ mag kein hochkarätiges Aufklärungskino sein – aber um erstklassige Unterhaltung mit einem kleinen Aufklärungseffekt, handelt es sich bei Endemanns Werk ganz sicher. Dabei wird die sentimentale Komödie nicht nur Fans von Filmen wie „Barfuss“ oder „Keinohrhasen“ begeistern, sondern sicher auch diejenigen, die etwas mehr als nur einen Film zum Schmunzeln erwarten.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Vater Morgana

© Warner Bros. Pictures Germany

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