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Der Plan| Kritik 7/10

Kinostart
10.03.2011



Handlung

Jung, ehrgeizig und erfolgreich steht David Norris (Matt Damon) am Beginn einer exzellenten politischen Karriere. Doch mit einer prickelnden Liaison setzt er alles aufs Spiel: Er beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit der fragilen Tänzerin Elise (Emily Blunt) - ohne zu ahnen, welchen Preis er dafür bezahlen wird. Als er erkennt, dass er nur eine Marionette auf einer gigantischen Bühne ist, ist es zu spät und sein bisheriges Leben beginnt sich aufzulösen.


Filmkritik | Der Plan

Nur wenige Regisseure wagen sich an den prekären Drahtseilakt filmische Genre-Gegensätze miteinander zu verbinden. Die Symbiose aus Science-Fiction und Romantik ist ein solcher Genre-Kontrast, der wohl direkt hinter Horror und Romantik anzusiedeln ist. Kalte gefühlslose Maschinen der technisierten Zukunft prallen auf echte Tränen und innige Umarmungen. Ein Akt, der schon vor Veröffentlichung auf dem Papier zum Scheitern verurteilt sein sollte. Der berühmte Platz zwischen zwei Stühlen, der Filme aller Herrenländer im Niemandsland versinken lässt.

So absurd die Idee eine herzerwärmende Liebesgeschichte in eine zukunftsinspirierte Umgebung zu stecken auch klingen mag, genau dies ist der Plan hinter dem Film. Ein romantischer Science Fiction Epos oder eine Lovestory im technisierten Rahmen der Zukunft. Doch genau dies gelingt dem Film „Der Plan“ tatsächlich und zwar nahezu auf gesamter Ebene. Zwar können die metaphorischen Stühle nicht gänzlich zusammengeschoben werden, doch sind sie sich näher als bei manch vorherigem Versuch.

Schon Unmengen an Filmen basierten auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick und schafften es hierbei nicht, mehr, als nur die eigentliche zentrale Idee auf die Kinoleinwand zu projizieren. So leider auch „Der Plan“. In der filmischen Interpretation der Kurzgeschichte Dicks handelt es um die Liebe eines Politikers, der von Matt Damon gespielt wird, zu einer Balletttänzerin, die Emily Blunt verkörpert, welche von mysteriösen Hutträgern der Zukunft um jeden Preis verhindert werden soll. Die geschriebene Buchversion dreht sich um einen Agenten der Versicherungsbranche, der durch das plötzliche Bellen eines Nachbarhundes hinter die abstrusen Gebilde unser aller Realität schauen kann.

Doch dies ist nicht sonderlich verwunderlich. Philip K. Dick ist allgemein kein Autor, dessen von Querverweisen trotzenden Prosa zu einer detailgetreuen Umsetzung auf die Kinoleinwand einladen. Doch die grundsätzlichen Ideen seiner Kurzgeschichten eignen sich, auch im Fall von „Der Plan“, als nährreicher Untergrund für filmische Interpretationen.

So ist nicht der Film selbst die eigentliche Herausforderung gewesen, sondern die von Philip K. Dick geschaffenen Logiklöcher seiner Kurzgeschichte in den Rahmen einer hollywoodreifen Liebesgeschichte zu verpacken, die im geschriebenen Original nur eine sehr untergeordnete Rolle innehat. Die von den Filmemachern kreierte Genremischung bietet leider viel zu viel Platz für Kritik, da weder der Science Fiction Teil gänzlich ausgereift ist, noch der Inhalt der hinzugedichteten Romanze. Der Film wurde für eine volljährige Audienz geschaffen, welche intellektuelle Herausforderungen, wie das mehr oder minder geschickte Einbauen sozialkritischer Themen à la freier Wille in eine herzerwärmende Liebesgeschichte, nicht meiden möchte.

Fazit

Der Film ist sehenswert, sofern man auf die Anwesenheit aktionsgeladener Roboterkämpfe in Science Fiction Filmen verzichten kann und stattdessen eine waschechte Romanze präsentiert bekommen möchte. Wer über die zahlreichen Logiklücken hinwegsehen kann, der bekommt eine durchaus ausgereifte Mixtur aus zwei Genres, die laut Definition verschiedener nicht sein könnten, geboten.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Der Plan

© Universal Pictures International Germany GmbH

Kommentare


Dominik
30.07.2011, 22:01:26
Der Film war grandios! Ich bin 14 Jahre alt, ich fand ihn am Anfang etwas langweilig. Aber besonders am Schluss hat der Film mich überzeugt :-). Richtig empfehlenswert, aber nicht´s für Actionhungrige Gemüter. Insgesamt 8 von 10 Sternen.
stephan Schwerin
03.04.2011, 10:47:03
Habe mir den Film sehr genau angeschaut. Jeder der die Filme "Inception" und "Das Haus am See" mag ist mit diesem Film bestens beraten.
Ein gelungener Mix aus Sci-Fi und Romantik, wobei hier eindeutig die Idee - die Umsetzung den Zuschauer fesseln kann.
Werr auf Sinnloses Rumgeballer steht, sollte den Film meiden (es fält nicht ein einziger Schuß). Für alle anderen, die mal wieder etwas neues in Sachen Film erleben wollen. Anschauen! Und der Typ der in dem anderen Kommentar von Micros etc. berichtet, sollte sich nicht gestohlene kino.to Kopien anschauen, sonder ihn sich in der Vollversion im Kino antun. ^^

Viel Spaß beim anschauen - Stephan
Ronny
22.03.2011, 23:53:12
Im Cinemaxx Magdeburg wurde das Bild anfangs extrem gestaucht angezeigt. Da man hier auf einmal alle Mikrofone und Timestamps am Rand sehen konnte, hatte es den Charakter einer Rohfassung. Nachdem "die richtige Linse" aufgesetzt wurde, ging es aber korrekt weiter.

So schlecht war der Film aber nicht. Als es anfangs zum SciFi Teil überging, kam schon ein ziemliches cooles "krass, was geht denn da jetzt ab" Gefühl hoch.
Momo
18.03.2011, 12:06:41
Der film war der letzte Dreck. ungefährt 10mal während der dialoge kam das mikrofon ins bild. wie kann einem das beim schneiden nicht gesehen werden??? und der rest, die story, war auch total sinnlos.

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Steckbrief
Regie
George Nolfi

Darsteller
Anthony Mackie, Daniel Dae Kim, Emily Blunt, John Slattery, Laura Kenley, Lauren Hodges, Liam Ferguson, Matt Damon, Michael Kelly, Sarah Bradford, Terence Stamp

Genre
Romantik, Sci-Fi
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Adjustment Bureau




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