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The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten| Kritik 9/10

Kinostart
26.01.2012



Handlung

Matt King (George Clooney), Vater zweier Töchter, ist gezwungen, seine Vergangenheit zu überdenken und neu zu bewerten, als seine Frau nach einem Speed-Boat-Unfall vor dem Strand von Waikiki ins Koma fällt. Unbeholfen versucht er, die Beziehung zu seinen Töchtern, der altklugen 10-jährigen Scottie (Amara Miller) und der rebellischen 17-jährigen Alexandra (Shailene Woodley), wieder zu verbessern, während er gleichzeitig mit der Entscheidung ringt, ob er den Grundbesitz seiner Familie verkaufen soll. Von Mitgliedern der hawaiianischen Königsfamilie und Missionaren haben die Kings vor Generationen unschätzbar wertvolles Land erhalten, das zu den letzten unberührten tropischen Strandabschnitten auf den Inseln gehört. Als Alexandra die Bombe platzen lässt und enthüllt, dass ihre Mutter zum Zeitpunkt des Unfalls mitten in einer Affäre mit einem anderen Mann steckte, muss Matt innerhalb einer Woche voller wichtiger Entscheidungen sein Leben, ganz zu schweigen von seinem Vermächtnis, plötzlich mit völlig anderen Augen betrachten. Mit seinen Töchtern im Schlepptau begibt er sich relativ planlos auf die Suche nach dem Liebhaber seiner Frau. Unterwegs, nach Begegnungen der komischen, ärgerlichen und transzendenten Art, wird ihm bewusst, dass er endlich den richtigen Kurs eingeschlagen hat, um sein Leben und seine Familie neu zu ordnen.


Filmkritik | The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten

Es gibt Vorlagen für Filme, die in den falschen Händen einfach nur schief gehen müssen. Kaui Hart Hemmings Debüt-Roman mit dem Titel "The Descendants" ist eines dieser Beispiele. Im Prinzip liefert das Werk die optimale Vorlage für eine peinliche Schmonzette, die beim Versuch so etwas wie Dramatik auf der Leinwand zu erzeugen derbe scheitert. Im Falle von "The Descendants" nahm sich allerdings Alexander Payne der Sache an, der mit "About Schmidt" und "Sideways" sein Talent für große Gefühle im Kino unter Beweis stellen konnte. Zusammen mit Nat Faxon und Jim Rash zeigt er sich zudem für das Drehbuch verantwortlich und kann auch hier seine ganzen Stärken ausspielen.

Dabei kommt es ihm zugute, dass Alexander Payne mit George Clooney nicht nur einen erfahrenen, sondern auch überaus talentierten Hauptdarsteller für das Projekt verpflichten konnte. Clooney spielt in "The Descendants" nach langer Zeit mal wieder eine Rolle mit echten Tiefgang. Das steht dem mittlerweile silbergrauen Akteur mehr als gut. Anfangs mag es sogar ein wenig verwirrend sein, dass er eben nicht der Beau ist, der mit Leichtigkeit alle Probleme in den Griff bekommt. Stattdessen ist er als Familienvater nach dem tragischen Unglück seiner Frau auf sich alleine gestellt und wirkt teils hilflos. Wirkte er anfangs noch recht mit Klischees beladen, nimmt man ihm diese Rolle recht schnell ab. Glaubhaft verkörpert er dabei den erfolgreichen Anwalt, der im Endeffekt auch nur ein Mensch wie jeder andere ist, und dem die persönlichen Probleme bald über den Kopf wachsen. In genau diesen Momenten fühlt man mit Clooney mit, da er seinen Charakter glaubhaft auf die Leinwand transportiert und den Zuschauer an seinen Gefühlen teilhaben lässt.

Doch nicht nur Clooney selbst verdient für seine Rolle ein großes Lob. An seiner Seite stiehlt ihm immer wieder Newcomerin Shailene Woodley in der Rolle seiner älteren Tochter beinahe die Show. Dem Drehbuch ist es dabei zu verdanken, dass ihr in den ersten Momenten etwas platter Charakter sich binnen wenigen Szenen zu einem glaubhaften Mädchen entwickelt, dessen Handlungsweise jederzeit nachvollziehbar ist. Payne inszeniert den Streifen dabei mit viel Geschick. Er weiß genau, wann es Zeit für einen dramatischen Moment ist, indem er den Zuschauer auf einer Achterbahn der Gefühle mitreißt. Auf der anderen Seite kann er aber genauso gut auch lustige Momente in "The Descendants" unterbringen, die den Film lebhaft und realistisch zugleich werden lassen. Der von Kameramann Phedon Papamichael wundervoll auf Hawaii in Szene gesetzte Streifen hat sich damit ein große Lob mehr als verdient.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Alexander Payne

Darsteller
Amara Miller, Barbara L. Southern, Beau Bridges, Carmen Kaichi, George Clooney, Judy Greer, Karen Kuioka Hironaga, Kaui Hart Hemmings, Kim Gennaula, Laird Hamilton, Matthew Lillard, Nick Krause, Patricia Hastie, Robert Forster, Shailene Woodley

Genre
Drama, Komödie
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Herstellungsland
Usa




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