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Sherlock Holmes| Kritik 8/10

Kinostart
28.01.2010



Der Regisseur Guy Ritchie ("RockNRolla") hat sich einer neuen Verfilmung der Kultfigur Sherlock Holmes angenommen. Der Detektiv aus den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle wird in der "modernen" Interpretation jedoch nicht mehr wieder zu erkennen sein. Der Film wird sich als eine Art Actionabenteuer darstellen, wie dem Trailer zu entnehmen ist.

Die Hauptrolle, also Sherlock Holmes selbst, wird von dem Schauspieler Robert Downey Jr. ("Iron Man") übernommen. Jude Law ("My Blueberry Nights") spielt Dr. John Watson und die Frau an Holmes Seite ist Rachel McAdams ("State of Play").


Filmkritik | Sherlock Holmes

Warnung: Wer die klassischen Geschichten und die entsprechenden Filme um den legendären Meisterdetektiv liebt, könnte von „Sherlock Holmes“ enttäuscht sein. Mit der von Arthur Conan Doyle ersonnenen Figur des exzentrischen, völlig humorfreien, sehr britischen und hochintellektuellen Superhirns mit der hageren Figur und der Hakennase hat die Titelfigur nur noch wenig gemein. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil und wirkt erfrischend klischeefrei.

Bislang galten ein seltsames kariertes Cape und ein ebensolcher Hut als das unverwechselbare Markenzeichen des englischen Meisterdetektivs, den britische Charakterdarsteller wie Basil Rathbone und Peter Cushing einst erfolgreich in Film und Fernsehen verkörperten. Diesmal verpasste Regisseur Guy Ritchie („Revolver“, „RockNRolla“) seinem Helden einen alltagstauglichen Mantel nach der Mode der Zeit sowie einen flotten Fedorahut. „Very British“ wirkt Hauptdarsteller Robert Downey Jr. („Zodiac - Die Spur des Killers“, „Iron Man“) darin nicht, dazu geht er seine Rolle viel zu temperamentvoll, Grimassen schneidend und rotzfrech-amerikanisch an. Auf keinen Fall die legendäre Krimi-Ikone zu klischeehaft englisch anlegen, lautete die Devise. Das ist Regisseur und Hauptdarsteller weitgehend gelungen. Einzig einzelne Handlungsstränge, das viktorianische London als Ort des Geschehens und bekannte Figuren aus den Büchern sowie Holmes´ Morphiumsucht und sein nächtliches Geigenspiel erinnern an die Romanvorlagen.

Die zahlreichen Martial Arts-, Kampf- und Boxszenen, die aus dem Film eine Art James Bond-Verschnitt mit Comic- Einschlag machen, nimmt man dem nicht sehr athletisch und topfit aussehenden Mitvierziger Downey Jr. nur bedingt ab, was Regisseur Ritchie mit  Animationen, Stunts und  reichlich extremen Schnitten zu kaschieren weiß. Mit schrägen Sprüchen, Tollpatschigkeit in erotischen Szenen und einer ausdrucksstarken Mimik nimmt der Hauptdarsteller seiner Filmfigur das Martialische und bricht sie, ganz im Sinne seines Regisseurs, ironisch. Besonders glaubwürdig wird er in Szenen, in denen die Drogensucht des Detektivs zum Thema wird: Downey Jr.  litt selber über Jahre daran und verbüßte dafür mehrfach Gefängnisstrafen. Belohnt wurde er für seine eigenwillige Holmes-Verkörperung mit dem Golden Globe.

Nervig wirkt die so gar nicht passen wollende Bombast-Musik von Hollywoods deutschem Star-Komponisten Hans Zimmer („Fluch der Karibik 2“, „Illuminati“), dem musikalisch diesmal die Ideen ausgingen.  Die Schaupieler, außer der  weitgehend talentfreien Rachel McAdams („Die Frau des Zeitreisenden“)  als Holmes „Gspusi“ Irene Adler überzeugen mehrheitlich. Einen nachhaltigen Eindruck als düsterer Erzbösewicht Lord Blackwood hinterlässt der Londoner Charakterdarsteller Mark Strong („Der Mann, der niemals lebte“). Jude Law („Liebe kennt keine Ferien“, „Das Kabinett des Dr. Parnassus“)  überrascht als differenziert agierender und gar nicht mehr unterwürfiger Dr. Watson. Dafür, dass Ritchie den ewigen „Sidekick“ mit Doktortitel zum ersten Mal in der Geschichte der Verfilmung des Stoffs nicht als tumben Tor und Stichwortgeber, sondern als ebenbürtigen Partner zeichnet, gebührt dem Regisseur jedes Lob. Der eigentliche Hauptdarsteller ist aber sowieso die London Bridge.


Filmkritik von mkrispien

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Sherlock Holmes

© Warner Bros. Pictures

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