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Starship Troopers| Kritik

Kinostart
1997



Der Film beginnt in einer Zeit, in der noch Frieden auf der Erde herrscht. Doch steht die Menschheit vor einer großen Gefahr. Aus einem anderen Teil des Weltalls haben sich Killer-Insekten zusammengeschlossen, um gegen die Menschen in den Krieg zu ziehen. Dabei wollen sie die vollständige Vernichtung der Menschheit. Und die Übermacht der Angreifer ist so groß, dass der Kampf um das Überleben fast aussichtslos erscheint.

Aus diesem Grund werden einige junge Soldaten auf den feindlichen Heimatplaneten beordert, um die Menschen vor der Ausrottung zu bewahren und den Kampf gegen die Killer-Insekten aufzunehmen. Unter ihnen ist auch der junge Johnny (Casper Van Dien). Eigentlich hatte er gar nicht vor zur Armee zu gehen, aber um seiner Freundin Carmen (Denise Richards) zu imponieren, hat er sich trotzdem verpflichtet. Er und seine Freunde werden in Ereignisse verstrickt, die sie ihr Leben lang nicht vergessen werden - wenigstens die, die überleben.

Die Regie zu diesem Film führte Paul Verhoeven. Dabei geht er nicht gerade zimperlich zur Sache und schuf einen zynischen Anti-Kriegsfilm, wie er selten zu sehen ist, was unter anderem auch an den brutalen Szenen im Kampf mit den Killer-Insekten liegt. Die Gewaltexzesse sind so drastisch dargestellt, dass der Film 1999 indiziert wurde. Jungen Zuschauern wurde die Fähigkeit aberkannt die Doppeldeutigkeit des Film zu deuten.


Filmkritik | Starship Troopers

Gleich vorweg: Es war ein Fehler, von Paul Verhoeven, der uns u.a. solche Meisterwerke wie "Basic Instinct" beschert hat, einen präsentablen Film zu erwarten. Alle, die vor Ekel erstarren, wenn sie ein Lebewesen sehen, das mehr als vier Beine hat, sollten lieber gar nicht erst weiterlesen, sondern lieber gleich die Delete-Taste betätigen oder einfach weiterblättern.

"Starship Troopers" zeigt uns eine so düstere Zukunft, daß uns das Grauen überkommt, lange bevor wir die fiesen Aliens - diesmal in der Gestalt von überdimensionalen, bösartigen Käfern - zu Gesicht bekommen. Die Erde steht unter einem Militärregime, und die Jugend sieht es als höchstes Ziel an, in der Armee zu dienen. Diese zukünftige Armee besteht natürlich aus "Weltraumsoldaten", denn auf der Erde scheint es keine Kriege mehr zu geben, die neue Bedrohung kommt aus dem All, aus einem entfernten, von ekligen Riesenkäfern bewohnten Sonnensystem, die sich einen Spaß daraus machen, die Menschen mit Meteoriten zu bombardieren. Gegen diese Gegner ziehen die "Starship Troopers" mit viel Enthusiasmus und Patriotismus zu Felde und lassen sich zum Wohle der Menschheit abschlachten. Viel mehr ist zur dünnen Handlung des Films eigentlich nicht zu sagen.

Trotz der beeindruckenden Special Effects ist "Starship Troopers" eine einzige Enttäuschung. Die hauptsächlich jugendlichen Darsteller scheinen direkt von der TV-Soap-Opera zur Leinwand gewechselt zu haben, allerdings ohne ihre Leistungen entsprechend anzupassen. Liebhaber derartiger Fernsehserien dürften wahrscheinlich die einzigen sein, die ihnen das in diesem aufwendigen Kinofilm nachsehen. Verhoeven hat offensichtlich versucht, diesen eklatanten Mangel des Films mit möglichst vielen Schockeffekten wettzumachen, was jedoch bei denjenigen Zuschauern, die ein Minimum an Handlung und Spannung von einem Film erwarten, kaum auf allzu große Gegenliebe stoßen dürfte. Alles Geld scheint in die Schockeffekte geflossen zu sein, für Schauspielergagen war wohl nichts mehr übrig. Wer enttäuscht war, daß aus "Scream" die blutigsten Szenen herausgeschnitten wurden, dem sei "Starship Troopers" ans Herz gelegt: Zumindest auf diesem Gebiet dürfte kein Wunsch offen bleiben, da mit zerhackten, zerfetzten und in Einzelteilen herumliegenden Körpern nicht gespart wurde. Alles natürlich in Großeinstellung, damit man auch sieht, wieviel Mühe die Filmemacher sich gegeben haben, alles echt wirken zu lassen.

Auch wenn man sich von vornherein darüber im klaren ist, daß man diesen Film nicht ernst nehmen sollte, wirken die Militärs, die stark an SS-Männer und Gestapo-Polizisten erinnern, doch ziemlich störend. Alles in allem hat man den Eindruck, ein Computerspiel auf Großleinwand zu verfolgen, allerdings kein besonders originelles. Wer Ballerspiele liebt, hat vielleicht seinen Spaß daran, ansonsten sollte man sich einen Besuch von "Starship Troopers" doch lieber ersparen. Und falls die Neugier doch zu groß ist, so sei zumindest Leuten mit schwachem Magen empfohlen, das Kino nüchtern zu betreten.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Paul Verhoeven

Darsteller
Casper Van Dien, Clancy Brown, Denise Richards, Dina Meyer, Jake Busey, Michael Ironside, Neil Patrick Harris, Patrick Muldoon, Seth Gilliam

Genre
Action, Sci-Fi

Tags
Aliens
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Herstellungsland
USA

Budget
105 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
121 Mio. US-Dollar (weltweit)

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