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The Time Machine| Kritik

Kinostart
2002



Handlung

Nach dem tragischen Tod seiner Verlobten Emma (Phyllida Law) steckt Alexander Hartdegan (Guy Pearce) alle Zeit und Energie in die Konstruktion einer Maschine, die es ihm erlauben soll, in die Vergangenheit reisen, um die Zeitlinie zu verändern und Emmas Tod zu verhindern. Er muss die schmerzliche Erfahrung machen, dass das, was geschehen ist, sich nicht mehr ändern lässt und beschließt, in die Zukunft zu reisen, um dort vielleicht eine Antwort auf die Frage zu finden, warum die Welt so und nicht anders funktioniert.

Bei einem kurzen Halt im Jahre 2030 begegnet er in der New Yorker Stadtbibliothek dem Hologramm Vox (Orlando Jones), das Zugriff auf das gespeicherte Wissen der gesamten Menschheit hat. Hartdegans Fragen zur Physik von Zeitreisen kann es jedoch auch nicht beantworten, also macht er sich wieder auf den Weg in eine fernere Zukunft. Achthunderttausend Jahre nach seiner Zeit hält er die Maschine schließlich an, muss aber feststellen, dass die Menschheit sich nach einer Katastrophe, an der sie selbst die Schuld trägt, in zwei Spezies aufgespalten hat, von denen die eine die Nahrungsquelle der anderen bildet.


Filmkritik | The Time Machine

Diese Neuverfilmung von H. G. Wells' Sciencefiction-Klassiker hält sich genauso wenig an die Buchvorlage wie die Verfilmung von 1960, was ich aber nicht unbedingt negativ bewerten würde. Der Roman hat - man möge mir den Ausdruck verzeihen - einen inzwischen leicht angestaubt wirkenden Charme, und die Visionen, die Wells Ende des 19. Jahrhunderts hatte, rufen manchmal ein leichtes Kopfschütteln hervor. Die universelle Datenbank in Form eines Hologramms, die im Buch nicht vorkommt, hat mir persönlich gut gefallen; sie trägt dem Computerzeitalter Rechnung, das Wells nicht voraussehen konnte. Auch die friedfertigen Eloi, denen der Zeitreisende in der Zukunft begegnet, unterscheiden sich etwas von jenen der Romanvorlage, die als hellhäutig und blond beschrieben werden. Inzwischen ist in dieser Hinsicht wohl "politische Korrektheit" angesagt, deshalb sind die Eloi des Films dunkelhäutig und schwarzhaarig. Weshalb die Menschheit allerdings Reptilienmerkmale entwickeln sollte wie die Morlocks im Film, ist nicht ganz klar. Der schuppige Rücken des "Über-Morlocks" (Jeremy Irons) erschien mir als ziemlich klischeehaftes Mittel, um ihn abstoßend böse wirken zu lassen. Absolut unglaubwürdig war auch die Prämisse, dass Steine mit Inschriften aus dem ehemaligen New York 800.000 Jahre überdauern würden - man sehe sich nur an, wie schnell so etwas auf Friedhöfen verwittert! Und keine Sprache überdauert einen solchen Zeitraum. Lateinisch z.B. wurde vor nur zweitausend Jahren im römischen Reich gesprochen, es hat zwar als "tote" Sprache bis heute überdauert, aber ohne die Kenntnis einer Schrift - und selbst mit einer solchen - ist es unmöglich, dass eine Sprache so lange, noch dazu unverändert, überlebt.

Trotz aller Kritik hat Simon Wells' Neuverfilmung mir besser gefallen als die Version aus den 60er Jahren, schon allein wegen der Kulissen. Die Bilder des nächtlichen New York an der Schwelle zum 20. Jahrhundert waren beeindruckend schön und haben die Hässlichkeit der Morlocks so ziemlich wettgemacht. Wer gern Monsterfilme sieht, dürfte auch an Letzteren Gefallen finden. Alles in allem entsprach The Time Machine zwar nicht ganz meinen Erwartungen, aber es hätte wesentlich schlimmer kommen können.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Simon Wells

Darsteller
Guy Pearce, Jeremy Irons, Laura Kirk, Mark Addy, Max Baker, Orlando Jones, Samantha Mumba, Sienna Guillory, Yancey Arias

Genre
Abenteuer, Sci-Fi
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Die Zeitmaschine

Budget
80 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
123 Mio. US-Dollar (weltweit)



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