Handlung
In dem Thriller "Tödlicher Anruf" geht es um das mysteriöse Ableben mehrerer Studenten, das sich bereits Tage davor durch eine Nachricht auf deren Mobilbox ankündigt. Ob akustisch oder als Videobotschaft - die letzten Augeblicke ihres Lebens werden den Studenten offenbart und auf diese Art und Weise soll es geschehen. Beth Raymond (Shannyn Sossamon) ist schockiert, als zwei ihrer Freunde grausam sterben. Beide erhielten die ominösen Nachrichten, welche sich durch einen achttönigen Klingelton mit Wiedererkennungswert ankündigten. Beths Vermutungen werden von der Polizei als Wahnvorstellungen abgetan. Lediglich Detective Jack Andrews (Edward Burns), der ähnliche Erfahrungen machen musste, begibt sich mit Beth auf den Weg, das angsteinflößende Geheimnis der Todesanrufe zu lüften. Beiden bleibt nicht viel Zeit, denn auch Beth hat bereits einen unbeantworteten Anruf.
Filmkritik | Tödlicher Anruf

Hollywood gelingt mit der Verfilmung dieses Streifens ein wahrhaft müder Aufguss eines japanischen Vorbilds, das qualitativ ähnlich miserabel ausfällt. Regisseur Eric Valette scheint auf den Trendzug aufgesprungen zu sein, der sich darin abzeichnet, asiatische Horrorfilme haargenau kopieren zu wollen. Was mit "The Ring" oder "The Grudge" durchaus gut gelang, ist mit diesem Remake allerdings völlig misslungen. Kein Wunder, denn letzteren beiden Horrorfilmen verpasste man eine für westliche Zuschauer angepasste und abgeänderte Story. In "Tödlicher Anruf" bedient sich Eric Valette lieber an Klischees und Asia-typischen Stilmitteln, wie beispielsweise das personifizierte Böse in Kindesgestalt. Schon Takashi Miike gab in der Originalvorlage "The Call" einen nervtötenden Mainstreamschocker zum besten, mit dem sich Valettes Machwerk dennoch messen kann. Es bleibt abzuwarten, wann auch die letzten Regisseure begriffen haben, dass man mit Horrorfilmen aus Asien mittlerweile keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Schwach realisierte CGI-Effekte, mit denen geradezu zwanghaft eine Vielzahl an Dämonen, Geistern und Unterweltgestalten in den Film gestopft wurden, erfüllen hierbei als Halluzinationen der Studenten ihren vermeintlichen Zweck. Die absolut hinkende Logik, welche sich in völlig wirren und unerklärlichen Handlungswendungen verliert, garantiert dem zuvor gespannten Zuschauer 87 Minuten Langeweile, Verwirrung und Kopfschütteln. Ray Wise, bekannt aus "Twin Peaks", erscheint in der Rolle von Ted Summers zwar nicht allzu lang auf der Leinwand, allerdings ist er der Einzige, der mit für diesen Streifen verhältnismäßig guten schauspielerischen Leistungen, zwischen vielen drittklassigen Darstellern, positiv heraussticht. Optisch sind seine Schauspielkollegen genretypisch von der attraktiven Sorte, das macht den Inhalt des völlig misslungenen Drehbuchs allerdings nicht schmackhafter.
Filmkritik von Gastautor