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The Big Lebowski| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Jeff Lebowski (Jeff Bridges), der sich selbst nur der "Dude" nennt, ist ein notorischer Nichtstuer und verbringt seine Zeit im wesentlichen damit, mit seinen Freunden Bowling zu spielen. Dieses geruhsame Leben findet vorläufig ein jähes Ende, als er mit einem reichen Namensvetter, The Big Lebowski (David Huddleston), verwechselt wird und drei offensichtlich gewalttätige Typen in sein Domizil eindringen, ihn bedrohen und zu allem Überfluss auch noch seinen Teppich vollpinkeln. Angeblich haben sie seine Frau Bunny (Tara Reid) entführt, für die sie Lösegeld verlangen und nicht bemerken, dass sie den Falschen erwischt haben.


Filmkritik | The Big Lebowski

Wer sich auf einen Film der Gebrüder Coen einlässt, sollte bekanntlich auf einiges gefasst sein, denn an schrägen Einfällen mangelt es ihnen im allgemeinen nicht und im besonderen bei diesem Film nicht. Auch wenn das Handlungsgerüst um einiges dünner ist als z.B. bei Fargo, bietet The Big Lebowski so viel Kurioses, dass der Plot um die Entführung, die niemals wirklich stattfand, eigentlich nur die Alibifunktion einer Handlung erfüllt, was dem Film aber nicht wirklich schadet. Wer indessen eine Komödie im klassischen Sinn erwartet, wird enttäuscht werden, denn die Späße der Coens hatten seit jeher einen anderen Geschmack als das, was man gemeinhin unter dem Etikett "Komödie" serviert bekommt.

Jeff Bridges beweist als "Dude" wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit, er spielt den faulen Nichtstuer mit Bierbauch, der am liebsten in karierten Bermudas herumläuft, mit ebenso großer Überzeugungskraft wie im vergangenen Jahr den verklemmten Mathematikprofessor in "Liebe hat zwei Gesichter". Man schwankt die ganze Zeit, ob man ihn nun sympathisch finden soll oder nicht, denn eigentlich ist er nicht das, was man unter "gesellschaftsfähig" versteht. Er will auch gar nicht gesellschaftsfähig sein, hat aber seine liebe Not damit, den vermeintlichen Kidnappern klarzumachen, dass er nicht im Geld schwimmt und dass er weder eine Frau hat noch dass diese sich in den Händen von irgendwelchen Gangstern befindet. Stoff genug für Situationskomik, die schräger kaum daherkommen kann.

Dass Julianne Moore sich mit großen Tieren auskennt, wissen wir spätestens seit "Vergessene Welt", und auch wenn das "große Tier" diesmal lediglich ihr Vater ist, hat sie es nicht leicht mit ihm und denkt nicht daran, sich wie eine gehorsame Tochter aufzuführen. Schließlich ist sie unabhängige Künstlerin und hat sehr eigenwillige Vorstellungen, was die Realisierung ihrer Ideen angeht. Die brave Paläontologin aus "Vergessene Welt" hat ihre Haare abgeschnitten und präsentiert sich diesmal als energische Walküre. Mehr soll hier allerdings nicht verraten werden, um niemandem das Überraschungsmoment ihres großen Auftritts zu verderben.

Auch der Rest der prominenten Besetzung trägt so einiges zur Erheiterung des Zuschauers bei, wobei die deutsche Synchronisation zum Teil leider (wieder einmal) sehr platt wirkt, was die Dialoge angeht. Deutsche Kraftausdrücke wirken nun einmal leicht ordinär, auch wenn das vielleicht ursprünglich nicht beabsichtigt gewesen sein sollte, was aber noch dahingestellt sei, denn als "politisch korrekt" kann man The Big Lebowski kaum bezeichnen. Der deutsche Akzent, den die Kidnapper in der Originalversion angeblich haben, wurde durch einen undefinierbaren, südländisch klingenden ersetzt. Seinen Zweck erfüllt auch dieser, da er die armen Gangster nicht unbedingt sympathischer macht, was aber schon durch ihr Auftreten und ihr Outfit allein verhindert wird. Eigentlich können sie einem fast leid tun in ihrem Bemühen, den Schein eines Verbrechens aufrechtzuerhalten, der so weit geht, daß eine ihrer Freundinnen einen Zeh opfern muß, den sie zur Untermauerung ihrer Lösegeldforderung den Angehörigen des vermeintlichen Opfers zukommen lassen. Gut gelungen sind auch die Traumsequenzen des "Dude", von denen eine allerdings stark an den großen Sprung in "Hudsucker" erinnert.

Fazit: Trotz weitgehend fehlendem Plot ein Riesenspass für Liebhaber skurrilen Humors und eine angenehme Abwechslung zum filmischen "Eintopf" der letzten Zeit.


Filmkritik von Monika Hübner

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