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The American| Kritik 9/10

Kinostart
16.09.2010



Handlung

Der Amerikaner Jack (George Clooney) ist Auftragskiller und ein Meister seines Fachs: äußerst präzise, ständig auf der Hut, extrem misstrauisch und nie länger als nötig an einem Ort. Als ein Job wider Erwarten schief läuft, beschließt er, dass sein nächster Auftrag der letzte sein soll. Jack reist nach Italien, um sich in der Abgeschiedenheit eines verschlafenen Bergdorfes in aller Ruhe vorzubereiten. Doch die malerische Idylle trügt: Der Dorfpfarrer (Paolo Bonacelli) zeigt ein auffälliges Interesse an dem Fremden und sucht immer wieder das Gespräch mit ihm. Dann taucht plötzlich die äußerst mysteriöse Auftraggeberin (Thekla Reuten) bei Jack auf. Und schließlich ist da noch die verführerische Clara (Violante Placido), die ihn mehr und mehr in ihren Bann zieht. Allmählich beginnt Jack seinen Schutzschild abzulegen. Doch damit fordert er auch sein Schicksal heraus – und das könnte tödliche Folgen haben.


Filmkritik | The American

Wer den Trailer gesehen hat, wird vielleicht einen Film wie "96 Hours" (2008) oder sogar "Die Bourne Identität" (2002) erwarten. Im Stil von James Bond ergänzen sich ausgedehnte Actionsequenzen, schnelles Tempo und ohrenbetäubende Musik... nein, weit gefehlt! "The American" ist in erster Linie eine Charakterstudie, in Szene gesetzt als italienisches Melodrama. Obgleich es sich um eine Hollywood-Produktion handelt sind, abgesehen von Clooney, die Schlüsselpositionen sowohl vor als auch hinter der Kamera europäisch besetzt, vom holländischen Regisseur Anton Corbijn bis hin zum Soundtrack von Herbert Grönemeyer. Das wirklich einzige, was an James Bond erinnert, ist die Walther PPK, die auch der von Clooney gespielte Charakter Jack bzw. Edward benutzt.

Dieser Film ist also mitnichten ein Actionfilm, eigentlich ist er auch nicht wirklich ein Thriller. Wir lernen Clooneys Charakter kennen, ohne seine Geschichte zu erfahren. Vielmehr erfahren wir seine menschliche Integrität, wie sie sich in seinen gegenwärtigen Handlungen ausdrückt. Regisseur Anton Corbijn lässt die Kamera oft in Großaufnahmen und Halbtotalen verweilen, während Jack augenscheinlich banale Tätigkeiten vollführt. Man ist dabei an "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968) erinnert und ebenso wie bei dem Klassiker, funktioniert es auch hier recht gut.

Corbijn und sein Kamerateam um Martin Ruhe leisten hervorragende Arbeit, indem sie ihrem Werk pure Nostalgie injizieren. Das Licht ist umwerfend und die Landschaften hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Fast noch mehr als die Landschaften beeindrucken die Innenaufnahmen. Hier erkennt man, dass es die stilistisch richtige Entscheidung war, die Kamera ruhen zu lassen, damit der Zuschauer diese Momente vollkommen in sich aufsaugen kann.

In Bezug auf die schauspielerischen Leistungen sind alle Rollen bestens besetzt. George Clooney haucht seinem Porträt eines gepeinigten, zynischen Menschen mit nur wenigen Worten Leben ein. Violante Placido sieht nicht nur gut aus, sondern spielt auch überzeugend ihrer Rolle als Jacks Liebschaft. Jacks Mittelsperson wird von Thekla Reuten funktional angemessen eiskalt serviert.

"The American" ist einer der besten Filme des Jahres. Es kann nicht genug betont werden, dass es hauptsächlich die Erwartung des Zuschauers ist, die den Film zu einem Erfolg machen kann. Leider verleitet die Vorschau zu falschen Annahmen und führt in die Irre. Der Film ist keineswegs ein mit Action geladenes Spektakel. Er ist eine faszinierende Charakterstudie und kann als solche uneingeschränkt überzeugen. Lassen Sie sich nicht durch das langsame Tempo dazu verleiten, über scheinbare Trivialitäten hinweg zu sehen. Bei diesem Film sitzt jede Handbewegung, jede Einstellung, jeder Kamerawinkel hat eine Bedeutung und am Ende ist wirklich kein Detail überflüssig. Als Liebhaber dieses Genres gebe ich ohne Zögern eine Top-Wertung.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

The American

© Tobis Film

Kommentare


Johanna Neuhauser
26.12.2011, 16:53:29
Ein großartiges Epos. Für mich der beste Film des Jahres.
Spannend, erotisch, sinnlich und überzeugend.

Johanna Neuhauser
Anon
21.12.2010, 15:44:08
Wenn ich all diese Kommentare hier lese wird mir ernsthaft übel. Keine Frage, heute wird das niemanden mehr intressieren aber was die Leute hier von sich geben...nun ja. Jedem das seine.
Man kann wohl zu euren Gunsten auslegen, dass ihr vom Trailer arg getäuscht wurdet, mehr aber auch nicht.
Denn am Ende haben wir alle trotzdem einen (vor allem) wunderschönen Film gesehen. Und wer so etwas nicht genießen kann...Pech gehabt.

Noch kurz zu der Story:
Geschlafen habt ihr dabei anscheinend auch und von Waffen bestimmt noch weniger Ahnung.
sandy
27.10.2010, 13:46:40
Kann mir einer das Ende verraten. Bin ab 2/3 des Films aus dem Kino verschwunden, weil der Film so langweilig war.
schorschi
20.10.2010, 19:43:12
einsA der streifen. auf jeden fall sehenswert. mehr spannung kann man wohl kaum in zwei stunden film verpacken. einfach klasse.
bad hair day
18.10.2010, 23:58:21
Warnung an alle Kinofreunde,..
schaut euch lieber irgendeine Komödie an , da gibt es wenigstens was zu lachen. Dieser Film war ausgesprochen öde, langweilig und völlig unlogisch. Schade, ich hatte mehr erwartet

Alle 17 Kommentare lesen

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Steckbrief
Regie
Anton Corbijn

Darsteller
Björn Granath, Bruce Altman, Filippo Timi, George Clooney, Paolo Bonacelli, rina Björklund, Samuli Vauramo, Thekla Reuten, Violante Placido

Genre
Drama, Thriller

Tags
Killer
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Herstellungsland
USA




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