Summer Wars - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Summer Wars| Kritik 8/10

Kinostart
12.08.2010



Handlung

In der nahen Zukunft hat die Erschaffung der virtuellen Stadt OZ es allen ermöglicht, zu jeder Zeit und von jedem Ort auf das Internet zuzugreifen. Die Nutzer steuern ihre Avatare durch OZ um zu shoppen, ihre Rechnungen zu zahlen und Spaß zu haben. Kenji, ein ganz normaler Oberstufenschüler, verbringt seine Sommerferien müßig mit einem Teilzeitjob, bei dem er das OZ-System am Laufen hält. Aber dann lädt ihn das Mädchen seiner Träume, Natsuki, dazu ein, sie in ihre Heimatstadt Nagano zurück zu begleiten. Als sie dort ankommen, verwirrt Natsuki Kanji mit der Bitte, er solle sich als ihr Verlobter ausgeben, damit sie ihrer alten Großmutter eine Freude machen kann. In seiner ersten Nacht in Nagano bekommt Kanji eine E-Mail mit einem seltsamen, mathematischen Rätsel von einem mysteriösen Absender. Mathe-Genie Kenji ist von diesem Rätsel fasziniert und als er endlich die Lösung findet, ist die Welt völlig verändert. Am nächsten Morgen berichten die Fernsehnachrichten von einem gesetzlosen Avatar in OZ. Kenji ist verblüfft als er sieht, dass es sein Avatar ist! Der unschuldige Kenji wird als OZ-Krimineller verleumdet und bevor er überhaupt weiß, was los ist, wird er in eine Schlacht um das Schicksal und das Gleichgewicht der Welt gezogen.


Filmkritik | Summer Wars

Regisseur Mamoru Hosoda machte mit seinem letzten Film "Das Mädchen das durch die Zeit sprang" auch hierzulande von sich reden. Ein kleiner, intimer Film über ein Mädchen mit besonderen Fähigkeiten. Aber ausnahmsweise wurde diese Ausgangslage nicht dazu verwendet, die Welt erneut zu retten, sondern stattdessen begleitet man einen Teenager bei seinen alltäglichen Problemen mit dem Erwachsenwerden.

Ein ähnliches Konzept wendet der Regisseur auch bei seinem neusten Film „Summer Wars“ an. Dieses Mal ist es kein Mädchen sondern eine ganze Familie, die mit einem außergewöhnlichen Element konfrontiert wird, genannt OZ. Ein technologisch hoch entwickeltes soziales Netzwerk, das Eigenschaften von Facebook, Second Life oder World of Warcraft in sich vereint. Ganz Japan ist an dieses Netz angeschlossen. Einzelpersonen, Kommunen, öffentliche und militärische Einrichtungen, sogar komplette Stadtbetriebe und Unternehmen. "Summer Wars" versteht sich aber weniger als kritische Auseinandersetzung mit der Privatsphären-Paranoia 2.0 (wie sie besonders in Deutschland wieder herrscht) sondern nutzt die Thematik, um die zerrütteten Familienverhältnisse näher zu beleuchten. OZ dient als dramaturgisches Instrument, das nicht die Angst vor Google oder Facebook schüren, sondern ganz altmodisch den Stellenwert der Familie betonen soll. Der Cyberwar dient dabei als Schlachtfeld für die Avatare. Abstrakt und doch vertraut. Cyberspace Klischees in bester "Tron" Tradition werden mit japanischer Kampf- und Mangaästhetik verbunden. Eine Mischung aus "Digimon" und "WarGames" ist das Resultat.

Filme im und über den modernen Cyberspace haben wieder Hochkonjunktur. "Summer Wars" stellt der Versuch dar, gewisse Aspekte des World Wide Webs auf einer persönlichen Ebene zu schildern. Zeitgleich mit "Summer Wars" startet ebenfalls "8. Wonderland", ein ambitionierter Versuch den Einfluss des Internets auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen mit Cyberterrorismus in Verbindung zu bringen. In den kommenden Monaten folgen anschließend "The Social Network", die Gründung von Facebook als klassischer Thriller sowie "Tron: Legacy", die lange erwartete Fortsetzung einer Cyberspace Filmikone. Selbst der kürzlich gestartete „Inception“ kann als moderne Internetmetapher rund mit all seinen Eingriffen in die Privatsphäre verstanden werden.

Moderner Cyberkrieg trifft auf biedere Familienfeierlichkeiten, hektische 3D-Computerwelten treffen auf idyllisches Zeichentrickpanorama. "Summer Wars" steckt voller Gegensätze, die vor allem für westliche Gewohnheiten nicht immer einfach zu schlucken sind. Dennoch bietet der Film faszinierende Einblicke in die japanische Kultur und Denkweise, zwischen japanischer Familientradition und Technikaffinität. Sollte man nach "Summer Wars" nicht genug von faszinierenden Animewelten bekommen, so darf man sich auf September freuen. Dann findet nämlich mit "Ponyo" der neuste Film von Meister Hayao Miyazaki ("Chihiros Reise ins Zauberland", "Das wandelnde Schloss") seinen Weg in die deutschen Lichtspielhäuser. Zwei Animes in zwei Monaten, vielleicht besteht doch noch Hoffnung für die hiesige Manga- und Animecommunity.


Filmkritik von Orlindo Frick

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Summer Wars

© AV Visionen GmbH

Kommentare


tobs........
23.04.2011, 00:03:15
wen man digimon der film gekugt hat der früher als summer wars rauskam kann man die beiden vergleichen zum Beispiel: -ein virus im internet der die welt durcheinander bringt
-dann das menschen aus aller welt ihre hoffnung/account geben um dem virus ein ende zusetzen
ich muss sagen das der film so ein film ist den man immer wieder sehn möchte nur empfelenswert!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 9 * 6 - 1 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Summer Wars abspielen

Steckbrief
Regie
Mamoru Hosoda

Genre
Animation, Drama, Fantasy
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Japan

Alternativ- bzw. Originaltitel
Samâ wôzu




Benutzername

Passwort

Anzeige