Handlung
Peter Highman (Robert Downey Jr.) ist werdender Vater – der berechnete Geburtstermin seiner Frau (Michelle Monaghan) ist in fünf Tagen. Peter beeilt sich, um den Flug in Atlanta zu erreichen und rechtzeitig zur Geburt nach Hause zu kommen. Doch das geht gründlich schief, denn als er den hoffnungsvollen Nachwuchsschauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis) kennen lernt, führt das zu heillosen Verwicklungen, sodass Peter zusammen mit Ethan in dessen Wagen gen Westen fahren muss. Während dieser Reise bleiben nicht nur etliche Autos und viele Freundschaften auf der Strecke, sondern vor allem Peters Nerven.
Filmkritik | Stichtag
Mit dem Streifen "Hangover" gelang Regisseur Todd Phillips einer der größten Erfolge des letzten Jahres. Die herrlich chaotische Komödie brachte Millionen Kinobesucher zum Lachen. Entsprechend groß war der Druck sicherlich, als es um das nächste Projekt des Regisseurs ging. Doch man muss sich keine Gedanken machen: Phillpis gönnt sich keinen Ausrutscher und kann mit "Stichtag" ebenfalls punkten. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass er das Erfolgsrezept von "Hangover" im Prinzip nur in kleinen Punkten verändert. Nach wie vor befinden sich zwei im Grunde genommen nicht zusammen passende Protagonisten auf einem Road Trip und erleben dort gemeinsam ein chaotisches Abenteuer.
Das Drehbuch von Alan R. Cohen und Alan Freedland sieht dabei eine nicht ganz so hohe Dichte an Gags vor wie in "Hangover", was Fans dieses Streifens sicherlich etwas enttäuschen könnte. Das heißt allerdings nicht, dass "Stichtag" nicht lustig wäre - im Gegenteil. Wenn Gags angesagt sind, dann kommen die lustigen Momente in der Regel am Stück und sorgen dafür, dass man als Zuschauer ebenfalls vor Lachen am Boden liegt. Auf Fäkalhumor wird zum größten Teil verzichtet, was "Stichtag" von Phillips ersten Werken wie "Road Trip" abhebt und zeigt, dass er mittlerweile als Regisseur in gewisser Weise erwachsen geworden ist. Dennoch hat er sich den leicht verschrobenen Charme beibehalten, den sein damaliger "Road Trip" schon vorweisen konnte.
Besonders punkten kann Todd Phillips dabei natürlich mit der Besetzung seiner beiden Hauptdarsteller. Robert Downey Jr. in der Rolle des versnobten Geschäftsmannes Peter Highman mit einem ziemlich unfreundlichen Charakter, den man ihm zu jeder Zeit abnimmt. Interesant ist dabei vor allem, mit welcher Selbstironie Downey Jr. die Rolle spielt. Vor dem Hintergrund seiner Drogen-Vergangenheit ist es erst recht ironisch, wenn sein Charakter im Film behauptet, er hätte noch nie etwas mit Drogen zu tun gehabt. Während Downey Jr. im Film zwar die Opferrolle bekommt, hat man seinen Charakter dennoch als unsympathisch angelegt, so dass ihm die Sympathien nicht sofort zufliegen. Zach Galifianakis dagegen wirkt in seiner kauzigen Art von Anfang an sympathisch, obwohl er der Auslöser des ganzen Chaos in "Stichtag" ist. Galifianakis spielt dabei zwar wie in vielen seiner anderen Streifen den skurrilen Außenseiter und man könnte ihm fehlende Wandelbarkeit vorwerfen, er macht seine Sache aber so überzeugend und sympathisch, dass man darüber gerne hinweg sieht. Michelle Monaghan in der Rolle der werdenden Mutter wirkt dagegen blass, spielt aber auch nur eine kleine Rolle. "Stichtag" kann "Hangover" zwar nicht übertreffen, aber dennoch für einen gelungen Kinoabend sorgen.
Filmkritik von Gastautor