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The Rite - Das Ritual| Kritik 7/10

Kinostart
17.03.2011



Handlung

Nach einer wahren Begebenheit: Der skeptische Seminarist Michael Kovak (Colin O'Donoghue) nimmt widerstrebend an einer Exorzistenausbildung im Vatikan teil. In Rom lernt er den unorthodoxen Geistlichen Pater Lucas (Anthony Hopkins) kennen, der ihn in die finsteren Aspekte seines Glaubens einführt.


Filmkritik | The Rite - Das Ritual

Wir alle kennen das beliebte Spiel mit den menschlichen Grundängsten. Geister, Dämonen und die Hölle sind nur einige der Dinge, die uns bereits seit Jahrhunderten immer wieder in Angst und Bange versetzen. In seinem neuesten Leinwandschocker „The Rite“ spielt Regisseur Mikael Håfström (unter anderem bekannt durch "Zimmer 1408“) genau mit diesen Ängsten – und das auf beängstigend souveräne Art und Weise.

Grundsätzlich erinnert „The Rite - Das Ritual“ – wie auch viele andere Schauerfilme, die sich um Besessenheiten und Austreibungsrituale drehen – vor allem an den Klassiker „Der Exorzist“. Doch hier und da lassen sich ebenfalls beachtliche Ähnlichkeiten mit jüngeren Schockern wie „The Ring“ oder „Der Exorzismus der Emily Rose“ erkennen. Hafstrom setzt zwar auf Stil und einen gewissen Grad von Ruhe, doch er lässt auch Schreckmomente nicht aus. Diese kommen dabei aber so gewitzt und unerwartet daher, dass es den Zuschauer regelrecht unter den Kinositz treibt. Lachen werden hier nur die Härtesten.

In die Rolle des austreibenden Diener Gottes schlüpft in Hafstroms Werk, das übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht, kein Geringerer als Hollywoodgröße Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“) – und Hopkins spielt den ungewöhnlichen Priester Lucas Trevant mit Bravour. Nicht weiger gut spielen Alice Braga als schöne Journalistin Angeline („Predators“) und Marta Gastini als leidgeplagte Besessene. Einzig und allein Colin O'Donoghue (bekannt durch die TV-Serie „Die Tudors“) in der Rolle des ungläubigen und skeptischen Priesterschülers Michael Kovak wirkt vollkommen deplatziert. Als Zuschauer schwankt man ständig zwischen den Fragen, ob er auf der Kinoleinwand einfach nur überfordert war oder sich nicht vollends in seine Rolle einfinden konnte.

So schön schaurig das Storygrundgerüst, die Kameraführung und auch Szenenumsetzung auch sein mögen, ist „The Rites“ stärkster Pluspunkt leider eindeutig das namenhafte und hochbesetzte Cast. Schade ist hier vor allem, dass neuartige Genreansätze ersichtlich sind - jedoch nicht verfolgt werden. Anstatt sich also tatsächlich auf neue Pfade zu wagen und nur am Rande angedeutete Handlungsstränge auszuweiten, stützt man sich letzten Endes doch wieder auf das bekannte und sichere Horrorschocker-Rezept: Besessenes Mädchen trifft auf alten, weisen Priester, der sein Leben bei dem Versuch sie zu retten, aufopferungsvoll aufs Spiel setzt. Daher wirkt „The Rite“ an vielen Filmstellen sehr offensichtlich und vorausschaubar.

Fazit: Dennoch gelingt es Hafstrom, seinem Cast und seinem Team durchaus, eine schaurig schöne Stimmung and teilweise zum Zerreißen gespannte Atmosphäre zu erzeugen. Gesehen haben sollte man Hopkins als schrulligen Priester also allemal – ob man den Film allerdings ein zweites Mal sehen muss, bleibt jedem selber überlassen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Rite - Das Ritual, The

© Warner Bros. Pictures

Kommentare


Guter Rat
27.09.2011, 01:53:01
Wer Bücher vom bekannten Exorzisten, Pater Amorth, gelesen hat, kann diesen Film sehr gut nachvollziehen. Dieser Film weist einige erstaunliche Feinheiten auf. Einige Szenen sind etwa allzu profan geraten (z.B. die Beichte beginnt nicht mit der Absolution, sondern mit dem persönlichen und vollständigen Schuldeingeständnis). In der Tat hätte der Film noch weit spannender sein können, wenn er näher an den wahren Begegebenheiten bei Exorzimen geblieben wäre. So kann der Dämon die Verfehlungen (Sünden) von den Protagonisten bis zur Demütigung derselben in allen peinlichen Details vortragen. Das hätte ein noch weit intensivere Darstellung geben, dafür hätte auf allzu malerische Bilder auch verzichtet werden können. Ebenso ist die aus filmischen Gründen angedeutete erotische Beziehungen zwischen dem jungen Priester und der Reporterin sehr fraglich; beide wären kaum so überlegen geblieben bei der Begegnung mit dem Dämon. Schade, das war eine verpasste Chance zu Gunsten gewissen Eingeständnisse an das nervöse, ungläubige und nur auf Action getrimmte Publikum.
anton karidian
24.08.2011, 14:21:57
Ich möchte mich den bisherigen Kritiken nicht anschließen. Der Standpunkt des Filmes, nämlich die Legitimation der Exorzismen durch die katholische Kirche, ist ein Schlag ins Gesicht jedes vernünftigen Menschen, vor allem, und das ist was mich besonders aufregt, unter dem Aspekt einer wahren Begebenheit. Ich bezweifle, dass überhaupt irgendein Geschehniss der Exorzismen, die über den ganzen Film gezeigt werden, so oder so ähnlich abgelaufen sind.
Die ganze Zeit über hat man das Gefühl, dass da ein religiöser Fanatiker seine Finger im Drehbuch hatte und die (bisher) guten Schauspieler durch haufenweise Dollarnoten der katholischen Kirche sich zu so einem Schwachsinn überreden haben lassen.

Wenn ihr vernünftige Menschen seit, lasst bitte die Finger von dem Film, außer ihr wollt euch einfach nur mal wieder aufregen. Null von Zehn Punkten!!!
Heikomon
08.06.2011, 11:59:56
Kann mich der Kritik von "Gastautor" nur anschließen.
Um es kurz zu halten, storytechnisch handelt es sich hierbei um ein modernes Machwerk à la „Der Exorzismus der Emily Rose“, die Parallelen sind teils enorm. Nach einem zugegebener Maßen schwachen und eher nebensächlichen Beginn, kommt der Streifen allmählich in Fahrt.
Der zunehmends stärker spührbare Spannungsbogen, die warlich gut platzierten, wenn auch leider zu seltenen, Schockmomente und ein ständig über sich hinaus wachsender Herr Hopkins verleihen dem Film das Gewisse "Etwas".
Generell ist das Cast durch die Bank weg überzeugend, leidr kann man das vom Protagonisten des Streifens (Micheal Kovak) nicht ansatzweiße behaupten. Weränd des gesamten, stetig spannenderen und besser werdenden Films nahm ich Ihm nicht einmal seine Rolle ab, ich entwickelte eher eine zunehmende Gleichgültigkeit, Ihm gegenüber.
Trotz des schwachen M. Kovak hätte ich dem Film gegen Ende eine uneingeschränkte Anschauempfehlung gegeben, hätte...
aber dieses in meinen Augen völlig vorherschaubare Ende, welches geradezu stümperhaft, lustlos und überaus einfallslos wirkt, versagt dem Film meiner Meinung nach eine Bewertung jenseits der 8 Sterne.

Deshalb, wie Eingangs angerissen, schließe ich mich der Meinung meines Vorrezessionärs an, gebe faire 7/10 Sternen und gebe nicht nur für Hopkinfans eine Empfehlungl...

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