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The Social Network| Kritik 8/10

Kinostart
07.10.2010



Basierend auf dem Buch "The Accidental Billionaires: The Founding of Facebook, A Tale of Sex, Money, Genius, and Betrayal" von Ben Mezrich soll der Film die Geschichte über die Entstehung von Facebook erzählen. Also eine Geschichte über die Verwandlung des 19 Jahre jungen Harvard Studenten Mark Zuckerberg in einen 24 Jahre jungen Internet-Millionär. Gespielt wird der Facebook-Gründer von Jesse Eisenberg, welcher schon in dem Jugenddrama "Adventureland" seine schauspielerischen Fähigkeiten beweisen konnte.

Das Filmprojekt "The Social Network" kursiert im Netz auch unter der Bezeichnung "The Facebook Movie" und soll bereits 2010 in die Kinos kommen. Als Regisseur wurde David Fincher in die Pflicht genommen. Fincher konnte mit Filmen wie "Sieben", "Fight Club" und "Der Seltsame Fall des Benjamin Button" bereits beachtliche Erfolge feiern.


Handlung

An einem Herbstabend im Jahr 2003 setzt sich Harvard-Student und Computergenie Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) an seinen Computer und fängt damit an, hitzig an einer neuen Idee zu arbeiten. Was in seinem Uni-Schlafraum mit wütendem Bloggen und Programmieren beginnt, entwickelt sich bald zu einem globalen sozialen Netzwerk und löst eine Revolution in der Kommunikation aus. Nur sechs Jahre und 500 Millionen Freunde später, ist Mark Zuckerberg der jüngste Milliardär aller Zeiten. Doch der große Erfolg zieht für den Jungunternehmer auch zahlreiche persönliche und juristische Probleme nach sich.


Filmkritik | The Social Network

Selten war ein Filmprojekt so vorurteilsbelastet wie das von „The Social Network“. Ähnlich wie das ambivalente Image von Facebook, die wenigsten bekennen sich dazu, noch weniger wollen darauf verzichten, musste auch das Filmprojekt einigen Hohn einstecken. Erst als sich herumsprach, dass ein Mann, der sich bis dato nichts aus Computern und dem Internet machte, die Geschichte über Facebook schreiben sollte, wurde auch die Onlinewelt hellhörig. Mit dem Engagement von Autor Aaron Sorkin stand fest, dass es kein Film über Facebook oder soziale 2.0 Strukturen werden sollte, sondern eine klassische Geschichte über die Menschen und Machenschaften hinter der Fassade, mit Mark Zuckerberg im Zentrum, dem jüngsten Milliardär der Welt und Facebook Mastermind. Mit der Verpflichtung von David Fincher als Regisseur mussten sich auch die fantasielosesten aller Skeptiker eingestehen, dass selbst etwas „belangloses“ wie Facebook als Film interessant werden könnte.

Nach dem romantischen aber reichlich harmlosen „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ und nach den Unkenrufen, die der Film einstecken musste, kehrte David Fincher wieder auf gewohnte Pfade zurück. Eingefleischte Fans seien aber vorgewarnt, „The Social Network“ ist kein „Fight Club“ und erst recht kein „Sieben“. Mit seinem neusten Film offenbart sich ein gereifter und gemäßigter Fincher. Er verzichtet fast vollständig auf überbordende Kameratricks und visuelle Extreme. Die Schauspieler, ihre Dialoge und die Kamera sind seine Geheimwaffen, um den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Der ungeschliffene Soundtrack von „Nine Inch Nails“ Gründer Trent Reznor komplettiert das Bild dieser Genremischung zwischen modernem Coming Of Age Drama und altmodischem Wirtschaftsthriller.
Das Fundament auf dem der Film gründet sind seine Schauspieler und sein Drehbuch. Die beiden Hauptdarsteller, Jesse Eisenberg und Andrew Garfield, sorgen mit ihrer Darstellung der beiden Facebookgründer Mark Zuckerberg und Eduardo Saverin für ihre bislang reifste und beeindruckendste Leistung. Drehbuchautor Aaron Sorkin drückte jedoch mehr als jeder andere dem Film seinen Stempel auf, inklusive dem Regisseur. Kenner von der Serie „The West Wing“ fühlen sich bei den temporeichen, messerscharfen Wortduellen, dem trockenen Zynismus aber auch der Sensibilität, die der Film an den richtigen Stellen beweist, sofort heimisch. Dass der Film nicht nur oberflächlich als spannender Thriller mit sarkastischen Seitenhieben funktioniert, sondern auch tiefer reicht, ist Mark Zuckerberg selbst zu verdanken, der mit seinen autistischen Charakteristika keine schwarzweiß Zeichnung zulässt. Viel mehr ist er das Opfer seiner eigenen Leidenschaft und Veranlagung. So unnahbar er im wahren Leben zu sein scheint, so unnahbar wirkt er im Film. Eisenberg spielt Zuckerberg sehr zerbrechlich, ein Mensch der gekränkt wurde und nicht fähig war diese Kränkung auf herkömmliche Weise zu verarbeiten, sondern Facebook als Ventil benutzte. Seine Naivität und sein Geltungsdrang machten ihn blind zu erkennen, was um ihn herum passiert. Der spitzbübische und ordinäre Geniestreich namens „The Facebook“ begann ein Eigenleben zu entwickeln, das selbst Zuckerberg nicht verschonte.

Der Film offenbart eine mögliche Sichtweise auf den Gründer von Facebook. Er wird nicht als Rebell der sozialen 2.0 Bewegung dargestellt, nicht als Schürzenjäger und erst recht nicht als gewiefter Geschäftsmann. Sondern als einfachen Menschen mit besonderen Stärken, aber auch besonderen Schwächen. Ein ehrliches, wenn auch verzerrtes Bild, das man über sich selber nicht gerne sieht, aber einem Film dramaturgisch sichtlich gut tut. Die ablehnende Reaktion des echten Mark Zuckerberg gegenüber dem Film ist darum weniger überraschend. Am Ende schreien es die Beatles förmlich aus der Leinwand heraus: „Baby, You're A Rich Man!“ Als wollten sie sicherstellen, dass es auch der echte Zuckerberg realisiert. Sein Ziel, sich der studentischen Mittellosigkeit und dem Einfluss der Verbindungshäuser zu entziehen, hat er längst erreicht. Er ist nun jemand. Und doch ist er allein, mit dem selben gekränkten Stolz, demselben gebrochen Herzen. Die Welt konnte er verändern, aber nicht sich selber.

The Social Network“ lehrt der internetaffinen Generation, dass keine Cyberspace Kriege oder virtuelle Avatare nötig sind, um eine Geschichte mit dieser Thematik fesselnd zu erzählen. Der Film überzeugt auf ganzer Linie, aber vermutlich anders als es sich so mancher vorgestellt hätte.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

The Social Network

© Sony Pictures Releasing GmbH

Kommentare


Linda
06.01.2012, 21:15:35
Der Film war genial! Er hat mir vieles offenbahrt, was ich über Mark Zuckerberg und den Erfolg mit Facebook gar nichts wusste.
Ich versteh gar nicht warum der langweilig sein soll.
Man muss allerdings seine volle Aufmerksamkeit dem Film zuwenden und nicht nur ein halbes Ohr , damit man der Handlung gut folgen kann.
Diese Kritik im Internet ist vollkommen nachvollziehbar und ich verstehe es nicht, wie andere Leute da eine andere Meinung zu haben können.

Wenn einen der Film nicht gefallen hat, dann müsste ja schon der Trailer einen nicht sonderbar angesprochen haben aber naja.

Ein Meisterwerk, dessen Drehbuchautor wirklich einen Oscar verdient hat, denn die springende Handlung ist einfach nur genial gemacht.

Dafür muss man kein Nerd sein, sondern einfach nur Geschmack für interessantere Filme haben als die üblichen Mainstream Streifen.
Soviel dazu..
ky99ful
16.05.2011, 13:44:42
Ich war in dem Film 4 mal. Ich weiß das hört sich krank an aber so ist es (jetzt habe ich ihn auf DVD). Der Film ist für jemanden etwas der nicht immer auf billige Action oder Witz auf mittlerem Niveau abfährt. Ich finde den Film einfach nur briliant. Denn David Fincher hat es geschafft, einen wirklich faszinierenden Film zu erschaffen.
Ich würde diesen Film an einem regnerischem Tag mit einer Tasse Tee und ein paar Keksen auf der Couch anzuschauen. :)
Nik
15.12.2010, 09:17:43
Ein Film von Nerds für Nerds! Fand ihn absolut langweilig und er beweisst, dass die Kritiken im Netz absolut nichts aussagen! also auch diese hier ;-)
Chris
09.11.2010, 19:49:54
Ich finde, dass der Film der Absolute Hammer ist für jeden der ein Quantum Interresse am Internet hat. Er ist spannend, mitreißent, lustig und interressant. Schnappt euch die gelegenheit ihn im Kino anzuschaun--(Ich war in den letzten 3 Jahren vllt. 4-5 mal im Kino und schau mir nur die meiner Meinung nach Besten Filme an - DAS war Einer!!
...
10.10.2010, 23:14:50
Ich habe schon lange nicht mehr einen so schlechten Film gesehen...
Wenn jemand zum Schlafen ins Kino gehen möchte, dann ist er in diesem Film richtig aufgehoben!

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