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Scream 4| Kritik 8/10

Kinostart
05.05.2011



Handlung

„Was ist dein Lieblingshorrorfilm?“ Mit einem Anruf und einer Stimme, die man nie mehr vergisst, begann die grausame Mordserie in Woodsboro. Seitdem hat Sidney (Neve Campbell) ihre Heimatstadt nicht mehr besucht. Doch auf der Lesereise zu ihrem aktuellen Buch stimmt die inzwischen erfolgreiche Autorin zu, in der Kleinstadt Halt zu machen. Ex-Sheriff Dewey (David Arquette) und die Journalistin Gale (Courteney Cox) – mit ihr die einzigen Überlebenden von damals – bereiten ihr ein herzliches Wiedersehen. Auch Sidneys Tante (Mary McDonnell), ihre fast erwachsene Cousine Jill (Emma Roberts) sowie deren beste Freunde Kirby (Hayden Panettiere) und Charlie (Rory Culkin) freuen sich über Sidneys Ankunft. Mit ihrem Besuch jähren sich allerdings auch die Woodsboro-Morde und rufen einen alten, totgeglaubten Bekannten auf den Plan: Ghostface ist zurück und mit ihm seine sadistische Jagd auf Sidney und ihre Freunde! Mittlerweile haben sich jedoch die Regeln für Horrorfilme geändert: Das Unerwartete ist längst Klischee und auch Jungfrauen werden nicht mehr verschont. Es wird Zeit, dass jemand Neues stirbt...


Filmkritik | Scream 4

Mit Erwartungen ist es so eine Sache, sie können Fluch und Segen zu gleich sein. Werden beliebte Filme fortgesetzt, erreichen die Nachfolger in den meisten Fällen nicht die positive Resonanz der Vorgänger, trotz der augenscheinlichen Multiplikation aller prägenden Filmelemente. Oft ist die Enttäuschung so groß, dass der Zuschauer dem Wunsch nach weiteren Sequels entsagt - was die Filmemacher natürlich nicht daran hindert, die Maschinerie weiter am Laufen zu halten. Wie bei „Scream 4“ - im Netzjargon als „Scre4m“ betitelt -  einem Film, der nach dem mehr als nur enttäuschenden dritten Teil als unwahrscheinlich galt, aber nach über zehn Jahren Ghostface nochmals reanimierte. Gezeichnet durch die verblassten aber noch nachhaltigen Erinnerungen an den vermeintlichen Abschluss der Trilogie, war eine weitere Scream-Kerbe das Letzte, wonach einem der Sinn stand - was andererseits erwartungstechnisch das Beste war, was dem Film passieren konnte.

Es war 1995 als Drehbuchautor Kevin Williamson - Schöpfer von Teenieklassikern wie „Dawon's Creek“ oder „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ - den Grundstein für die Scream-Reihe legte. Nach dem merklich schwächeren zweiten Teil verabschiedete er sich von seinem Kind und widmete sich anderen Projekten. Für „Scre4m“ kehrte er jedoch nach Woodsboro zurück - und damit auch der Charme, der die Filmserie anfangs prägte. Die Reihe fand wieder zu ihren Wurzeln zurück, inklusive ihrem selbstreflexiven Filmbewusstsein, das schnell zum Markenzeichen von Scream avancierte und nun auch in unserer digital geprägten 2.0 Gegenwart angekommen ist.

Scre4m“ ist im Herzen ein Kind der 90er, das sich auf dem Spielplatz des modernen Zeitgeists tummelt. Allein die ersten zehn Minuten eichen den Zuschauer auf die metaphysische Selbstfindungsreise durch die moderne Pop- und Medienkultur. Die einen werden sich zwei Stunden lang am ausgeprägteren Blut- und Slasherfest erfreuen, andere saugen begierig die vielen Filmzitate auf und wiederum andere genießen das Comeback von Autor Kevin Williamsons entwaffnender Selbstironie und filmtheoretischer Offenlegung des Horrorgenres, das glaubt, sich neu erfunden zu haben, nur um es am Ende mit dem Stinkefinger zum Teufel zu jagen.

Einziger Kritikpunkt ist das aufgesetzte Ende nach dem vermeintlichen Showdown. Ohne etwas vorwegzunehmen, wären dem Film zwei Möglichkeiten offen gestanden, seine Charaktere zu einem Abschluss zu führen: Entweder er macht einen Schritt vorwärts und belegt so seine aufgestellten Genrethesen - oder er macht zwei zurück und zeigt auf diese Weise seinen Kniefall vor der ursprünglichen Scream-Reihe. Es liegt wohl im Auge des Betrachters, ob der getane Schritt schlüssig und befriedigend ausgefallen ist. Ansonsten jedoch macht „Scre4m“ einfach ein Heidenspaß - was selbst Horror- und Blutmuffel bestätigen können.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Scream 4

© Central Film Verleih & Wild Bunch Germany

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