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The Avengers| Kritik 9/10

Kinostart
26.04.2012



Handlung

Als ein unerwarteter Feind den Weltfrieden und die globale Sicherheit bedroht, sieht sich Nick Fury (Samuel L. Jackson), führender Kopf der mächtigen internationalen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D., gezwungen, das eine Team zusammenzustellen, das die Welt vor dem Absturz in die Katastrophe bewahrt. Eine den Erdball umfassende, nie dagewesene Rekrutierungsaktion beginnt...


Filmkritik | The Avengers

Ohne lange Vorrede direkt zur Sache: Regisseur Joss Whedon ist einer der wenigen echten Nerds Hollywoods. Einer von der Sorte, die selbst Comics verschlingen und sich auch nicht zu Schade sind, bei Fanevents selbst in der Schlange zu stehen. Alles was er schreibt und inszeniert, ist ein Aspekt seiner Verehrung für die moderne Popkultur. Aber trotz seiner immensen Erfahrung und seines Talents, braucht "Die Avengers" fast den kompletten ersten Akt, um in die Gänge zu kommen. Der ganze Prozess wie die Bedrohung durch Loki aufgebaut wird und die einzelnen Helden ins Spiel gebracht werden, zieht sich in die Länge. Doch sobald Thors Hammer die Erde trifft und der Donnergott mit seinem Übermut und Stolz die wacklige Heldenbande aufmischt, flutscht das Blockbusterzäpfchen wie man es sich erhofft hatte. Die Handlung ist bei genauerer Betrachtung dürftig bis kaum vorhanden. Tatsächlich bedient sich Whedon beim Aufbau seines Films bei den exakt selben Storyelementen, die bereits Teil 1 und 3 der "Transformers"-Reihe antrieben. Beinahe schon plagiativ. Die Suche nach einem allmächtigen Kubus, die bevorstehende Invasion einer außerirdischen Übermacht, die - wiedermal - über den Dächern New Yorks ein Portal öffnen will, sind Aspekte einer Story, nicht deren Pfeiler. Bay versuchte dieser Tatsache mit Effekten und Explosionen entgegenzuwirken. Whedon dagegen mit Effekten, Explosionen und - jetzt kommts - ausgearbeiteten Charakteren, die agieren und nicht bloß reagieren.

Thor und Captain America haben sich nach ihren noch eher schwerfälligen Filmen nun endgültig zu den Helden entwickelt, die sie in ihren Comics schon immer waren. Loki ist erwachsen geworden und nicht mehr der von Vater-Komplexen und Neid zerfressene Jüngling. Nur für den ganz großen, imposanten Bösewicht reicht es nicht, was der Regisseur selbst erkannte. Weshalb man lieber bis nach dem Abspann von ''Die Avengers'' sitzen bleiben sollte. Hulk rockt die Hätte, das Flugzeug, ganz New York und schlicht alles, was ihm in die Quere kommt. Hulk war stets ein eindimensionaler Aspekt von Bruce Banners wesentlich komplexeren Charakter und Mark Ruffalo fing dies mit weniger Intellekt als seine Vorgänger ein, dafür mit mehr autistischer Zerstreutheit. Volltreffer!

Die Charakterzeichnungen sind der eigentliche Brennstoff, der die Flamme des Zuschauers am Leben hält und es ist kein Zufall, dass mit den zunehmenden Konflikten innerhalb der Gruppe sich der Film erst richtig entfaltet. Wenn Kaliber wie Tony Stark, Bruce Banner, Thor und nicht zuletzt Nick Fury aufeinander treffen, ist das Filmfundament gegossen, alles was darauf aufbaut ist schmückendes Beiwerk. Doch von Aufbau kann keine Rede sein. Der Film ist eine einzige Zerstörungsorgie, wie man es ansonsten nur von Roland Emmerich oder Michael Bay kennt. Dieser Kontrast zwischen Gruppenfindungsdynamik inmitten eines apokalyptischen Szenarios gepaart mit dem typischen Wortwitz, der Whedon wieder zur Ehre gereicht und dem archaischen Spaß, wenn ein Hulk sich durch Stahl und Beton fräst, macht aus den Rächern die vielleicht beste konservative Comicverfilmung des Jahres. Konservativ im Hinblick, dass hier eine reine, fantastische Comicwelt zelebriert wird. Wo ''Batman: The Dark Knight Rises'' Anspruch auf realitätsbezogene Glaubwürdigkeit hegt und die Neuauflage von ''The Amazing Spider-Man'' ebenfalls sich dem neuen Zeitgeist verschrieben hat, bietet Marvel mit ''Die Avengers'' - wie auch mit den Filmen davor - ein unverfälschtes Comicfeuerwerk. Farbig, laut, vollgespickt mit Comiczitaten und Querverweisen ohne aber zum reinen Nerdgasm auszuufern, stets mit einem Bein fest im fantastischen Genre stehend. Das macht diese Art von Filmen nicht dümmer oder unseriöser, sondern schlicht weniger affektiert.

Doch, was nun? Mit den Rächern wurde das Publikum verwöhnt und alle nachkommenden Filme werden dem Vergleich standhalten müssen. Mit der Rückkehr der Avengers dürfen wir frühstens 2014 wieder rechnen und der Ausblick auf ''Thor'' und ''Captain America'' erscheint reichlich bitter - je nach dem wer das Regiezepter in die Hand nehmen wird. Also bleiben nur ''Iron Man 3'', der Dank Shane ''Lethal Weapon'' Black hoffen lässt und ''Ant-Man'', sollte er denn wirklich von Edgar Wright verfilmt werden - irgendwann.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Avengers, The

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Kommentare


06.05.2012, 10:00:56
Die Story ist in der Tat nicht der Rede wert und die Charaktere sind natürlich auch so flach wie man es von einer Comicverfilmung erwarten kann. Da hatten die Spiderman Filme schon mehr Tiefe.
Aber der große Endkampf im letzten drittel des Films ist fein anzusehen. New York wird zerlegt (in einer seltsam politisch korrekten Weise).
Webmovieblog
30.04.2012, 15:50:07
Ich finde deine Kritik zu The Avengers sehr gut und muss auch sagen das der Film überragend war. Die Action die dieser Film geliefert hat war wirklich einzigartig.

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Alternativ- bzw. Originaltitel
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