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The Tourist| Kritik 2/10

Kinostart
16.12.2010



Handlung

Der Amerikaner Frank (Johnny Depp) reist durch Europa, und trifft in einem Zug die atemberaubend schöne Elise (Angelina Jolie). Als sie in Venedig aussteigen, ist er schon Hals über Kopf verliebt. Aber die geheimnisvolle Unbekannte hat seinen Weg nicht zufällig gekreuzt. Sie führt ihn direkt in ein halsbrecherisches Abenteuer und bald wird der ahnungslose Frank von Polizei und Gangstern gejagt.


Filmkritik | The Tourist

Nein, es bringt jetzt nichts, in das Konzert der Kritiker von Herrn Henckel von Donnersmarck mit einzustimmen. Er hat sich verhoben, aus Eitelkeit oder weil er als Greenhorn in Hollywood falsch beraten war, wer weiß das schon. Dummheit mag man dem immer sehr eloquent auftretenden Regisseur nicht unterstellen, eher vielleicht Naivität gepaart mit Geltungsdrang. Sei´s drum. Also widmen wir uns dem Film.

The Tourist“ macht alles falsch, was man bei einem Film nur falsch machen kann. So falsch, dass es noch nicht einmal zum Fremdschämen reicht.  Besprechen muss man ihn eigentlich nicht. Nur soviel:

Angelina Jolie agiert statuarisch wie immer, nur so arrogant wie dieses Mal sah man sie selten. Was an sich nicht uninteressant ist, wenn solche Auftritte endlich mal in kreative Potenz umgemünzt würden. Eine Aura und eine ungeheure Leinwandpräsenz hat sie, das ist selbst in diesem grottenschlechten Film zu spüren. Aus dieser Arroganz und diesem Statuarischen, die ja auch aus einer gewissen Unsicherheit des Superstars herrühren, könnte man viel heraus holen, ganz großes Kino, Drama pur. Denn in ihren besten Momenten zeigt die Jolie, dass sie die vielleicht Letzte ihrer Art in Hollywood ist: eine Diva von Format, vielleicht die Ava Gardner unserer Tage. Zeit wird es allerdings, diese Frau endlich dem richtigen Regisseur mit dem richtigen Drehbuch anzuvertrauen. Dann würde ihr die ganze Kinowelt zu Füßen liegen, nicht nur die Fans. Von Donnersmarck verschenkt auch diese Chance und filmt lieber, wie ein Rezensent etwas ratlos bemerkt, die Kehrseite der Jolie. Johnny Depp ist toll als Pirat, als Lover taugt er nicht. Die Paarung Jolie-Depp ist die bizarrste, die die Leinwand je sah. Da sprühen keine Funken der Leidenschaft, da langweilen sich Zwei miteinander so sehr, dass die Gondeln Trauer tragen. Was Johnny Depp hier abliefert, ist schlicht eine Unverschämtheit an Desinteresse, Unkonzentriertheit und schlechtem Acting. Ein Schlag ins Gesicht des Regisseurs. Über vergeigte Action-Szenen im Schneckentempo und einen Timothy Dalton, der sein Talent verschleudert, sei der Mantel des Schweigens gebreitet. Den Rest besorgte dem Film ein komatöser Cut.

The Tourist“ ist ein Geschäft, nichts weiter. Remake eines mittemäßigen französischen Streifens namens „Anthony Zimmer“ mit Sophie Marceau. Die Rechte für solche Remakes kauft man in Hollywood en gros ein, um dem europäischen Kino das US-Geschäft zu vermasseln. Anschließend spannt man gerne in ihren Heimatländern bekannte Regisseure vor den Karren der Vermarktung, damit sie in der Heimat helfen, die Dutzendware aus Hollywood besser zu verkaufen. Vor allem solche, bei denen die Drehbuch- und Projekteinkäufer sich verkalkuliert haben und ein wirtschafticher Misserfolg droht.  Zeichnet sich während des Projekts ein Debakel ab, werden im letzten Moment Regisseur und Schauspieler ausgetauscht und statt B-Stars Zugpferde der A-Liga engagiert. Die machen das für ein sattes Handgeld und füllen so Lücken zwischen wichtigeren Projekten. So sprangen Jolie und Depp im letzten Moment als Touristen in die venezianische Gondel und zuletzt von Donnersmarck. Für den US-Markt ist sein Name Schall und Rauch, und ob er einen Oscar gekriegt hat (der Auslands-Oscar zählt sowieso nicht im Bewusstsein des US-Publikums), interessiert dort ebenso wenig wie die Nöte eines ostdeutschen Stasi-Mannes in „Das Leben der Anderen“. Von Donnersmarck ist Lockvogel Hollywoods für den hart umkämpften europäischen Markt.

Unzählige europäische Regisseure, vor allem aus Skandinavien, wurden schon so verbraten. Jetzt also „unser Oscar-Held“ aus Deutschland, wie ein Boulevardblatt mit vier Großbuchstaben süffisant textete. Das sind so die miesen Seiten von Hollywood, über die man sich im klaren sein muss, auch wenn man es liebt. Ob der Deutsche wirklich nicht wusste, was ihn erwartete, als „Angie“  ihn persönlich anrief – so wird er nicht müde zu kolportieren - , um ihm ein Angebot zu machen, das er nicht ablehnen konnte? Unser Mitleid hält sich in Grenzen. Vielleicht hat er aber auch einfach nur gedacht, er kriegt es hin.


Filmkritik von mkrispien

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Bilder / Fotos

The Tourist

© Kinowelt Filmverleih

Kommentare


Sandra
02.05.2011, 10:29:19
Schlecht, schlechter, The Tourist!

Sowas langweiliges, unnatürliches habe ich lange nicht gesehen.

Warum wirkte J.Depp so schwammig ? Warum kann die Jolie das Dauergrinsen nicht lassen.

Und dann diese dämliche Tanzszene auf dem Ball ! Das hatte Fremdschäm-Character. Unfassbar schlecht !
Kirsten Handscuch
15.01.2011, 23:08:22
Also so schlecht fand ich ihn auch nicht.
Ich finde das Ende ist ein bisschen enttäuschent, man stellte sich einen anderen Charakter für Alexander vor. Außersdem hat Alexander als Frank so gut geschauspielert, dass es schpn fast unglaubwürdig war!
Ludwig Mendel
11.01.2011, 11:20:44
Naja. Sooo schlecht finde ich den Film nicht. Vielleicht nicht gerade eine Sternstunde des Kinos und in die DVD-Sammlung muss er auch nicht unbedingt aber eine gute Unterhaltung für einen netten Abend in Begleitung ist er allemal.
Die harsche Kritik an der Frau Jolie finde ich nicht berechtigt. Die Rolle soll offensichtlich die "geheimnisvolle unbekannte Schöne" darstellen und das macht sie sehr gut, wie ich finde. Die Story ist etwas schwach aber es ist ja ein Remake eines europäischen, auch schwachen, Filmes, also war das zu erwarten. Die Regie muss noch etwas üben, hat aber die Faszination und das Geheimnis der location (Venedig) recht gut inszeniert. Die Kameraführung ist etwas zu verliebt in die Figur von Frau Jolie von hinten, zeigt aber die Darstellerin mit viel Hingabe und bringt damit die Rolle (unbekannte, geheimnisvolle Schöne) sehr gut zur Geltung. Ob die männliche Hauptrolle durch Johnny Depp dargestellt hätte werden müssen, kann man sich fragen. Aber ich war von seiner Wandlungsfähigkeit trotzdem wieder mal beeindruckt. Ich halte ihn für einen der besten Schauspieler unserer Tage. In diesem Film kommt das vielleicht nicht so zur Geltung aber auch die Fähigkeit Standardarbeit abliefern zu können, gehört zu einem guten Schauspieler. Wenn man nicht jedem Stunt anmerkt, dass die Physik im PC entstanden ist, finde ich eigentlich auch gut. Also soll sich jeder seine Meinung selbst bilden, für Cineasten ist der Film vielleicht keine Spitzenleistung aber "grottenschlecht" finde ich ihn nicht.
Anonym
26.12.2010, 19:49:16
Warnung: nicht anschauen, außer man ist ein absoluter Jolie-Fan und möchte ständig ihre hochgeschminkte Visage mit den Monsterlippen bewundern. Die andere Hälfte der Zeit wackelt sie kurz vor dem Sekundenschlaf auf Stöckelschuhen durchs Bild und löst so Gähnorgien aus.

Nicht weniger einschläfernd spielt Depp seine Rolle. Er ist in diesem Film komplett austauschbar.

Auch die Auflösung am Ende löst eher Ratlosigkeit und ein "Was? Das ist alles?" im Zuschauer aus.

0 von 5 Sternen.
Müller Helmut
17.12.2010, 18:04:47
Das ist der schlechteste Film den ich seit 15 Jahren gesehen habe- nicht empfehlenswert-den könnte mein Enkelsohn mit einem Jahr auch ansehen.

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