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Selbst ist die Braut| Kritik 8/10

Kinostart
30.07.2009



Handlung

Die erfolgreiche Lektorin Margaret Tate (Sandra Bullock) macht es ihrer Umwelt nicht leicht. Vor allem ihr junger Assistent Andrew Paxton (Ryan Reynolds) hat unter ihrer Ungeduld und ihren übertriebenen Ansprüchen zu leiden. Doch dann läuft das US-Visum der Kanadierin aus. Um ihre Ausweisung aus dem Land zu verhindern, muss sie schnellstmöglich einen amerikanischen Ehemann präsentieren. Keine einfache Angelegenheit für eine allein stehende Kratzbürste. In ihrer Verzweiflung erpresst Margaret den unbedarften Andrew, sich als ihr Verlobter auszugeben. Dass damit ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt wird, ahnt sie nicht. Denn bei einem Antrittsbesuch bei Andrews Eltern in Alaska wird die Schwiegertochter nicht einfach nur überschwänglich empfangen. Sie haben auch eine spontane Überraschungshochzeit geplant...


Filmkritik | Selbst ist die Braut

Sandra Bullock ist eine umwerfend gute Komödiantin. Niemand sonst beherrscht diese Mischung aus verträumter Schlacksigkeit und wacher Intelligenz so gut wie die 1964 in Arlington in Virginia als Tochter einer deutschen Opernsängerin und eines amerikanischen Gesanglehrers geborene Schauspielerin. Das hat Sandra Bullock vor allem 2000 in dem Komödienklassiker „Miss Undercover“ unter Beweis stellen können.
In „Selbst ist die Frau“ lässt ihr das witzige Drehbuch des bisher nur als Produzent bekannten Pete Chiarelli ("Eagle Eye") alle künstlerischen Freiheiten. Dazu kommt die präzise und dabei doch entspannte Regie von Anne Fletcher. Ein Glücksfall ist auch Ryan Reynolds in der Rolle des untergebutterten Lektoratsassistenten. Der zwölf Jahre jüngere Schauspieler spielt seinen Part nuanciert und mit großer Überzeugungskraft. „Selbst ist die Braut“ ist bis in die Nebenrollen hinein mit viel Gespür besetzt. Da darf dann das „Golden Girl“ Betty White als leicht verschrobene Grandma Annie brillieren, bekommt Oscar Numez einen memorablen Auftritt als abgründiger Standesbeamter.
Nun nützten die besten Darstellerleistungen ja nichts, wenn die Geschichte nicht funktioniert. In „Selbst ist die Braut“ springt der Funken aber schnell auf den Kinogänger über. Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen der Zicke Margaret, die im Großraumbüro Angst und Schrecken verbreitet hat, und dem etwas verloren wirkenden Andrew ist intelligent und glaubwürdig gestrickt. Sie bietet, selten so gut gelacht, auch noch köstlichen Raum für allerhand Situationskomik.
Buch und Regie gelingt am Ende die Metamorphose der „Helden“. Die erzählte Geschichte wandelt sich und ihre Protagonisten sind tatsächlich auch wandlungsfähig. In dieser Konstellation erzeugt „Selbst ist die Frau“ geradezu rührend komische Momente. Natürlich ist das Ende absehbar. Anne Fletcher hat die Komödie ganz sicher nicht neu erfunden, aber der Zuschauer weiß diese vertrauten Muster durchaus auch lustvoll zu goutieren.

Eine Unverschämtheit, weil die Intelligenz des Kinobesuchers sträflich unterschätzend, ist der deutsche Verleihtitel. Im Original heißt „Selbst ist die Braut“ schlicht und einfach „The Proposal“. Dieses macht Sinn, das andere nicht. Für einen solch billigen Köder aus dem Geist der Popcornmaschine ist dieser Spielfilm einfach zu schade.
„The Proposal“ ist eine romantische Komödie, stilvoll, intelligent, witzig und zu Tränen rührend. Das Timing stimmt und die schauspielerischen Leistungen sind formidabel. Die ehemalige Tanzchoreographin Anne Fletcher, die zuvor mit „Step Up“ und „27 Dresses“ zwei ziemlich mittelmäßige Komödien und Romanzen auf Zelluloid gebannt hat, überrascht hier wirklich angenehm.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Selbst ist die Braut

© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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Steckbrief
Regie
Anne Fletcher

Darsteller
Alicia Hunt, Anne Fletcher, Betty White, Craig T. Nelson, Denis O'Hare, Mary Steenburgen, Michael Mosley, Ryan Reynolds, Sandra Bullock

Genre
Komödie, Romantik
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Proposal

Budget
40 Mio. US-Dollar




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