Tim ist der unerschrockene junge Reporter, der immer auf der Jagd nach einer guten Story ist und dadurch in ein Reihe toller Abenteuer verwickelt wird.
"Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn" entsteht nach einem Drehbuch von Steven Moffat, Edgar Wright und Joe Cornish, und wird von Spielberg, Peter Jackson und Kathleen Kennedy produziert. Der Film wird der erste einer Serie von 3D Motion Capture Filmen sein, die auf dem Kult-Charakter von Georges Remi basieren.
Handlung

Die Geschichte basiert auf den auf der ganzen Welt geliebten, unbezwingbaren Figuren des legendären Hergé und folgt dem von unstillbarer Neugier getriebenen Reporter Tim und seinem überaus loyalen Hund Struppi, die ein Schiffsmodell entdecken, in dem sich ein explosives Geheimnis verbirgt. Tim wird damit in ein Jahrhunderte altes Rätsel verwickelt und gerät ins Blickfeld des diabolischen Schurken Iwan Iwanowitsch Sakharin, der davon überzeugt ist, dass Tim einen unermesslich wertvollen Schatz gestohlen hat, der mit dem niederträchtigen Piraten Rackham der Rote in Verbindung gebracht wird. Aber mit der Hilfe von Struppi, dem etwas grobschlächtigen und stets übellaunigen Kapitän Haddock sowie den beiden unbeholfenen Detektiven Schulze & Schultze, reist Tim um die halbe Welt. Dabei gelingt es ihm, seine Gegner mit Gewitztheit und Schnelligkeit zu übertrumpfen, um in einer atemlosen Hatz den Ort zu finden, an dem das Wrack der Einhorn begraben liegt. In dem Piratenschiff verborgen, soll sich der Schlüssel zu unfassbarem Reichtum befinden... und ein uralter Fluch.
Filmkritik | Die Abenteuer von Tim & Struppi

Wer genau hinhört, kann seit Bekanntgabe der „Tim und Struppi“-Verfilmungen aus den Händen der beiden Hollywoodkönige Steven Spielberg und Peter Jackson ein gewisses Zähneknirschen und Gezeter wahrnehmen. Die berühmten Comicbände des belgischen Comiczeichners und Autors Hergé rund um den jungen Reporter Tim und seinen treuen Gefährten gehören in Europa zu den bis heute beliebtesten Comics überhaupt und besitzen bis heute eine beachtliche Anhängerschaft, von der die anfangs erwähnten, sorgenvollen Geräusche ausgehen. Zumindest auf dem europäischen Kontinent. In den USA fristet die Reihe bestenfalls ein Nischendasein, inspirierte während ihrer über 80- jährigen Geschichte aber so manchen Filmschaffenden Hollywoods von klein auf. So auch Steven Spielberg, der sich mit der Verfilmung einen lange gehegten Traum erfüllte. Zusammen mit Peter Jackson und modernsten Performance Capture- und Animationsverfahren, nahmen die beiden Filmemacher gleich eine ganze Filmtrilogie in Angriff. Beim ersten Streich „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn“ erarbeiteten die beiden Regisseure die Vorproduktion und Stilfestlegung Hand in Hand. Die Inszenierung übernahm anschließend Spielberg und Jackson die Funktion des ausführenden Produzent. Bei Teil 2 werden die Plätze getauscht und - sollten die Zuschauer Erbarmen haben - wird für den Abschluss der Trilogie die Regiekräfte gebündelt.
Die angesprochene Angst der Hergéianer rührt nicht von ungefähr. Die Skepsis ist groß, ob ausgerechnet zwei von Hollywoods erfolgreichsten Regisseuren das nötige Verständnis für eine solch durch und durch europäisch geprägte Vorlage aufbringen können. Außerdem ertönten sein Bekanntwerden der verwendeten Technologie sämtliche Alarmglocken. Komplett am Computer sollten die Filme entstehen, von echten Schauspielern gespielt, aber per modernstem Performance Capture auf Animationsfiguren übertragen werden. Natürlich komplett in stereoskopischen 3D. Eine Menge Fortschritt, der auf die traditionsbewusste, über 80 Jahre alte Fangemeinde zu kommt. Einzig eine Inkarnation von Hergé persönlich, vorzugsweise mit einem Meisterregisseur wie Billy Wilder oder Alfred Hitchcock im Schlepptau, hätte wohl die Zustimmung der eingefleischten „Tim und Struppi“ Anhänger bekommen. Doch so müssen selbst die Herren Spielberg und Jackson Federn lassen. Wobei ein objektives Auge, das weder zu sehr im Film noch in den Comics verhaftet ist, schnell von der liebevollen Detailbesessenheit dieses ersten Teils bezirzt wird und nicht umhin kommt, an die schönen Stunden, die man als Kind (oder Erwachsener) mit den Comics verbracht hat, zurück zu denken. Losgelöst von seiner Vorlage und als reiner Spielfilm betrachtet, reicht es aber trotz allen digitalen Fortschritts, Wagemuts und Ehrbezeugungen nicht zum cineastischen Meisterstück. Zu fraktal und löchrig ist seine Dramaturgie und zu ausgedehnt und zum reinen Selbstzweck verkommen seine Actionszenen. Hektizismus in seiner reinsten Form, ohne Struktur und nur mit wenigen Akzenten, was auf Dauer die Sinne des Zuschauers überstrapaziert. Dagegen stemmt sich mit aller Gewalt die klassische Abenteuerromantik, die Spielberg seit jeher verstand auf die - mittlerweile stereoskopische - Leinwand zu bannen. John Williams' beschwingt-jazzige Filmmusik nach seiner ureigensten Art trägt zusätzlich dazu bei, dass man sich schnell im vertrauten Spielberg-Universum wiederfindet und nicht mit wenigen Assoziationen an einige vergangene Klassiker des Regisseurs konfrontiert wird.
Als eigenständiger Spielfilm nach dramaturgischen Maßstäben beurteilt, haben sich die Macher einige grobe Schnitzer erlaubt, was den Film wertvolle Sympathiepunkte kostet. Nichtsdestotrotz darf dieses neuerschaffene Hybriduniversum aus typischen Hergé- und Spielbergelementen als geglückt bezeichnet werden - ein Mix aus modernsten Technologien, klassischer Abenteuerlust mit einem Comic typischen, ruppigen Charakter. Am Ende bleibt der Eindruck einer ambitionierten, unterhaltsamen Kinoadaption von einer der großen europäischen Comicikonen, gewissen Vorbehalten gegenüber der Technik und Stilistik zum Trotz.
Filmkritik von Orlindo Frick