Handlung
Wer ist verantwortlich für die grausamen Morde in der Wüste von Santa Fe? Die zwei FBI-Agenten Elizabeth Anderson (Julia Ormond) und Sam Hallaway (Bill Pullman) sind auf der Jagd nach einem Serienmörder. Schnell finden sich drei Zeugen: der mehr als engagierte Polizist Johnny (Mac Miller), die drogensüchtige Bobbi (Pell James) und die achtjährige Stephanie (Ryan Simpkins). Deren Aussagen sollten den Nebel rund um das Massaker mitten auf dem Highway eigentlich klären, nur leider hat jeder von ihnen eine eigene Version der Geschehnisse. Nur eine Aussage kann der Wahrheit entsprechen und so wird es eng für die Ermittler. Sie müssen zügig in Erfahrung bringen, welche Zeugen die Unwahrheit sagen und, was noch wichtiger ist, warum sie dies tun.
Filmkritik | Unter Kontrolle

Fünfzehn Jahre nach ihrem berühmt berüchtigten Erstlingswerk „Boxing Helena“ meldet sich Regisseurin Jennifer Chambers Lynch (Tochter von Mystery-Veteran David Lynch) nun zurück und im Gepäck hat sie einen kleinen, gemeinen Krimi, der einen ganz schön an der Nase rumzuführen vermag. Wer gerne ins Kino geht um zu rätseln, dem sei dieser Film ganz besonders ans Herz gelegt, denn wenn „Surveillance" (so heißt der „Unter Kontrolle" im Original) eines zu bieten hat, dann sind das Unklarheiten und Puzzlestücke, die auch wenn sie zuerst so gar nicht zusammen passen wollen, am Ende doch ein Ganzes ergeben.
Womit der Film weniger dienen kann sind Actionsequenzen. Wer bei FBI-Agenten und Serienkillern zuerst an Verfolgungsjagden mit gezogener Waffe denkt, der fehlt, denn hier finden die Schlüsselszenen nicht in wilden Schießereien sondern im Verhörzimmer statt. Gerade diese Kammerspielqualitäten zwingen einen fast den Vergleich herzustellen zu den Genre-Geschwistern „Die üblichen Verdächtigen" und „Reservoir Dogs", nur leider können sich Lynchs Regiefähigkeiten nicht mit denen von Hollywoodgiganten wie Bryan Singer und Quentin Tarantino messen. „Unter Kontrolle" ist zwar ein guter Film, der einen zwingt den Verstand zu benutzen und auch mit ein paar sehr unappetitlichen Gewaltszenen schocken kann (starke Nerven mitbringen!), man merkt jedoch schnell, das man sich hier keinen zukünftigen Klassiker ansieht, dafür fehlt es einfach an wirklich frischen Ideen und Originalität. Lobenswert sind jedoch die Leistungen der Schauspieler, besonders die von Bill Pullman, der es nach einer langen Reihe von eher weniger ernstzunehmenden Rollen, wie z.B. als Kampfjet fliegender US-Präsident in „Independence Day" schafft, sein eben doch vorhandenes Talent unter Beweis zu stellen und alleine das ist doch das Kinoticket wert.
Filmkritik von Gastautor