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The Day After Tomorrow| Kritik

Kinostart
2004



Handlung

Der Klimatologe Jack Hall (Dennis Quaid) hat die Regierung bereits mehrfach vergeblich vor einem bevorstehenden, drastischen Klimawechsel gewarnt, als das Unheil in Form einer neuen Eiszeit über die nördliche Hemisphäre hereinbricht. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt fliegt sein hochbegabter Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) nach New York, um an einem Wissensquiz teilzunehmen und wird dort von den Unwettern überrascht. Mit einer Hand voll Leute, die er davon überzeugen kann, dass es reiner Selbstmord ist, die Stadt zu Fuß zu verlassen, findet er Zuflucht in der Stadtbibliothek von Manhattan. Jack, der nicht glauben will, dass sein Sohn umgekommen ist, macht sich von Washington über den inzwischen tief verschneiten und vereisten Kontinent auf den Weg nach New York.


Filmkritik | The Day After Tomorrow

Alle reden über die globale Erwärmung, doch Klimatologen weisen seit Jahren darauf hin, dass uns eine neue Eiszeit ins Haus stehen könnte. Eisbohrkerne zeigen, dass die Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten in jüngerer geologischer Vergangenheit wesentlich schneller erfolgt sind als angenommen. Und das Interglazial, in dem wir derzeit leben, dauert schon fast zu lange an. Für einen Hollywoodfilm sind jedoch selbst ein Jahrzehnt oder ein Jahrhundert - geologisch gesehen nur ein Augenblick - zu lang, deshalb musste die Katastrophe in The Day After Tomorrow buchstäblich über Nacht hereinbrechen.

Wenn man sich einen Film von Roland Emmerich ansieht, sollte man sich natürlich über seine Erwartungen im Klaren sein. Ich hatte mir einen Film in der Art von "Independence Day" erhofft, der nicht nur visuell überzeugt, sondern nebenbei auch noch unterhaltsam ist, wenn auch kein Oscar-verdächtiges Meisterwerk. Mit The Day After Tomorrow wollte Roland Emmerich jedoch die Politiker aufrütteln und mit der Nase auf die Gefahren der globalen Erwärmung stoßen, und das ging gründlich in die Hose. Er hat sich bei diesem Drehbuch ganz offensichtlich bierernst genommen, und das Resultat ist ein Film mit eindimensionalen, langweiligen Charakteren, dem der Humor von Independence Day völlig fehlt. Dafür wurden so ziemlich alle Klischees des Katastrophenfilms bedient, und nicht einmal die aufwendigen Special Effects boten wirklich etwas Neues. Wer ID4 kennt, den beschleicht unweigerlich ein Gefühl des Déjà-vu. Nun ist es kein Geheimnis, dass Roland Emmerich in seinen Filmen gern bekannte Sehenswürdigkeiten zerstört, doch vielleicht hätte er sich diesmal etwas Originelleres einfallen lassen sollen, statt sich nur selbst zu kopieren. Die Effekte der zerstörerischen Tornados in L.A. erinnerten mich außerdem zu sehr an den Feuersturm aus ID4 - allerdings ohne Feuer. Vielleicht würde es helfen, wenn Emmerich seine Drehbücher nicht mehr selbst schriebe, oder es hat diesmal der Einfluss von Dean Devlin gefehlt. Insgesamt ist The Day After Tomorrow ein typischer Sommerlochfilm, den man sich ansehen kann, wenn man gerade nichts Besseres zu tun hat. Das Eintrittsgeld fürs Kino ist derzeit jedoch bei Harry Potter und der Gefangene von Askaban erheblich besser angelegt.


Filmkritik von Monika Hübner

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