Unkraut im Paradies - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Unkraut im Paradies| Kritik 1/10

Kinostart
22.07.2010



Handlung

Lukas (Remo Schulze) nimmt’ s leicht. Sein Leben ist ein Spiel, eine große Party. Er ist jung, gut aussehend und beliebt bei den Mädchen. Seine Prioritäten im Leben sind klar gesetzt: Klamotten, Frauen und er selbst. Seine Freundin Meike (Klara Manzel) ebnet ihm seinen einfachen Lebensweg noch zusätzlich: Lukas wohnt in ihrer Wohnung, sie räumt hinter ihm her, schmeißt den Haushalt und setzt sich bei seinem Chef für ihn ein. Erst als sie wegen einer Geschlechtskrankheit ins Krankenhaus muss, erfährt sie am eigenen Leib, wie wenig Lukas bereit ist zu geben. Lukas kümmert sich nur halbherzig um sie. Mehr als ihre Gesundheit beschäftigt ihn die Frage, wann sie "endlich wieder können". Selbst Meike muss nach diesem Fehltritt erkennen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Sie fordert Abstand von ihm. Lukas packt darauf hin die Koffer und zieht zu seinem Bruder und dessen Freundin Anna (Julia Franzke). Als Anna Lukas Verhalten in Frage stellt, überwirft er sich mit den beiden. So stolpert er von einem Problem ins nächste: Seine Jobs kann er nie lange behalten, er fällt durch seine Prüfungen und gerät immer wieder in Schlägereien.


Filmkritik | Unkraut im Paradies

Das kommt dabei heraus, wenn sich die Lindenstraße und die deutsche Filmförderung begegnen: der mit Abstand langweiligste Film dieser Saison. Er geisterte über überregional unbedeutende Filmkunstfestivals, wurde vom NDR mitproduziert und wird sicher demnächst im deutschen Puschenkino für hohe Einschlafquoten zur Sandmännchenzeit sorgen. Wer mal für 85 Minütchen im Kino ungestört schlummern möchte, dem sei dieser Coming-of-Age-Film von Bartosz Werner dringend empfohlen.

Es macht nichts, wenn in einem Film wenig passiert. Da gibt es durchaus interessante Beispiele, dennoch gut und anregend unterhalten zu werden. Denn unterhalten sollte auch ein Film mit Anspruch – Sozialpädagogenkino finden sogar Sozialpädagogen langweilig. Und von so einer Sorte ist dieses Filmchen mit dem unsäglichen Titel "Unkraut im Paradies". Zur Ehrenrettung von Regisseur Bartosz Werner, im Kinogeschäft ein nahezu Unbekannter und Regie-Professor in Kiel (wo der Film auch einen Preis gewann), sei gesagt: Er wollte den Streifen nach der Hauptfigur schlicht "Lukas" nennen; wohl zu wenig bildhaft für deutsche Titel-Poeten. Besser wäre der Film bei Belassung seines Original-Titels allerdings auch nicht geworden. Er ist so verkrampft öde, wie sich Kinobesucher mit Leidenserfahrung einen mit Staatsgeldern geförderten deutschen Film mit erhobenem Zeigefinger bei gleichzeitig gespielter Munterkeit vorstellen. Dazu schwerblütig, uncharmant gefilmt in piefigen Kulissen und mit einer Riege weitgehend talentfreier Schauspieler geschlagen.

Hauptdarsteller Remo Schulze, der wie ein Schüler im Stimmbruch wirkt und  wesentlich jünger als seine 22 Jahre, ist bekannt aus TV-Seifenopern und spielt auch so. Die Dame an seiner Seite namens Maike, verkörpert von der weitgehend unbekannten und in jeder Beziehung blass agierenden Klara Manzel, ist um einiges älter, und wirkt mit ihrem trutschigen Outfit und ihrem Hausmütterchen-Gehabe schon in jungen Jahren so gar nicht wie die Frau, an die ein Tagträumer und Teenie-Typ wie dieser Lukas seine kostbare Praktikanten-Zeit verschwenden würde. Ein durch und durch unglaubwürdiges Paar.  Daran können auch höchst peinliche Bettszenen nichts ändern. Auch warum das Drehbuch ausgerechnet diesem Mauerblümchen eine Geschlechtskrankheit verpassen muss, bleibt unklar. Warum Lukas, in dem doch irgendetwas zu Rumoren scheint, nicht einfach seinen Seesack schnürt, die albtraumhafte Gutmenschen-Spießerwelt seiner Eltern, seines Bruders und  seiner Freundin verlässt und in die weite Welt zieht – all diese brennenden Fragen bleiben unbeantwortet. Der bedauernswerte Jungmann muss im 1 Zimmer-Hochhausappartement Gewissenserforschung betreiben.

Heraus kommt dabei nichts – weder für die Figuren und den Film, noch für den Zuschauer. Langweilige Kameraführung, Tristesse am Set, nervige Musik. Wenn das das Bild der "Generation Praktikum" sein soll, dann muss Bartosz Werner die letzten Jahre irgendwo auf einem anderen Planeten verbracht haben. Oder in der Filmhochschule.


Filmkritik von mkrispien

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Unkraut im Paradies

© alpha medienkontor GmbH

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 7 * 2 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




Steckbrief
Regie
Bartosz Werner

Darsteller
Annika Blendl, Bo Hansen, Charlotte Crome, Charly Hübner, Julia Franzke, Klara Manzel, Lina Rabea Mohr, Remo Schulze

Genre
Deutscher Film, Drama
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland

Alternativ- bzw. Originaltitel
Lukas




Benutzername

Passwort

Anzeige