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The Road| Kritik 8/10

Kinostart
07.10.2010



Handlung

Die Zivilisation, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Die Sonne ist verdunkelt, tierisches wie pflanzliches Leben ist ausgestorben, und nur wenige Menschen haben die Katastrophe überlebt. Unter ihnen ein Vater (Viggo Mortensen), der nach dem Selbstmord seiner verzweifelten Frau (Charlize Theron) alleine mit dem gemeinsamen Sohn (Kodi Smit-McPhee) durch verwüstete Städte und zerstörte Straßen Richtung Süden zieht, in der Hoffnung dass es dort wärmer ist. Angst, Furcht und Hoffnungslosigkeit dominieren ihren Alltag auf der Suche nach Zuflucht, Wasser und Essen. In jedem Autowrack und jedem verlassenen Haus könnten andere Überlebende lauern, die ihnen nach den letzten Habseligkeiten oder sogar dem Leben trachten. Inmitten dieser Welt aus unendlicher Ödnis und kannibalistischer Gewalt versucht der Vater nach allen Kräften, seinem Sohn einen Rest Lebensmut zu erhalten.


Filmkritik | The Road

The Road“ ist ein Film, der sehr viel länger wirkt als seine Spielzeit. Da ist einmal der reine Kino-Aufenthalt, bei dem man 1,5 Stunden nicht weiß, wohin mit seiner eigenen Verzweiflung und Fassungslosigkeit. Hineingezogen wird man in eine Welt, die untergegangen ist, in der nichts mehr vertraut ist, in der es keine Menschlichkeit mehr gibt, keine Moral, keine schützenden Gesetze - einfach nichts, was auf irgendetwas hoffen ließe. Worauf auch immer.

Da gibt es nur Öde, Asche, Kälte und mehr Grautöne, als es das intakteste Gemüt verkraften könnte. Und mittendrin die beiden Hauptdarsteller, die ihren gesamten schauspielerischen Tiefgang darauf verwenden, den Zuschauer aus dem schmerzhaften Chaos mitzunehmen an einen Sehnsuchtsort irgendwo im Süden.

Und der Kinobesucher geht mit. Er hat keine andere Wahl, als Vater und Sohn zu begleiten. Durch alle Gefahren, die unterwegs lauern. Reflexartig möchte er ständig schützend seine Hände legen um dieses kleine Familienkonstrukt, denn diese beiden Menschen, die einander in Liebe zugetan sind, verkörpern das letzte bisschen Kosmos innerhalb vollständiger Zerstörtheit. Es wird essentiell für den Zuschauer, dass die beiden einander erhalten bleiben - und unerträglich ist der Gedanke, sie könnten sich verlieren.

Wie eingangs erläutert, hallt dieser Film im Betrachter nach. Lange. Länger, als einem lieb sein dürfte. Diese Wirkung entsteht durch die ganz eigene Herangehensweise des Regisseurs an ein Thema, das so neu nicht ist. Einige Autoren und Filmemacher haben sich bisher der „Apokalypse“ und allem, was danach noch kommen könnte, angenommen und diese Problematik einmal mehr, einmal weniger aktionsreich zu Papier oder auf die Leinwand gebracht.

Was John Hillcoat hier geglückt ist, ist die Faszination der Kargheit. „The Road“ ist ein stiller Film. Die Handlungsmuster scheinen geradezu eindimensional. Aus diesem simplen Purismus bezieht das Werk seine gesamte Kraft. Und diese wiederum ermöglicht die Interaktion zwischen den beiden herausragenden Protagonisten und dem Kinobesucher, der vollständig absorbiert wird von der lähmenden post-apokalyptischen Tragik einerseits und andererseits vom allumfassenden Ehrgeiz, zusammen mit den beiden Hauptdarstellern zu „überleben“.

The Road“ ist allemal sehenswert, wer sich jedoch den seelischen Infarkt ersparen möchte, sucht sich besser Seichteres.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

The Road

© Senator Entertainment AG

Kommentare


Deluxe
11.10.2010, 12:09:40
Genialer Film, sehr verstörend aber genial.

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