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Surrogates - Mein Zweites Ich| Kritik 7/10

Kinostart
21.01.2010



Handlung

Im Jahr 2054 bestimmen die Surrogates das Leben der gesamten Menschheit. Roboter übernehmen sämtliche Aufgaben eines Menschen. Der Kontakt mit anderen Menschen findet über die Kommuner statt. Damit dieser künstliche Zustand auch weiterhin erhalten bleibt, sollen die FBI-Agenten Greer (Bruce Willis) und Peters (Radha Mitchell) den mysteriösen Mord an einem College-Student aufklären. Im Zuge ihrer Ermittlungen finden die FBI-Agenten heraus, dass der Tote mit dem Erfinder der Surrogates in Verbindung stand. Ein Terrorist will die "alte" Welt, wie wir sie heute noch kennen, mit all ihren Fehlern wiederherstellen. Um diesen Mörder das Handwerk zu legen, müssen die beiden Agenten ihr Zuhause verlassen und auf eigener Faust sich durch die Roboterwelt kämpfen.


Filmkritik | Surrogates - Mein Zweites Ich

Jonathan Mostow ("Terminator 3") widmet sich in seinem neuen Sci-Fi-Verschwörungsthriller „Surrogates – Mein zweites Ich“ (wieder mit gewohnt banalem deutschen Untertitel) einmal mehr einer perfekten „Was-Wäre-Wenn“-Welt, vermengt die Thematik mit einem Schuss „Bodysnatchers“ und, zumindest zu Anfang, einem leichten Anflug von 40er Jahre Film-Noir. Denn zumindest in den ersten 20 Minuten wird eine klassische Detektivstory erzählt. Nach dem anfänglichen Mord brodelt der Soundtrack von Richard Marvin angenehm bedrohlich und zu keinem Moment aufdringlich vor sich hin; dabei verläuft die Story im altbekannten aber keineswegs ausgelutschten „Wer-ist-der-Mörder“ Subgenre des Thrillers.

Das hat jedoch nicht lange bestand, denn ziemlich bald steht die Identität des Killers fest und Mostow schwenkt um, erzählt schließlich eine Geschichte von gut gemeintem aber letztendlich zu weit geführtem Verbesserungswillen an der Menschheit als Ganzes. Die Kluft zwischen den äußerlich perfekten Surrogates und der Minderheit Mensch wird hauptsächlich durch den Einsatz von gutem Makeup und CGI dargestellt. So wurde Bruce Willis als Roboter nachträglich um sämtliche Hautfalten erleichtert, was ebenso auf den Rest der Schauspielerriege zutrifft.

An bekannten Schauspielern tummeln sich Ving Rhames, James Cromwell und allenfalls noch Rosamund Pike um die One-Man-Show namens Bruce Willis, der ganz typisch in jeder Szene seinen Kollegen die Butter vom Brot nimmt. Dabei ist es gar nicht mal unbedingt sein Können, denn schauspielerisch wird ihm nicht allzu viel abverlangt. Den verletzten Vater, der die ganze Welt retten will, hat er schließlich schon öfter gespielt. Stattdessen hat seine Präsenz auf der Leinwand einmal mehr den Effekt, dass alle Augen auf ihn gerichtet sind – glücklicherweise hält er den ganzen Film über stand.

Ansonsten gibt sich der Rest des Casts durchweg hölzern. Was sonst ein deutliches Negativ wär, kommt in der Roboterwelt von „Surrogates“ gut an, denn so wird der Unterschied zwischen Mensch und emotionsloser Maschine überdeutlich. Auch die restlichen Aspekte des Films sind von Mostow tadellos umgesetzt. Die wenigen, aber dafür umso gewaltigeren Actionszenen, sorgen beinahe schon für ein Ertrinken im eigenen Adrenalin. Zerstörungsmeister Mostow, der in einer der unvergessenen Szenen von „Terminator 3“ einen ganzen Straßenzug mithilfe eines Kranwagens in Schutt und Asche gelegt hat, geht auch diesmal nicht zimperlich vor. Helikopter explodieren, Autos überschlagen sich, allgemein bewegt sich der Bodycount des Blechs in den Verfolgungsjagden im Bereich des gerade noch so Machbaren.

Nebenbei bewegt sich der Film weg vom gegenwärtigen Hollywoodtrend, sogar simple Sommerblockbuster auf unzumutbare Länge aufzublasen. Mit gerade einmal 88 Minuten Laufzeit geht der Inszenierung nie die Puste aus, im Gegenteil: Der Film läuft angenehm straff vor sich hin, keine Szene wirkt zu viel.

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. So gelungen der Film wirkt, man kann sich des Gefühls nicht erwehren, das alles schon einmal gesehen zu haben. Die übernatürlich starken Roboter könnten aus einem beliebigen Endzeit-Szenario stammen. Die „Second Life“-ähnliche Scheinwelt, in der sich die Menschen dank ihrer Surrogate-Avatare bewegen, erinnert an „The Gamer“. Jegliche tiefgründigeren Gedankenspiele in den Bereichen Moral und Ethik werden zugunsten des Verschwörungsplots aufgegeben. Darüber hinaus ist es einer der Filme, deren Ende man bereits eine halbe Stunde vorher erahnen kann. Zwar bemühen sich die Drehbuchautoren Michael Ferris und John D. Brancato noch um einen Twist am Ende der Story, dieser kommt allerdings auch nicht unbedingt überraschend daher und ist, wenn man einmal darüber nachdenkt, der einzigmögliche Ausweg aus der Geschichte des Films.

Fazit: Schön anzusehender Actionthriller, der für einen Abend im Kino zwar für durchweg gute Laune sorgt, aber weit hinter den Möglichkeiten seiner Prämisse zurückbleibt.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Surrogates - Mein Zweites Ich

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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Steckbrief
Regie
Jonathan Mostow

Darsteller
Boris Kodjoe, Bruce Willis, Helena Mattsson, Jack Noseworthy, James Francis Ginty, Michael Cudlitz, Radha Mitchell, Rosamund Pike, Valerie Azlynn, Ving Rhames

Genre
Sci-Fi, Thriller

Tags
FBI
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Herstellungsland
USA




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