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The King's Speech| Kritik 8/10

Kinostart
17.02.2011



Handlung

Als Sohn des britischen Königs George V. gehört es zu Berties (Colin Firth) Pflichten, öffentlich zu sprechen. Für den zurückhaltend-besonnenen Mann eine Qual, denn seit seiner Jugend leidet er an einem schweren Stottern. Kein Arzt und kein Psychologe kann ihm helfen, weshalb sich Berties liebevoll sorgende Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham Carter) an den exzentrischen Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush) wendet. Mit seinem forschen Auftreten und den unkonventionellen Behandlungsmethoden stößt er seinen adligen Patienten zunächst vor den Kopf. Bald aber zeigen sich erste Erfolge.

Nach dem Tod seines Vaters und der Abdankung seines Bruders Edward VIII. (Guy Pearce), wegen dessen Liebe zur geschiedenen Bürgerlichen Wallis Simpson, wird Bertie unter dem Namen George VI. 1936 unerwartet zu Englands neuem König. Öffentliche Auftritte und Radioansprachen lassen sich fortan noch weniger umgehen als zuvor, und nicht zuletzt der drohende Krieg erhöht den Druck auf den schüchternen Regenten. Die Zusammenarbeit und wachsende Freundschaft mit Logue hilft Bertie dabei erheblich. Doch kurz vor der offiziellen Krönung stellt eine unerwartete Enthüllung das gegenseitige Vertrauen und damit auch Berties Kampf gegen das Stottern auf die Probe.


Filmkritik | The King's Speech

Freundschaften, die ein Leben lang halten, entstehen oft dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Das ist eins der zentralen Themen von the King's Speech, einem Film der auf den ersten Blick so gar nicht dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen scheint. Doch obwohl er das Leben des ehemaligen englischen Königs Georg VI. thematisiert, ist er alles andere als ein langweiliger britischer Historienschinken. Das Team um den jungen Regisseur Tom Hooper ("The Damned United - Der ewige Gegner") versteht es glänzend, dem im altehrwürdigen Rahmen entstandenen Film eine Prise zeitgemäßer Leichtigkeit und Coolness hinzuzufügen. Helena Bonham Carter, Geoffrey Rush und Colin Firth, der durch unkomplizierte Unterhaltungsfilme wie »Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück«, aber auch anspruchvolle Produktionen wie »Das Mädchen mit dem Perlenohrring« einem breiteren Publikum bekannt wurde, verstehen es, ihrem Spiel die optimalen Dosen an Ernsthaftigkeit und Humor beizumischen.

Colin Firth zeigt mit der Darstellung King George VI alle Facetten seines Könnens. Er stellt sich der Herausforderung, den sprachgehemmten Monarchen realistisch zu portraitieren, mit Brillanz. Hier gelingt es dem populären britischen Schauspieler, das Genre des charmanten Liebhabers zu verlassen und sich mit einem komplexen Thema aus der Vergangenheit als einer der besten Charakterdarsteller der Gegenwart zu präsentieren. Über die Schwierigkeit, einen von Natur aus stotternden Menschen dazustellen, sagt er: Es gibt viele Lehrer, die das Stottern heilen wollen, aber keinen der weiß, wie man es jemandem beibringt.

Gleich zu Beginn wird der Zuschauer auf spannende Weise in die Problematik des Films eingeführt: Man schreibt das Jahr 1925. In London findet die British Empire Exhibition statt. Als bahnbrechende technische Weltneuheit soll die Abschlussrede zur Ausstellung im Wembleystadion nicht nur vor tausenden Zuschauern gehalten, sondern auch im Rundfunk live übertragen werden. Alles ist totenstill. Auf einem Silbertablett wird dem Ankündiger der Rede ein Glas Wasser gereicht. Dann tritt der Hauptredner ans Megaphon - Doch er bringt zu aller Enttäuschung kein einziges klares Wort heraus. Dieser Mann steht nicht aus freiem Entschluss vor der Menge. Als zweitgeborener Sohn des Königs und eventueller Thronfolger, gehört es zu seinen gesellschaftlichen Pflichten, hin und wieder in der Öffentlichkeit zu sprechen - ein Alptraum für den stotternden Prinzen. Ohne die Couragiertheit seiner Frau Elizabeth, überzeugend dargestellt von Helena Bonham Carter, ist er verloren. Schon Dutzende Ärzte hat er wegen seines Leidens konsultiert und keine Behandlung war von Erfolg gekrönt. Deshalb ergreift nun Elizabeth die Initiative und beauftragt den Therapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush), sich des Leidens ihres Mannes anzunehmen. Logue seinerseits ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, um welchen prominenten Patienten es sich dabei handelt.

Im Laufe der Filmhandlung ergeben sich zahlreiche komische Situationen, in denen die Darsteller ihr komödiantisches Potential voll ausschöpfen. Und es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen dem Arzt und seinen Patienten, der währenddessen zum König gekrönt wurde, weil sein älterer Bruder wegen einer unstandesgemäßen Heirat für dieses Amt nicht mehr infrage kam. Das gute Verhältnis zwischen Logue und George VI. muss harten Bewährungsproben standhalten. Erst nach einem Streit zwischen den beiden und einer anschließenden Versöhnung, erfährt die Frau des Therapeuten, gespielt von Jennifer Ehle, die bereits in "Stolz und Vorurteil" (1995) zusammen mit Colin Firth vor der Kamera stand, dass es sich bei dessen Freund um den König handelt. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs steht King George VI vor einer seiner größten Bewährungsproben. Er muss eine Rundfunkansprache an die Nation halten. Dabei steht ihm Logue zur Seite.

- The King's Speech ist eine hinreißende Komödie, mit authentischem geschichtlichen Hintergrund.
- Helena Bonham Carter, Geoffrey Rush und Colin Firth überzeugen in den Hauptrollen mit der facettenreichen und komödiantischen Darstellung der Charaktere ihrer couragierten Figuren.
- Die Kulissen und Kostüme spiegeln realistisch das monarchische England des frühen 20. Jahrhunderts wider.
- Der brillante Wortwitz der Dialoge macht »The King's Speech« zu einem der unterhaltsamsten Filme unserer Zeit.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

The King's Speech

© Senator Film Verleih

Kommentare


20.02.2011, 18:52:09
Ich habe "The King's Speech" gestern im Original gesehen. Ein guter Film, ein interessanter Film. Vielleicht nicht sonderlich mitreißend, aber eine interessante, gar rührende Geschichte.
Der stotternde König ist ein Detail der reichhaltigen englischen Monarchengeschichte. Und dieses Detail - freilich war es DAS "Detail" in Königs Georges Leben - wird Filmisch toll präsentiert.
Das schöne an einem Film wie "The King's Speech" ist, er zeigt uns eine Epoche und lehrt uns etwas über das Leben in dieser Zeit. Vielleicht nicht immer absolut akkurat, aber wer würde sonst ein Buch in die Hand nehmen und etwas über diesen Monarchen lesen. Die Wenigsten.
Wer also etwas Abwechselung vom Action-Mainstream möchte, für den ist "The King's Speech" durchaus einen Besuch wert.
Isabel
19.02.2011, 16:20:26
ich war sehr begeistert von dem Film. die zwei Hauptdarsteller sind phenomenal: ich war so gefesselt von der performance, dass ich vergessen habe, dass es ein Film ist.

ich hätte aber eine Frage.. mit gefiel the Mission von roland joffe irrsinnig. Hab vor ein paar Tagen ein posting über diesen Film gefunden. Kennt den vieleicht jemand? gibts da schon was zum downloaden?
http://fffilmnews.blogspot.com/2011/02/falsche-drachen-inmitten-des-spanischen.html

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Steckbrief
Regie
Tom Hooper

Darsteller
Calum Gittins, Charles Armstrong, Colin Firth, Derek Jacobi, Geoffrey Rush, Guy Pearce, Helena Bonham Carter, Jennifer Ehle, Michael Gambon, Paul Trussell, Timothy Spall

Genre
Drama, Historie
Gastkritiken
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Herstellungsland
Großbritannien, Australien, USA




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