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Transsiberian| Kritik 7/10

Kinostart
11.12.2008



Handlung

Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer), ein amerikanisches Ehepaar, gehen durch eine schwierige Phase ihrer Beziehung und versuchen durch ein außergewöhnliches Abenteuer in der Transsibirischen Eisenbahn wieder zusammen zu finden. Sie begreifen schnell, dass mit dem Fall der Sowjetunion auch der Glanz des Zuges verschwunden ist. Begleitet von wortkargen Passagieren und übellaunigen Zugbegleitern entfernen sie sich noch weiter voneinander. Einzige Ablenkung von ihrer Krise bieten der geheimnisvolle Carlos (Eduardo Noriega) und dessen Freundin Abby (Kate Mara), mit denen sie sich das Abteil teilen. Nach einem Zwischenstopp verpasst Roy den Zug und Carlos verschwindet spurlos. Die Handlung überschlägt sich als Roy mit zwei russischen Polizeibeamten – Grinko (Ben Kingsley) und Kolzak (Thomas Kretschmann) zu Jessie aufschließt und die beiden Amerikaner in ein Chaos von Drogenschmuggel, Folter und Mord gezogen werden.


Filmkritik | Transsiberian

In dem Film „Transsiberian“ zeigt der Regisseur Brad Anderson erneut, was er besonders gut kann: Intelligentes, subtiles Suspense-Kino, auch wenn sich dieses in der zweiten Hälfte verliert und als eiskalter, brutaler Thriller ausklingt. Anfängliche, liebevolle Nahaufnahmen mit folkloristischem Charme werden durch die Enge des Zuges und dem Gefühl der Klaustrophobie verdrängt. Am Ende geht es nur noch darum, am Leben zu bleiben.

Trotz einer gemächlichen und feinfühligen Exposition herrscht von Anfang an vor allem eines: Kälte und Beklemmung. Die Charaktere werden wie beiläufig vorgestellt und von einem Hauch der Doppeldeutigkeit umgeben. Mehr als eine Person stellt sich im Laufe des Filmes gegen seinen Partner, sei es durch physisches, psychisches oder auch nur passives Verhalten. Trotz ihrer augenscheinlichen Naivität, umschweift auch das amerikanische Pärchen die Aura des Bösen. Der gutaussehende Carlos punktet anfangs mit seinem Charme, und weiß auch im spätere Verlauf immer noch recht gut, sowohl seine Gefährten als auch den Zuschauer mit seiner Ausstrahlung um den Finger zu wickeln. Der zwielichtige Polizist Grinko und sein Assistent Kolzak entsprechen in vielen Passagen dem Bild des bösen, russischen Schurkentums und befriedigen etwas zu sehr das amerikanische Klischee, dass das Böse immer russisch ist. Ein Widerspruch, gerade diese Rollen mit Briten und einem Deutschen zu besetzten.

Die seelischen Abgründe der Hauptfiguren werden im allgemeinen nur angerissen, was das einzige Defizit dieses sonst erstklassigen Filmes ist. Statt Tiefgang und Profundität werden viele Lücken durch augenscheinlich unwahrscheinliche Vorgänge ersetzt und erschüttern so – ein Phasen der Entspannung – ein wenig die Glaubwürdigkeit des Filmes. Alles in allem aber ein gelungener Thriller, der mit seinen Bildern überzeugt und dadurch die etwas flachen Figuren vergessen lässt. Der unerwartete Wendepunkt garantiert Spannung und Nervenkitzel.


Filmkritik von Gastautor

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Transsiberian

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Steckbrief
Regie
Brad Anderson

Darsteller
Ben Kingsley, Colin Stinton, Eduardo Noriega, Emily Mortimer, Kate Mara, Larisa Kalpokaite, Samantha Jordanova, Thomas Kretschmann, Woody Harrelson

Genre
Drama, Krimi, Thriller

Tags
Russland
Gastkritiken
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Herstellungsland
Deutschland, Großbritannien, Litauen, Spanien




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