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Tannöd| Kritik 5/10

Kinostart
19.11.2009



Handlung

Abgelegen im blauschwarzen Tannenwald liegt er, der Mordhof. Hier wurde die gesamte Familie Danner brutal mit der Spitzhacke erschlagen, auch die Kinder und die neue Magd. Niemand im Dorf hat von der grausamen Tat etwas mitbekommen. Wundern tut es aber keinen, war doch der alte Danner (Vitus Zeplichal) ein alter Tyrann und Geizhals, der es sich mit jedem in der Umgebung verscherzt hatte. Seine frömmelnde Frau (Lisa Kreuzer) sprach mit niemandem, und die Kinder seiner Tochter Barbara (Brigitte Hobmeier) sollen auch von ihm gewesen sein.

Als zwei Jahre später die junge Kathrin (Julia Jentsch) im Dorf auftaucht, ist der Täter noch immer nicht gefunden. Bald erkennt sie hinter dem dichten Netz aus Lügen und Schweigen eine tiefe Schuld im Dorf und ahnt, dass der Fall mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb sein kann.


Filmkritik | Tannöd

Selten dürfte es vor der Premiere eines deutschen Films soviel rechtliche Streitigkeiten gegeben haben wie vor "Tannöd". Viele Urheberrechtsstreitigkeiten und ebendiese Verletzungen dominierten die Entstehung rund um die Romanvorlage von Andrea Maria Schenkel, die von der Regisseurin Bettina Oberli umgesetzt wurde. Diese zeigte schon mit ihrem letzten Film "Die Herbstzeitlosen" einen eher kompromisslosen Umgang mit der Kinorealität, sondern stellte die Grausamkeit des Lebens in kargen und künstlerisch nicht überhöhten Bildern dar.

Wer die Romanvorlage kennt, ist bereits mit dem sehr zerrissenen und mosaikhaften Erzählstil vertraut, den Schenkel bei ihrem Buch anlegte und so auch eine Atmosphäre der Zerrissenheit erzeugte, die nach dem Lesen eines Kapitels noch im Kopf des Lesers nachwirkte. Leider schafft Oberli diesen Schritt nicht, sondern hinterlässt auf der Kinoleinwand ein eher hektisches Erlebnis aus verschiedenen Perspektiven, dass zwar die Dramatik und die Spannung von "Tannöd" betont und den Zuschauer in dramatischer Weise mitreißt, aber im Laufe des Films doch eher verwirrt. Was bleibt ist eine Zerrissenheit und ein sonderbares Gefühl, Teil der verschiedenen Taten gewesen zu sein. Unterbrochen wird das Erlebnis von einer szenischen und erzählerischen Gestalt, die eher an einen Dokumentarfilm erinnert - kleine Erholunsgpausen für den Zuschauer, die dennoch nicht dafür sorgen, dass man Klarheit über die Personen und die Taten erhält. Zu groß und konfus ist die Mischung, die Oberli über die Dauer des gesamten Films auf den Bildschirm zaubert.

Unabhängig von diesen Schwächen im Drehbuch sind die Hauptdarsteller von "Tannöd" ganz klar positiv hervorzuheben. Monica Bleibtreu findet in dem Film wohl die entgültige Bestimmung, eher im ernsteren Fach als in der Komödie drehen zu wollen, auch Julia Jentsch überzeugt als weibliche Hauptdarstellerin in allen dramatischen und emotionalen Situationen. An ihnen liegt es also nicht, dass der Film eine hektische und dramatische Handlung leider etwas zu überzogen auf die Leinwand bringt - ein Effekt, der so wohl nicht gewollt ist.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Tannöd

© Constantin Film Verleih GmbH

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Steckbrief
Regie
Bettina Oberli

Darsteller
Brigitte Hobmeier, Clara Conzen, Dagmar Sachse, Filip Peeters, Gundi Ellert, Julia Jentsch, Lisa Kreuzer, Monica Bleibtreu, Nils Althaus, Vitus Zeplichal, Volker Bruch, Werner Prinz

Genre
Deutscher Film, Drama, Historie, Krimi, Thriller
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Herstellungsland
Deutschland




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