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Wolfman| Kritik 7/10

Kinostart
11.02.2010



Handlung

Um bei der Suche nach seinem vermissten Bruder zu helfen, kehrt Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) in seine englische Heimat Blackmoor zurück, wo eine mysteriöse Serie blutiger Todesfälle die Menschen in Atem hält. Es kommt zum Wiedersehen mit seinem von ihm entfremdeten Vater (Anthony Hopkins) und zusammen mit der Verlobten seines Bruders (Emily Blunt) begibt sich Talbot auf eine Spurensuche, die ihn tief in seine eigene verdrängte Vergangenheit führt. Eingeholt von seinen Kindheitserinnerungen, beginnt er langsam an die Gerüchte zu glauben, die von einem uralten Fluch erzählen, der Menschen bei Vollmond in blutgierige Wölfe verwandelt. Auf der Jagd nach einer teuflischen Bestie in den Wäldern Blackmoors wird ihm immer klarer, dass in ihm selbst etwas lange Verborgenes lauert und dass er ein gewaltiges Opfer bringen muss, um die große Liebe seines Lebens zu retten.

Ganze 68 Jahre nach der ersten Begegnung mit dem Wolfsmenschen erwartet uns 2009 ein Remake des Klassikers unter der Regie von Joe Johnston ("Jurassic Park III").


Filmkritik | Wolfman

Kann man einen derart altenglisch-viktorianischen und zig mal verwursteten Stoff wie die Geschichte vom Wolfsmenschen eigentlich heute noch derart bierernst und distanzlos verfilmen wie Joe Johnston das tut?  Der Regisseur ( „Jurassic Park III“, „Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm“)  und ehemalige „Star Wars“-Designer beweist, dass es bei allen Bedenken geht. Sein Film wurde ein schwerblütiges, nebelwaberndes Melodram von Shakespearschen Ausmaßen, das allerdings einen entscheidenden Fehler hat: ein aus allerlei Versatzstücken hahnebüchen zusammengeschustertes Drehbuch. Handlungsstränge werden einfach mal im Vorbeigehen fallen gelassen und die Beziehungen zwischen den handelnden Personen derart unglaubwürdig konstruiert, dass es  das Vergnügen trübt. Man merkt „Wolfman“ an, dass viele Leute unter teilweise bizarren Umständen an ihm herum gedoktert haben, auch der Regisseur nicht erste Wahl war.  Der Soundtrack wurde mehrfach umgeschrieben, außer Johnston bastelte noch ein weiterer Regisseur an einzelnen Szenen. Die Produktion stand unter keinem guten Stern und zog sich in die Länge.

Dass bei diesem Chaos trotz Skript-Schwächen und eines lieblos und hektisch angeklatschten Finales sowie höchst überflüssiger Splatter-Szenen im Kern ein solide inszenierter Horrorfilm der alten Schule dabei heraus kam, verdient Anerkennung. Von den augenzwinkernden Verulkungen des Genres in den 1980ern („American Werewolf“, 1981) und den albernen Mätzchen der 1990er („American Werewolf in Paris“, 1997) ist dieser Wolfsmensch meilenweit entfernt, von den postpubertären Werwölfchen der  „Twilight“-Verfilmungen allemal. Wer  humorfreien klassischen Horror für Erwachsene in altenglischen Kulissen und Kostümen mit  viel Nebel und der Farbe Grau als Grundton liebt, wird  „Wolfman“ lieben – und dann zum Vergleich das Original von 1941 mit Lon Chaney, Jr auf DVD anschauen.

Die Schauspieler  geben sich allesamt Mühe, der etwas zähflüssigen Handlung durch konzentriertes Spiel Leben einzuhauchen, vor allem bei der Besetzung der größeren und kleineren Nebenrollen wurde sorgfältig gecastet und auf Qualität geachtet. Nicht ganz so überzeugend sind die beiden Hauptdarsteller: Der Puertoricaner Benicio Del Toro („Traffic – Die Macht des Kartells“) und Leinwandveteran Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“, „Die Legende von Beowulf“) als Sohn und Vater in ödipalen Verstrickungen spielen nicht miteinander, sondern jeder vor sich hin. Eitel und zum Overacting neigend, kreisen beide selbstverliebt um das jeweilige Rollen-Ich. Im Zusammenspiel der beiden stimmt nichts, schon gar nicht die Chemie. Sir Anthony gibt  mal wieder das, was er am besten kann: den Zyniker mit leiser Lust am Bösen; del Toro macht seinem Namen alle Ehre und rast wie ein wildgewordener Stier durch die Pappkulissen der englischen Pinewood-Studios.

Total verschenkt wurde von den Drehbuchschreibern die dramaturgisch reizvolle Möglichkeit, in der Figur des Werwolf-Jägers Francis Aberline einen ebenbürtigen Gegenpart zum erdrückend präsenten Vater-Sohn-Gespann aufzubauen.  Der Australier Hugo Weaving („Matrix“, „Der Herr der Ringe“, „Transformers“)  gibt den Scotland Yard-Inspector auf Abwegen gewohnt lässig, hat aber kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Gleiches gilt  für die intelligent und angenehm zurückhaltend spielende Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“) in der  Klischee-Rolle der liebenden Frau. Ein Wiedersehen gibt es mit Geraldine Chaplin („Doktor Schiwago“, „The Bridge of San Luis Rey“), Charly´s begabter Tochter,  als Zigeunerseherin Maleva.  Die Szenen, in denen sie mitspielt, gehören zu den intensivsten und  bewegendsten dieses zwar nicht schlechten, aber insgesamt langweiligen Films.


Filmkritik von mkrispien

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Bilder / Fotos

Wolfman

© Universal Pictures International

Kommentare


Frank
21.02.2010, 18:52:44
Ich fand den Film echt klasse.
Christiane
16.02.2010, 15:06:16
Der Film ist total schlecht, ist wie jeder Werwolffilm!
Außerdem sollte man den Film Monkeyman nennen, denn wie ein Wolf sah das Ding nicht aus....!

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Steckbrief
Regie
Joe Johnston

Darsteller
Anthony Hopkins, Art Malik, Benicio Del Toro, David Sterne, Elizabeth Croft, Emily Blunt, Geraldine Chaplin, Hugo Weaving, Kiran Shah

Genre
Horror, Thriller

Tags
Wölfe
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Wolfman




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