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Titanic| Kritik

Kinostart
05.04.2012



Wiederaufführung in 3D

Am 5. April 2012 kommt der Klassiker "Titanic" (1997) von James Cameron als Wiederaufführung erneut in die deutschen Kinos. Digital überarbeitet und in 3D.


Filmkritik | Titanic

Gehören Sie auch zu den Leuten, die sich gefragt haben, ob wir noch eine Verfilmung der Titanic-Katastrophe brauchen, als Sie gehört haben, dass James Cameron eine Neuverfilmung plant? Der 1912 im Nordatlantik gesunkene Luxusliner ist ein Mythos - oft schon wurde sein Untergang verfilmt, nicht nur von Hollywoodregisseuren, mit mehr oder weniger Erfolg bei den Zuschauern. Und auch wenn Sie so dachten: Vergessen Sie alle Titanic-Filme, die Sie bisher gesehen haben, James Camerons 3-Stunden-Mammut-Epos stellt sie alle in den Schatten.

Man sagte dem Film voraus, er würde ein Riesenflop werden, denn wer zahlt schon Eintritt, um sich eine Geschichte anzusehen, die er bereits in allen Einzelheiten kennt? Jeder weiß genau, was passieren wird, wann es passiert und wie. Und doch ist dieser neue Titanic-Film ein Erlebnis, und das nicht nur wegen der heute verfügbaren, überlegenen Tricktechnik. Er erzählt die Geschichte aus der Sicht von Rose deWitt Bukater (Kate Winslett), die den Untergang vor 84 Jahren miterlebt hat und sich zurückerinnert, nachdem Taucher im Wrack der Titanic ein paar Gegenstände aus ihrer Kabine geborgen haben. Die Rahmenhandlung, die in der Gegenwart spielt, verleiht dem Film ein besonderes Flair, ebenso wie zu Beginn eingefügte Dokumentaraufnahmen.

Rose, deren Eltern ihr Vermögen verloren haben, soll eine von ihren Eltern vermittelte Vernunftehe mit Cal Hockley (Billy Zane) eingehen, der der Familie von neuem zu Geld und Ansehen verhelfen soll. Sie haßt Cal und sieht den einzigen Ausweg darin, während der Reise vom Schiff zu springen, um allem ein Ende zu bereiten. Der Selbstmordversuch wird jedoch von Jack Dawson (Leonardo DiCaprio) vereitelt, einem jungen Künstler, der die Fahrkarte für die Titanic beim Pokern gewonnen hat und nun in Amerika sein Glück versuchen will. Zwischen der verwöhnten Tochter aus gutem Hause und dem mittellosen Jack entspinnt sich eine Liebesgeschichte. Während Jack Rose in der dritten Klasse zeigt, wie man richtig feiert und Spaß hat, rammt die Titanic einen Eisberg, wobei die sich anbahnende Katastrophe zunächst von Mannschaft und Passagieren nicht besonders ernst genommen wird.

Was ist anders an dieser neuen Verfilmung des Dramas? Zunächst natürlich die fortgeschrittene Trick- und Computertechnik, über die man früher nicht verfügte und die für beeindruckend realistische Effekte sorgt. Aber das ist es nicht allein. Die Idee, die Handlung als simple Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen zu verpacken, scheint zunächst keinen sehr unterhaltsamen Film zu versprechen. Schauspieler und Drehbuch sorgen jedoch für Figuren, die sich nicht nur realistisch benehmen, sondern denen es auch gelingt, beim Zuschauer Anteilnahme zu erwecken. Und obwohl das Vorspiel zur Katastrophe fast eineinhalb Stunden lang ist, wird es nicht langweilig. James Cameron ist es gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die den wirklichen gesellschaftlichen Verhältnissen der damaligen Zeit ziemlich nahe kommen dürfte. Kate Winslet spielt ihre Rolle großartig, und selbst wenn man nicht unbedingt ein Fan von Leonardo DiCaprio ist, muss man anerkennen, daß er seiner Rolle als "Film-Romeo" gerecht wird. Titanic ist ein Film, in dem die Special Effects zur Abwechslung einmal nicht Selbstzweck sind und zur Demonstration dessen dienen, was heute machbar ist, sondern sie dienen allein zur dramatischen Unterstützung der erzählten Geschichte.

James Cameron hat mit Titanic eine neue Dimension des Katastrophenfilms geschaffen und einen Film abgeliefert, der nicht nur für Fans des Genres absolut sehenswert ist.


Filmkritik von Monika Hübner

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Bilder / Fotos

Titanic

© 20th Century Fox

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