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Survival of the Dead| Kritik 6/10

Kinostart
06.05.2010



Handlung

Es ist noch keine Woche her, seitdem die Toten angefangen haben über die Erde zu wandeln, und die Welt zur Hölle gefahren ist. Das Gesetz bröckelt. Das Militär versinkt im Chaos. Eine Gruppe kriegsmüder Soldaten machen sich unerlaubt davon, weil sie glauben alleine besser zurecht zu kommen. Sie folgen Sarge (Alan van Sprang), einem harten, kettenrauchenden Gardisten. Ihr einziges Ziel heißt Überleben! Sie kämpfen sich bis zu einer Insel an der Küste von Delaware durch, wo sie glauben einen sicheren Zufluchtsort gefunden zu haben, und in Frieden leben zu können. Aber das erhoffte Paradies entpuppt sich als kleineres Abbild der sich im Krieg befindenden Welt. Es leben zwei Gruppen auf der Insel, die O'Flynns und die Muldoons. Ihre Anführer hassen sich gegenseitig so stark, dass nicht einmal die von den lebenden Toten ausgehende Gefahr, die beiden vereinen könnte. Patrick O'Flynn (Kenneth Welsh), Patriarch der Familie, ist darauf aus, jedem Zombie, dem er begegnet eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Shamus Muldoon (Richard Fitzpatrick) dagegen besteht darauf die Toten "am Leben" zu erhalten, weil er hofft eine Heilung zu finden. Aber es gibt keine Heilung vom Tod. Mittendrin ist Sarge, der auf der Seite von Patricks Tochter Janet (Kathleen Munroe) steht, die versucht Frieden zwischen den beiden Gruppen zu schließen.


Filmkritik | Survival of the Dead

Zum mittlerweile sechsten Mal erzählt Regisseur George A. Romero nun seine Geschichte von einer Welt, die von mordlüsternen Untoten bevölkert wird, welche die wenigen verbliebenen Menschen in einen täglichen Überlebenskampf zwingen. Der Erfinder des modernen Zombiefilms strebt nicht nur nach einfachen Sequels, stets gibt er seinen Werken neue Botschaften zum Status Quo unserer Gesellschaft mit auf den Weg und beleuchtet kritisch deren Entwicklung. Auch „Survival of the Dead“ will mehr als nur ein Zombie-Schocker sein, hat aber keine klare Botschaft wie seine Vorgänger, sondern endet nahezu nihilistisch. Wo wieder einmal eine Menge Menschen ihr Leben lassen mussten, dreht sich die Welt trotzdem weiter und bleibt eine Domäne der Untoten. Diese besorgen zwar genretypisch den Exitus der menschlichen Protagonisten, aber die eigentliche Ursache für deren Scheitern legt Romero immer wieder bei den Charakteren selbst an. Detailliert gezeichnete Persönlichkeiten sind nicht die Stärke des Regisseurs und für seine Zwecke auch nicht notwendig. Mit den offenkundigen Anleihen aus dem Western-Genre, kann sich „Survival of the Dead“ gleichzeitig des schablonenhaften Charakter-Repertoires dieser Filme bedienen. Dabei schenkt Romero wieder bewusst die Chance her, durch eine liebevoll aufgebaute Identifikation mit den Figuren ein breiteres Publikum an diesen Film, und letztlich die komplette Reihe, heranzuführen.

Visuell wartet „Survival“ mit einigen beeindruckenden Bildern auf, die aus den oft beliebigen Filmminuten herausstechen, als wenn Romero um diese Ideen herum seinen ganzen Film konstruiert hat. Die Spezialeffekte sind nicht immer auf der Höhe der Zeit, schaffen aber mühelos den Spagat zwischen modernem Horrorfilm und einem gewissen Retrolook der jüngeren „Dead“-Filme, was vor allem den Romero-Fans manch angenehmes Déjà-Vu-Erlebnis bescheren dürfte. Explizite Gewalt, Splatter und Gore sind genretypische, unverzichtbare Zutaten, die auch hier nicht fehlen dürfen. Was aber einst noch den Staatsanwalt in Bewegung gesetzt hat, gehört in diesen Tagen zum gewohnten Bild, wenn ein Horrorfilm auf der Leinwand flimmert. Auch hier bleibt sich Romero in jeder Hinsicht treu, arbeitet viel mit blutigen Bildern, erhebt sie aber nie zum Selbstzweck, sondern nutzt sie als extreme Metaphern seiner Geschichte. Mit seinem Wiedererkennungswert, seinen Stärken und Schwächen ist „Survival of the Dead“ eher etwas für das Lager der Romero-Fans. Das restliche Publikum mag hier nur einen weiteren, zudem noch etwas holprigen und langatmigen, Zombie-Film entdecken und sich eher gelangweilt abwenden. Wenn hier die „Dead“-Reihe endet, ist es nicht das würdigste Finale für diese stilbildenden Filme, aber auch hier gilt: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Survival of the Dead

© Splendid Film & Kinostar Filmverleih

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Steckbrief
Regie
George A. Romero

Darsteller
Alan Van Sprang, Athena Karkanis, Devon Bostick, Eric Woolfe, Joris Jarsky, Julian Richings, Kathleen Munroe, Kenneth Welsh, Richard Fitzpatrick, Stefano Di Matteo, Wayne Robson

Genre
Horror

Tags
Zombies
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Herstellungsland
Kanada, USA




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