Sphere - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Sphere| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Der Psychologe Norman Goodman (Dustin Hoffman) wird zu einem Flugzeugabsturz im Pazifik gerufen, um eventuellen Überlebenden Beistand zu leisten. Erst bei seiner Ankunft erfährt er, dass es sich gar nicht um einen Flugzeugabsturz handelt, sondern darum, ein abgestürztes Raumschiff zu untersuchen, das seit 300 Jahren unter Korallen dort verborgen liegt. Ein Team von Experten, darunter die Meeresbiologin Beth Halperin (Sharon Stone), der Astrophysiker Ted Fielding (Liev Schreiber) und der Mathematiker Harry Adams (Samuel L. Jackson) sowie er selbst soll die Untersuchung von einem Tiefsee-Habitat aus durchführen.

Bei ihrer Erkundung des Raumschiffs stoßen sie auf eine geheimnisvolle, goldene Kugel, die die Mitglieder des Forschungsteams in ihren Bann zieht. Es passieren plötzlich allerlei unerklärliche Dinge im Habitat, was umso schlimmer ist, als sie durch einen Sturm an der Wasseroberfläche von der restlichen Welt abgeschnitten sind, da die Versorgungsschiffe den Schauplatz verlassen haben, bis das Unwetter sich verzieht...


Filmkritik | Sphere

Im Gegensatz zu den meisten anderen Verfilmungen von Romanen von Michael Crichton hält Sphere sich sehr eng an die Buchvorlage, so dass allein schon deshalb denjenigen, die das Buch nicht gemocht haben, ein Kinobesuch in diesem Falle nicht zu empfehlen ist. Wem das Buch hingegen gefällt, der dürfte durchaus auf seine Kosten kommen, obwohl der Film trotz Überlänge der Vorlage auch diesmal nicht ganz gerecht werden kann, denn es gibt eine ganze Reihe loser Enden bei den Handlungssträngen, die im Roman verknüpft sind, im Film jedoch nicht. Als besonders krasses Beispiel hierfür sei lediglich die Korallenbank genannt, unter der das Raumschiff begraben liegt: In der im Film genannten Tiefe gibt es kein Korallenwachstum, im Buch wird dagegen eine hinreichende Erklärung dafür geliefert. Trotz offensichtlicher Schwächen im Drehbuch ist Sphere jedoch eine der besten Crichton-Verfilmungen insgesamt.

Einen nicht unerheblichen Anteil daran dürfte das Staraufgebot haben, mit dem Barry Levinson seinen Film ausgestattet hat. Dustin Hoffman, der zuletzt in den beiden Mediensatiren "Mad City" und "Wag the Dog" in den deutschen Kinos zu sehen war, spielt diesmal den für eine solche Expedition schon viel zu alten Psychologen Norman Goodman, der sich durch einen dummen Zufall ziemlich unfreiwillig plötzlich als Tiefseeforscher betätigen muss. Er ist derjenige, der aufpassen soll, dass niemand im Habitat "ausflippt", was sich unter den gegebenen, unvorhersehbaren Umständen als ziemlich schwierig erweist. Überflüssiger Nebenplot: Er hatte vor langer Zeit eine Affäre mit Beth, die zu dieser Zeit zu allem Überfluss Identitätsprobleme und Selbstmordgedanken hatte, was er den Verantwortlichen für die Expedition natürlich verschwiegen hat. Überflüssig ist diese Nebenhandlung deshalb, weil sie nicht wirklich zur Entwicklung der Geschichte beiträgt und der Rolle von Sharon Stone eher abträglich ist. Dafür trägt sie zur Überlänge des Films bei, der an diesen Passagen problemlos hätte gestrafft werden können, ohne dass die Spannung darunter gelitten hätte. Auch bei der Figur des Mathematikers Harry wäre mehr Spielraum für einen interessanteren Charakter gewesen - im Grunde hat Samuel L. Jackson nicht allzuviel zu tun. Man hat fast den Eindruck, dass seine Figur nur deshalb beibehalten wurde, um dem Handlungsverlauf im Roman möglichst nah folgen zu können, ohne seinem exzentrischen Charakter - Crichton scheint eine Vorliebe für exzentrische Mathematiker zu haben - wirklich gerecht zu werden.

Die Ausstattung von Sphere entspricht dem, was man erwartet, wenn man sich einen Film ansieht, der zum allergrößten Teil in einem Tiefsee-Habitat spielt. Mit anderen Worten: Die Kulisse ist recht düster und spartanisch, was aber eine gewisse Atmosphäre schafft. Schade ist insgesamt, dass nicht mehr Szenen sich im Raumschiff selbst abspielen, aber wahrscheinlich hätte das den Film noch mehr verlängert. Trotz all dieser Abstriche dürfte Sphere jedoch nicht nur für Fans von Michael Crichton etwas zu bieten haben und ist allemal einen Kinobesuch wert.


Filmkritik von Monika Hübner

Sag es weiter



Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 5 * 12 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




Steckbrief
Regie
Barry Levinson

Darsteller
Dustin Hoffman, Liev Schreiber, Marga Gómez, Peter Coyote, Queen Latifah, Samuel L. Jackson, Sharon Stone

Genre
Horror

Tags
Raumschiff, U-Boot
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA

Budget
80 Mio. US-Dollar




Benutzername

Passwort

Anzeige